6 Beliebte Stauden, die heimlich Ihren Garten ruinieren
Stauden gelten als verlässliche Begleiter im Garten: Jahr für Jahr kehren sie zurück, bringen Farbe, Struktur und schaffen mit wenig Aufwand eine schöne Atmosphäre. Doch nicht alle Stauden sind harmlos. Manche breiten sich unkontrolliert aus und verdrängen Ihre sorgfältig ausgewählten Pflanzen.
Wir werfen einen Blick auf sechs weit verbreitete Stauden, die im Gartencenter zwar verlockend aussehen, aber schnell zum Albtraum werden können.
1. Immergrün (Vinca minor)
Immergrün fasziniert mit seinen glänzenden, immergrünen Blättern und den attraktiven blauen oder violetten Blüten – ideal als Bodendecker. Doch Vorsicht: Diese Staude breitet sich aggressiv aus.
Warum ist das problematisch?
- Aggressiver Wuchs: Immergrün bildet lange Ausläufer, die überall Wurzeln schlagen.
- Verdrängt heimische Pflanzen: Dichte Teppiche ersticken Wildblumen und nützliche Pflanzen für Insekten.
- Schwer zu beseitigen: Das Entfernen ist mühsam, und schon kleinste Wurzelreste treiben wieder aus.
Bessere Alternative
Kriechender Thymian oder Wilder Ingwer bieten tollen Bodenschutz ohne invasives Wachstum.
2. Minze (Mentha-Arten)
Der frische Duft von Minze ist unverwechselbar und lecker in Tee, Desserts oder Cocktails. Im Gartenbeet ist sie jedoch selten willkommen.
Warum ist das problematisch?
- Ausläufer unter der Erde: Minze breitet sich unauffällig über Wurzelausläufer weit über den ursprünglichen Standort aus.
- Kaum einzudämmen: Bereits kleine Wurzelstücke treiben neue Pflanzen aus.
- Wird invasiv: Minze nimmt Gemüse und Kräutern den Platz streitig.
Bessere Alternative
Minze lieber in Töpfen oder Hängetöpfen kultivieren, so behält man sie unter Kontrolle und genießt den Geschmack ohne Chaos.
3. Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Mit ihrem süßen Duft und den zierlichen weißen Blütenglöckchen wirkt das Maiglöckchen unschuldig, doch es entpuppt sich als kaum zurückhaltender Konkurrent.
Warum ist das problematisch?
- Wurzelausläufer: Schnelle Ausbreitung durch unterirdische Rhizome, die dichte Kolonien bilden.
- Giftig: Alle Pflanzenteile sind für Mensch und Tier gefährlich bei Aufnahme.
- Wuchert vor allem im Schatten: Setzt sich in schattigen Beeten durch, wo andere Pflanzen schwer konkurrenzfähig sind.
Bessere Alternative
Winterlinge oder Tränendes Herz bieten schattige, ansprechende Blüten ohne invasive Tendenzen.
4. Gehorsame Pflanze (Physostegia virginiana)
Der Name „gehorsame Pflanze“ ist eher ironisch: Zwar bleiben die Blüten nach dem Biegen in Position, doch die Pflanze hält sich kaum an Grenzen.
Warum ist das problematisch?
- Invasive Rhizome: Breitet sich kräftig unter der Erde aus und überwuchert ganze Beete.
- Selbstaussaat: Trotz Rückschnitt sprießen überall neue Jungpflanzen.
- Beansprucht viel Platz: Begrenzt den Raum für andere Stauden erheblich.
Bessere Alternative
Veronika (Ehrenpreis) oder Salbei sind gutmütigere Stauden, die mit ihren Farbakzenten Bienen anlocken und keine Grenzen sprengen.
5. Rainfarn (Tanacetum vulgare)
Ursprünglich als Heilpflanze und Insektenschutz genutzt, zeigt sich Rainfarn im Garten eher als Unkraut.
Warum ist das problematisch?
- Verbreitung durch Samen und Wurzeln: Nach der Blüte verteilt er seine Samen großflächig.
- Giftig für Tiere: Gefährlich für Haustiere und Nutztiere bei Verzehr.
- Schwierig zu entfernen: Tief reichende Wurzeln machen die Ausrottung mühsam.
Bessere Alternative
Schafgarbe ist eine robuste, insektenfreundliche Staude mit ähnlichen gelben Blüten, die im Garten weniger Ärger macht.
6. Giersch (Aegopodium podagraria)
Auch bekannt als Bischofskraut oder Dreiblatt, gilt Giersch als eine der störrischsten Gartenpflanzen. Die vielfarbige Sorte wird oft unterschätzt – doch sie ist ebenso aggressiv.
Warum ist das problematisch?
- Unsichtbare Ausbreitung: Kriecht unter der Erde und taucht überall im Garten wieder auf.
- Breitet sich rasant aus: Innerhalb einer Saison verdrängt sie schwächere Stauden.
- Resistent gegen Ausgraben: Schon kleine Wurzelreste führen zu neuem Wachstum.
Bessere Alternative
Hosta oder Brunnera passen gut in schattige Beete, sind leichter zu kontrollieren und bieten ansprechenden Bodenschutz.
Fazit: Lassen Sie sich nicht von Schönheit täuschen
Stauden sollen die Gartenarbeit erleichtern, doch die falsche Wahl kann den Traumgarten schnell zum Kampfplatz machen. Immergrün, Minze, Maiglöckchen, gehorsame Pflanze, Rainfarn und Giersch sind echte Übernahme-Experten.
Setzen Sie stattdessen auf plantes, die optisch überzeugen, aber gutmütig bleiben. So schaffen Sie einen lebendigen, ausgewogenen Garten, der Insekten unterstützt und Ihnen langfristig Freude bereitet.
