Wie Backpulver Mehltau bekämpft – und Ihre Pflanzen rettet

Wie Natron den Mehltau bekämpft – und Ihre Pflanzen rettet

Mehltau – allein der Name sorgt bei Gartenliebhabern oft für Frust. Dieser weißliche, pudrige Belag, der plötzlich Zinnien, Rosen, Gurken oder Kürbisse befällt, breitet sich rasch aus, wenn man nichts unternimmt. Bevor Sie jedoch zu teuren Fungiziden greifen, schauen Sie lieber in Ihre Vorratskammer: Natron könnte die einfache Lösung sein.

Ja, das unscheinbare und preiswerte Natron kann das Wachstum von Mehltau wirkungsvoll stoppen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie es wirkt, wie Sie es richtig anwenden und warum Hobbygärtner seit Jahrzehnten auf dieses natürliche Mittel setzen.

Was ist Mehltau?

Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die sich als weißer oder grauer Pulverbelag auf Blättern, Stängeln und sogar Blüten zeigt. Er gedeiht besonders gut bei warmen, trockenen Bedingungen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Befällt er Ihre Pflanzen, schwächt er diese, verlangsamt das Wachstum und kann Ihre Ernte erheblich mindern.

Typische Pflanzen, die oft betroffen sind:

  • Zinnien
  • Gurken
  • Kürbisse
  • Hokkaido-Kürbisse
  • Pfingstrosen
  • Weinreben
  • Rosen

Warum Natron gegen Mehltau hilft

Natron, chemisch Natriumhydrogencarbonat, tötet den Pilz nicht direkt ab. Stattdessen verändert es die Umgebung auf den Blattoberflächen und macht sie für den Pilz weniger einladend. So funktioniert es:

  • Es hebt den pH-Wert der Blattoberfläche an – Mehltau bevorzugt leicht saure Bedingungen. Durch die pH-Änderung wird das Wachstum erschwert.
  • Es wirkt vorbeugend – Bei regelmäßiger Anwendung verhindert Natron, dass sich Pilzsporen ansiedeln.
  • Es entzieht dem Pilz Feuchtigkeit – Natron kann den Mehltau austrocknen und schädigen.

Natron ist zwar kein Allheilmittel, in Kombination mit guter Gartenhygiene und regelmäßiger Pflege aber ein wirkungsvoller, natürlicher Helfer.

So stellen Sie ein Natron-Spray gegen Mehltau her

Sie wollen es selbst ausprobieren? Hier eine einfache Anleitung für ein wirksames Spray:

Zutaten:

  • 1 Esslöffel Natron
  • ½ Teelöffel flüssiges Spülmittel (kein Waschmittel)
  • 3,8 Liter Wasser (1 Gallone)

🌱 Optional: 1 Esslöffel Pflanzenöl hinzufügen, damit das Spray besser an den Blättern haftet.

Anwendung:

  • Alle Zutaten in eine saubere Sprühflasche oder einen Gartensprüher geben und gut vermischen.
  • Vor jeder Anwendung gründlich schütteln.
  • Die befallenen Pflanzen gründlich besprühen – sowohl Ober- als auch Unterseiten der Blätter.
  • Alle 5–7 Tage oder nach Regen wiederholen.

Wichtiger Hinweis: Testen Sie die Lösung zuerst an einer kleinen Stelle, da Natron bei direkter Sonneneinstrahlung zu Blattverbrennungen führen kann.

Der beste Zeitpunkt für die Anwendung des Natron-Sprays

  • Früh beginnen – schon bevor erste Anzeichen von Mehltau sichtbar sind, besonders bei anfälligen Pflanzen.
  • Wählen Sie kühle Zeiten – morgens oder abends, wenn keine direkte Sonne scheint.
  • Keinen Regen oder starken Wind abwarten – Regen kann das Spray abspülen, Wind zu ungleichmäßiger Verteilung führen.

Weitere Tipps, um Mehltau vorzubeugen

Natron hilft, doch die beste Methode ist die Vorsorge. Darauf sollten Sie achten:

  • Genügend Abstand zwischen den Pflanzen – bessere Luftzirkulation reduziert Feuchtigkeit.
  • Wasser nur am Boden – nasse Blätter fördern Mehltau.
  • Betroffene Blätter schnell entfernen – nicht auf den Kompost, sondern im Müll entsorgen.
  • Resistente Sorten wählen – einige Pflanzen sind weniger anfällig für Mehltau.
  • Fruchtfolge beachten – besonders bei Kürbisgewächsen hilft Wechseln der Anbauflächen gegen Krankheiten.

Wann kommerzielle Fungizide sinnvoll sind

Manchmal reicht Natron nicht aus. Ist der Mehltau bereits weit verbreitet oder herrschen besonders feuchte, warme Bedingungen, müssen Sie eventuell auf stärkere Mittel zurückgreifen. Organische Fungizide mit Kaliumbicarbonat oder Neemöl sind gute natürliche Alternativen.

Fazit

Natron mag unscheinbar wirken, doch im Kampf gegen Mehltau zeigt es große Wirkung. Es ist preiswert, leicht anzuwenden und oft schon in der Küche vorhanden. In Kombination mit sorgfältiger Gartenpflege ist es ein wertvoller natürlicher Verbündeter.

Wenn Sie das nächste Mal den ersten weißen Belag an Zucchiniblättern oder Zinnien entdecken, bleiben Sie ruhig – greifen Sie zum Natron und schlagen Sie dem Mehltau auf natürliche Weise ein Schnippchen.