„`html
So gelingt die Clematis am Spalier: Ein einfacher Schritt-für-Schritt-Ratgeber für prächtige Blüten
Clematis ist die Königin unter den Kletterpflanzen – eindrucksvoll, elegant und überraschend einfach zu pflegen, wenn man weiß, worauf es ankommt. Doch ohne die richtige Unterstützung verheddert sie sich schnell oder fällt in sich zusammen. Ein stabiles Spalier ist deshalb unerlässlich. Ob als blühender Sichtschutz am Zaun oder als Blickfang am Gartenbogen – dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Clematis am Spalier erfolgreich kultivieren können, ganz ohne Frust.
Warum Clematis ein Spalier liebt
Clematis ist von Natur aus eine Kletterpflanze. In freier Wildbahn wickelt sie ihre Blattstiele um alles, was Halt bietet – Zweige, Äste, Zäune – um ans Licht zu gelangen. Ein Spalier gibt der Pflanze den nötigen Halt und ermöglicht Ihnen, ihr Wachstum gezielt und schön zu lenken.
Das Spaliertraining bringt zudem wichtige Vorteile:
- Gesündere Pflanzen durch bessere Luftzirkulation, was Krankheiten vermindert
- Mehr Blüten, da alle Knospen optimal Sonnenlicht erhalten
- Leichtere Pflege ohne lästiges Kriechen durch dichte Büsche
Schritt 1: Die richtige Clematis-Sorte wählen
Nicht alle Clematis sind gleich: Manche werden zwei Meter hoch, andere wachsen bis zu fünf Meter. Wählen Sie daher eine Sorte, die zu Ihrem Platz und Ihren Blühwünschen passt.
Beliebte Sorten im Überblick:
- Clematis jackmanii: 3–3,5 m, Blüte von Sommer bis Herbst, große dunkelviolette Blüten
- Clematis montana: 6–9 m, Frühlingsblüher, kleine, duftende Blüten
- Clematis viticella: 2,5–3,5 m, Blüte von Sommer bis Herbst, widerstandsfähig und lang blühend
- Clematis ‚Nelly Moser‘: 1,8–3 m, Blüte im Frühling und Herbst, rosa-gestreifte Blüten
Expertentipp: Für kleinere Spaliere eignen sich kompakte Sorten wie ‚Arabella‘ oder ‚Little Duckling‘ besonders gut.
Schritt 2: Den idealen Standort wählen
Clematis ist etwas wählerisch, besonders was Licht und Boden angeht. Darauf sollten Sie achten:
- Sonnenlicht: Mindestens sechs Stunden direkte Sonne täglich für kräftige Blüten
- Kühle Wurzeln: Die Wurzelzone sollte schattig und kühl bleiben – Mulch oder flach wachsende Pflanzen am Fuße schaffen hier idealen Schutz
- Gut durchlässiger Boden: Feucht, aber nicht nass – verbessern Sie schlechten Boden mit Kompost
Bei der Pflanzung an Wand oder Zaun sollte ein Abstand von etwa 45 cm zur Basis eingehalten werden, damit die Wurzeln nicht überhitzen.
Schritt 3: Das Spalier vor dem Pflanzen anbringen
Montieren Sie das Spalier unbedingt vor der Pflanzung. So vermeiden Sie, dass Sie die Wurzeln beschädigen oder junge Triebe stören.
Das Spalier sollte folgende Eigenschaften haben:
- Stabil – Clematis kann schwer werden
- Offen und luftig, damit Licht und Luft gut zirkulieren
- Dünne Stäbe – ideal sind rund 12 mm oder dünner, damit die Blattstiele gut Halt finden
Geeignete Materialien sind:
- Holzspaliere
- Drahtgitter
- Obelisken oder Gartenbögen
- Bambus-Zelte
Fixieren Sie das Spalier sicher, sodass es auch bei Wind oder Sturm feststeht.
Schritt 4: Die Clematis richtig pflanzen
So legen Sie den Grundstein für dauerhaft kräftiges Wachstum:
- Graben Sie ein etwa 45 cm breites und tiefes Pflanzloch
- Verbessern Sie den Boden mit Kompost und geben Sie eine Handvoll Knochenmehl oder Langzeitdünger hinzu
- Setzen Sie die Pflanze etwas tiefer als im Topf – der sogenannte „Kronenbereich“ (Übergang von Wurzel zu Stamm) sollte 5–7 cm unter der Erdoberfläche liegen, das schützt vor Welke
- Gießen Sie gründlich und decken Sie den Boden mit Mulch ab, achten Sie jedoch darauf, dass dieser nicht direkt am Stängel aufliegt
Schritt 5: Die Clematis am Spalier hochbinden
Clematis klammert sich nicht mit Haftwurzeln wie Efeu, sondern windet ihre Blattstiele um das Spalier. Deshalb braucht sie anfangs Ihre Unterstützung:
- Binden Sie die Triebe locker mit weichem Gartenbast oder Pflanzenclips fest
- Verteilen Sie die Triebe fächerartig, damit das Spalier komplett bedeckt wird
- Kontrollieren Sie wöchentlich und befestigen Sie neue Triebe nach
Mit der Zeit klettert die Pflanze meist von allein hoch, muss am Anfang aber geführt werden.
Schritt 6: Clematis richtig schneiden
Der Schnitt kann verwirrend sein, da Clematis in drei Gruppen mit jeweils unterschiedlichen Schnittbedürfnissen eingeteilt werden.
Gruppe 1 (Frühjahrsblüher, z. B. montana):
- Blüht an altem Holz
- Leicht direkt nach der Blüte schneiden
Gruppe 2 (Mehrfachblüher, z. B. ‚Nelly Moser‘):
- Blüht an altem und neuem Holz
- Früh im Frühjahr schwache Triebe und abgestorbene Spitzen entfernen
Gruppe 3 (Spätblüher, z. B. jackmanii):
- Blüht an neuem Holz
- Spätwinter oder Frühling stark auf etwa 30 cm zurückschneiden
Unsicher? Im Zweifel lieber sparsam schneiden – später kann Nachschnitt erfolgen.
Schritt 7: So bleibt Ihre Clematis gesund und vitale
Ist die Pflanze einmal etabliert, ist sie pflegeleicht. Beachten Sie Folgendes:
- Regelmäßig, besonders in Trockenperioden, tiefgründig gießen
- Mulchen für kühle und feuchte Wurzeln
- Während der Vegetationszeit monatlich mit ausgewogenem Dünger oder Komposttee versorgen
Achten Sie auf Schädlinge wie Schnecken, Blattläuse oder Mehltau, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Kreative Spalier-Ideen für Ihre Clematis
Für noch mehr Blickfang können Sie Ihre Clematis so präsentieren:
- Als bogenförmiges Spalier über einem Weg oder Gartenportal
- Als rustikalen Obelisken im Blumenbeet
- Als Fächerespalier an einer Wand
- Als freistehende Leiter für einen charmanten Vintage-Look
Die Blüten klettern wohin Sie sie lenken – gestalten Sie Ihren Garten ganz nach Ihrem Geschmack.
Fazit
Die Clematis am Spalier ist ein Garant für Eleganz im Garten – vorausgesetzt, sie bekommt die richtige Sorte, einen stabilen Halt und etwas Pflege. Mit Geduld werden Sie mit einer Blütenpracht belohnt, die jeden Gartenbesucher begeistert.
Sie haben eine kahle Wand oder einen langweiligen Zaun? Eine blühende Clematis bringt neuen Glanz und Leben in Ihren Garten.
„`
