Üppig und frei: 10 Pflanzen, die Sie nur mit Stecklingen vermehren können

Üppig und kostenlos: 10 Pflanzen, die Sie ganz einfach aus Stecklingen ziehen können

Stellen Sie sich vor, Sie verwandeln Ihren Garten in eine grüne Oase – ohne einen Cent auszugeben. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht! Mit der Vermehrung durch Stecklinge können Sie eine blühende Pflanzenwelt aus nur wenigen Trieben bestehender Pflanzen schaffen. Egal, ob Sie ein erfahrener Gärtner oder Anfänger sind: Die Vermehrung durch Stecklinge ist eine kostengünstige und einfache Methode, Ihren Garten mit Leben zu füllen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche 10 Pflanzen sich besonders gut zum Vermehren eignen, wie Sie dabei vorgehen und warum diese Methode besonders nachhaltig ist.

Was sind Pflanzensetzlinge?

Bevor wir starten, noch eine kurze Erklärung: Stecklinge sind Pflanzenteile – meist ein Stängel, Blatt oder Wurzelabschnitt –, die von der Mutterpflanze abgeschnitten und in Erde oder Wasser gesteckt werden, um neue Pflanzen zu ziehen. Diese natürliche Fähigkeit vieler Pflanzen zur Regeneration ermöglicht eine kostenlose und umweltfreundliche Vermehrung. Außerdem ist es eine schöne Möglichkeit, Pflanzen mit Freunden zu teilen oder Schnittreste sinnvoll weiterzuverwenden, statt sie zu entsorgen.

Die 10 besten Pflanzen zum Ziehen aus Stecklingen

1. Lavendel

Warum geeignet: Düfte und Trockenheitstoleranz machen Lavendel zu einer beliebten Staude in jedem Garten.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie im späten Frühling oder Frühsommer einen 10-15 cm langen Trieb von einem gesunden, nicht blühenden Stängel ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, tauchen Sie das Ende optional in Bewurzelungshormon und stecken Sie den Steckling in gut durchlässige Erde. Halten Sie das Substrat feucht, bis Wurzeln entstehen.

Tipp: Stellen Sie die Stecklinge an einen sonnigen Standort mit mindestens sechs Stunden Licht täglich.

2. Minze

Warum geeignet: Minze wächst schnell und begeistert mit aromatischen Blättern, z.B. für Tees oder zum Würzen.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie einen 7-12 cm langen Stängel unterhalb eines Blattansatzes ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie ihn ins Wasser. Nach etwa einer Woche bilden sich Wurzeln. Sobald diese einige Zentimeter lang sind, pflanzen Sie den Steckling in Erde um.

Tipp: Minze breitet sich stark aus – wählen Sie am besten einen Topf, um sie einzudämmen.

3. Rosmarin

Warum geeignet: Dieses robuste Kraut ist unverzichtbar in der Küche und verleiht dem Garten mit seinen ledrigen, immergrünen Blättern Charakter.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie einen 10-15 cm langen, weichen Trieb ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie ihn entweder ins Wasser oder direkt in sandige, durchlässige Erde. Die Wurzelbildung dauert 2-4 Wochen.

Tipp: Rosmarin bevorzugt sonnige, trockene Standorte und wenig Pflege.

4. Efeutute (Pothos)

Warum geeignet: Mit ihren herzförmigen Blättern und hängenden Trieben ist die Efeutute eine vielseitige Zimmer- und Gartenpflanze.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie ein 10-15 cm langes Stück mit mindestens zwei Blattknoten ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie den Steckling ins Wasser. Nach 2-3 Wochen bilden sich Wurzeln, dann kann er in Erde gepflanzt werden.

Tipp: Ideal für hängende Körbe oder als Bodendecker im Schatten.

5. Geranie

Warum geeignet: Geranien bringen leuchtende Farben in den Garten und sind überraschend einfach zu vermehren.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie einen 10-12 cm langen gesunden Trieb ab, entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie den Schnitt für einige Stunden trocknen, bis sich eine Kallusschicht bildet. Dann in gut durchlässige Erde stecken und sparsam gießen, bis Wurzeln wachsen.

Tipp: Geranien lieben sonnige Plätze und blühen bei mildem Klima fast ganzjährig.

6. Hortensie

Warum geeignet: Mit ihren großen, farbenprächtigen Blüten verwandeln Hortensien jeden Garten in ein Blütenmeer.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie im Frühsommer einen 12-15 cm langen frischen Trieb ohne verholzte Stellen ab. Entfernen Sie die unteren Blätter, tauchen Sie das Ende in Bewurzelungshormon und pflanzen Sie den Steckling in feuchte, durchlässige Erde. Decken Sie den Steckling mit einer Plastiktüte ab, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Wurzeln bilden sich nach einigen Wochen.

Tipp: Hortensienstecklinge gedeihen am besten im Halbschatten.

7. Basilikum

Warum geeignet: Das duftende Kraut ist in jeder Küche gefragt und lässt sich leicht aus Stecklingen ziehen.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie einen 10 cm langen Trieb direkt unter einem Blattknoten, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie ihn ins Wasser. Nach 5-10 Tagen zeigen sich Wurzeln. Anschließend können Sie den Steckling in Erde setzen.

Tipp: Regelmäßiges Abkneifen der Triebspitzen fördert buschiges Wachstum.

8. Weide

Warum geeignet: Weiden wachsen rasch und eignen sich gut als natürlicher Sichtschutz oder Schattengeber.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie im Frühling oder Herbst einen 30 cm langen, biegsamen Zweig ab. Stecken Sie ihn ins Wasser oder feuchte Erde. Weiden wurzeln sehr schnell in beiden Medien.

Tipp: Weiden lieben feuchte Standorte, ideal an Teichen oder in Senken.

9. Sukkulenten

Warum geeignet: Diese pflegeleichten Pflanzen überzeugen mit außergewöhnlichen Formen und Farben.

So gelingt die Vermehrung: Drehen Sie vorsichtig ein Blatt ab oder schneiden Sie einen Trieb. Lassen Sie das Pflanzstück 1-2 Tage an der Luft trocknen, bis sich eine Kallusschicht bildet. Legen Sie es dann auf Kakteenerde und besprühen Sie es leicht, bis neue Wurzeln und Triebe entstehen.

Tipp: Ideal für Steingärten oder sonnige Gartenbereiche.

10. Rose

Warum geeignet: Die Rose ist die Königin des Gartens mit zeitloser Schönheit und betörendem Duft.

So gelingt die Vermehrung: Schneiden Sie unmittelbar nach der Blüte einen 15-20 cm langen gesunden Trieb ab. Entfernen Sie Blüte und die unteren Blätter, tauchen Sie das Ende in Bewurzelungshormon und setzen Sie den Steckling in eine sandige Erde. Halten Sie die Erde feucht und den Steckling im Schatten, bis Wurzeln wachsen (4-8 Wochen).

Tipp: Geduld ist wichtig – Rosen brauchen Zeit zum Bewurzeln.

Warum Pflanzen aus Stecklingen ziehen?

Das Vermehren von Pflanzen durch Stecklinge bietet mehr als nur finanzielle Vorteile. Hier einige Gründe, die für diese Methode sprechen:

  • Kostengünstiges Gärtnern: Sie benötigen weder Samen noch teure Pflanzen aus der Gärtnerei.
  • Nachhaltigkeit: Schneideabfälle werden sinnvoll verwendet und nicht weggeworfen.
  • Individuelle Pflanzen: Sie erhalten identische Nachkommen Ihrer Lieblingspflanzen.
  • Gemeinschaft: Teilen Sie Stecklinge mit Freunden und Nachbarn und fördern Sie das Miteinander.

Tipps für eine erfolgreiche Vermehrung

  • Der richtige Zeitpunkt: Ziehen Sie Stecklinge vorzugsweise während der Wachstumsperiode (Frühling und Sommer).
  • Saubere Werkzeuge: Scharfe, sterile Scheren oder Messer verhindern Schäden und Krankheiten.
  • Bewurzelungshormon: Optional, kann aber vor allem bei anspruchsvolleren Pflanzen wie Rosen oder Hortensien das Wurzelwachstum fördern.
  • Geduld: Manche Pflanzen bewurzeln schnell, andere brauchen mehrere Wochen.
  • Pflege: Halten Sie das Substrat feucht aber nicht nass und wechseln Sie bei Wasserbewurzelung regelmäßig das Wasser.

So gestalten Sie Ihren grünen Traumgarten aus Stecklingen

Haben Ihre Stecklinge Wurzeln geschlagen und neue Triebe gezeigt, können Sie Ihren Garten vielfältig und attraktiv gestalten:

  • Nutzen Sie hängende Efeututen und hohe Weiden für vertikales Grün.
  • Pflanzen Sie Duftfavoriten wie Lavendel, Rosmarin und Rosen für Atmosphäre.
  • Setzen Sie Sukkulenten und Geranien für bunte Akzente.
  • Integrieren Sie Minze und Basilikum in Töpfe oder Ecken, um immer frische Kräuter griffbereit zu haben.

Mit ein wenig Kreativität wird Ihr Garten so zu einer grünen Wohlfühloase – und zwar ohne große Ausgaben.

Fazit: Legen Sie noch heute los und gestalten Sie Ihren kostenlosen Garten

Ein blühender Garten muss nicht teuer sein. Mit diesen zehn einfach zu vermehrenden Pflanzen – Lavendel, Minze, Rosmarin, Efeutute, Geranie, Hortensie, Basilikum, Weide, Sukkulenten und Rose – schaffen Sie eine vielfältige und lebendige Grünfläche ganz ohne Kaufaufwand. Ob aus Spargründen, Nachhaltigkeit oder Freude am Selberziehen – die Vermehrung durch Stecklinge ist der ideale Einstieg. Also schnappen Sie sich eine Schere, wählen Sie eine gesunde Pflanze aus und legen Sie los. Ihr grüner Rückzugsort wartet schon!