Wie Sie einen Pistazienbaum aus gekauften Pistazien ziehen
Einen Pistazienbaum aus im Handel erhältlichen Pistazien zu ziehen, kann eine spannende und lehrreiche Aufgabe sein. Auch wenn es einige Zeit und Geduld erfordert, ist der Vorgang relativ einfach und kann am Ende zu einem kräftigen Baum führen, der leckere Nüsse produziert. In dieser Anleitung erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie von der Saatvorbereitung bis zur Pflege erfolgreich einen Pistazienbaum aus gekauften Pistazien ziehen.
Grundlagen zu Pistazienbäumen
Bevor Sie mit der Pflanzung beginnen, ist es hilfreich, die wichtigsten Eigenschaften von Pistazienbäumen zu kennen. Pistazien (Pistacia vera) stammen aus dem Nahen Osten und Zentralasien und gedeihen besonders gut in heißen, trockenen Klimazonen mit langen Sommern und milden Wintern. Die Bäume wachsen langsam, erreichen Höhen von bis zu neun Metern und können über 100 Jahre alt werden. Pistazien sind zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen an getrennten Bäumen. Für die Nussproduktion benötigen Sie daher sowohl einen männlichen als auch einen weiblichen Baum.
Können Sie wirklich einen Pistazienbaum aus gekauften Pistazien ziehen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, aber mit Vorbehalt. Die meisten im Handel erhältlichen Pistazien sind geröstet und gesalzen, wodurch die Samen nicht mehr keimfähig sind. Roh, ungeröstete und ungesalzene Pistazien eignen sich jedoch zum Anpflanzen. Beachten Sie, dass es selbst bei keimfähigen Samen mehrere Jahre dauern kann, bis der Baum reif ist und Nüsse produziert.
Schritt 1: Die richtigen Pistazien auswählen
Für den Start sollten Sie rohe, ungeröstete und ungesalzene Pistazien kaufen. Diese finden Sie manchmal in Reformhäusern, spezialisierten Lebensmittelgeschäften oder online. Achten Sie darauf, dass die Pistazien noch in ihrer Schale sind, da geschälte Samen schlechter keimen.
Schritt 2: Vorbereitung der Pistaziensamen
Vor dem Einpflanzen sollten die Samen behandelt werden, um die Keimung zu fördern. Gehen Sie so vor:
- Einweichen: Legen Sie die rohen Pistaziensamen 24 Stunden in lauwarmes Wasser ein. So wird die harte Schale aufgeweicht und die Keimung erleichtert.
- Kaltstratifizierung: Nach dem Einweichen wickeln Sie die Samen in ein feuchtes Papiertuch, legen sie in einen Plastiksack und bewahren sie für etwa 4 bis 6 Wochen im Kühlschrank auf. Prüfen Sie regelmäßig, dass das Tuch feucht bleibt.
- Keimprüfung: Nach der Kaltphase kontrollieren Sie die Samen. Sichtbare Wurzeln oder Triebe sind ein Zeichen, dass der Samen zum Pflanzen bereit ist.
Schritt 3: Aussaat der gekeimten Pistaziensamen
Nach erfolgreicher Keimung folgt die Pflanzung:
- Topf wählen: Beginnen Sie mit einem kleinen Topf (10–15 cm Durchmesser) mit Drainagelöchern. Später muss der Baum in größere Töpfe oder ins Freie umgesetzt werden.
- Boden vorbereiten: Pistazienbäume bevorzugen gut durchlässige, sandige oder lehmige Erde mit einem pH-Wert zwischen 7 und 8. Eine Mischung aus Kakteenerde und Perlit oder Sand ist ideal.
- Saat setzen: Pflanzen Sie den gekeimten Samen etwa 2–3 cm tief mit dem Keim nach oben. Bedecken Sie ihn locker mit Erde und gießen Sie behutsam.
- Warmer Standort: Der Samen braucht Wärme. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Platz, etwa auf eine Fensterbank, die viel Licht erhält. In kühlen Regionen kann eine Wärmematte helfen, die Bodentemperatur konstant bei 24–29°C zu halten.
Schritt 4: Pflege des Pistazienkeimlings
Um aus dem Keimling einen gesunden Baum zu entwickeln, benötigen Sie folgende Pflege:
- Bewässerung: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht trocken ist.
- Licht: Pistazien brauchen viel Sonnenlicht – mindestens 6 bis 8 Stunden täglich. Beim Anbau drinnen kann eine Pflanzenlampe nützlich sein.
- Düngung: Sobald der Keimling einige Blätter entwickelt hat, düngen Sie monatlich mit einem ausgewogenen, wasserlöslichen Dünger in halber Konzentration während der Wachstumsperiode (Frühling und Sommer).
- Auslichten: Schneiden Sie schwache oder abgestorbene Triebe zurück, um gesundes Wachstum und eine schöne Baumform zu fördern.
Schritt 5: Umpflanzen und langfristige Pflege
Mit dem Wachstum benötigt Ihr Pistazienbaum mehr Platz:
- Umpflanzen: Bei etwa 30 cm Höhe setzen Sie den Baum in einen größeren Topf oder ins Beet um. Wählen Sie einen sonnigen, gut drainierten Standort. Pflanzen Sie Bäume im Freien mit einem Abstand von 4,5 bis 6 Metern.
- Langzeitpflege: Einmal etabliert, sind Pistazienbäume eher trockenheitsverträglich. Junge Pflanzen brauchen jedoch regelmäßiges, gründliches Gießen mit längeren Trockenphasen dazwischen. Düngen Sie jährlich im Frühjahr.
- Schädlings- und Krankheitskontrolle: Kontrollieren Sie die Pflanze regelmäßig auf Blattläuse, Schildläuse und Spinnmilben. Bei Bedarf helfen insektizide Seifen oder Neemöl. Achten Sie bei feuchtem Klima auf Pilzbefall und sorgen Sie für ausreichend Luftzirkulation.
Schritt 6: Bestäubung und Nussproduktion
Pistazien tragen normalerweise erst nach 7 bis 10 Jahren Früchte. Da die Bäume zweihäusig sind, benötigen Sie sowohl einen männlichen als auch einen weiblichen Baum für die Nussproduktion. Der männliche Baum produziert den Pollen, der mit dem Wind zur weiblichen Blüte getragen wird. Haben Sie nur Platz für einen Baum, können Sie die Bestäubung auch manuell mit einem kleinen Pinsel durchführen, indem Sie Pollen vom männlichen zum weiblichen Baum übertragen.
Fazit
Einen Pistazienbaum aus handelsüblichen Pistazien zu ziehen, ist ein langfristiges Projekt, das viel Geduld erfordert, jedoch lohnende Ergebnisse bringen kann. Durch sorgfältige Auswahl, Vorbereitung und Pflege Ihrer Samen können Sie einen einzigartigen Baum heranziehen, der Ihrem Garten das Besondere verleiht und möglicherweise eigene, köstliche Pistazien liefert. Folgen Sie den beschriebenen Schritten und freuen Sie sich mit etwas Ausdauer auf Ihre eigene Pistazienernte.
