Lavendel gehört zu den beliebtesten Gartenpflanzen überhaupt. Mit seinen duftenden violetten Blüten verschönert er Beete, Balkone und Terrassen und zieht gleichzeitig Bienen und Schmetterlinge an. Doch viele Hobbygärtner erleben jedes Jahr dieselbe Enttäuschung: Der Lavendel wächst zwar, bildet aber nur wenige oder gar keine Blüten. Oft steckt dahinter ein kleiner Pflegefehler, der leicht zu beheben ist.
Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum
Um Lavendel richtig zu pflegen, lohnt sich ein Blick auf seine Herkunft. Die Pflanze wächst ursprünglich auf sonnigen, trockenen und eher kargen Böden. Deshalb benötigt sie ganz andere Bedingungen als viele andere Gartenpflanzen.
Der häufigste Fehler: Zu viel Wasser
Viele Gärtner meinen es zu gut und gießen Lavendel regelmäßig. Genau das kann jedoch das Blütenwachstum bremsen.
Staunässe schadet den Wurzeln und verhindert, dass sich die Pflanze optimal entwickelt. Besonders schwere, lehmige Böden speichern viel Feuchtigkeit und sind für Lavendel ungeeignet.
Lassen Sie den Boden zwischen den Wassergaben gut abtrocknen. Ausgewachsene Lavendelpflanzen benötigen meist nur während längerer Trockenperioden zusätzliches Wasser.
Ein sonniger Standort ist entscheidend
Lavendel liebt die Sonne. Er sollte täglich mindestens sechs bis acht Stunden direktes Sonnenlicht erhalten.
Steht die Pflanze dauerhaft im Halbschatten oder Schatten, wächst sie zwar oft weiter, bildet aber deutlich weniger Blüten.
Zu viel Dünger schadet
Ein weiterer häufiger Fehler ist übermäßiges Düngen. Stickstoffreiche Dünger fördern vor allem das Blattwachstum.
Die Folge: Der Lavendel entwickelt viele grüne Triebe, aber nur wenige Blüten.
In den meisten Gärten reicht eine sehr sparsame Düngung im Frühjahr völlig aus.
Der richtige Rückschnitt
Lavendel sollte jedes Jahr geschnitten werden. Ohne regelmäßigen Rückschnitt verholzt die Pflanze zunehmend und bildet immer weniger neue Blütentriebe.
Der beste Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist nach der Blüte. Schneiden Sie die verblühten Triebe zurück, aber vermeiden Sie einen tiefen Schnitt in das alte, braune Holz, da dieses oft nicht mehr austreibt.
Der Boden sollte gut durchlässig sein
Schwere Böden lassen sich verbessern, indem Sand oder feiner Kies eingearbeitet wird. Dadurch kann überschüssiges Wasser besser abfließen und die Wurzeln bleiben gesund.
Auch eine Drainageschicht im Pflanzloch kann hilfreich sein.
Geduld bei jungen Pflanzen
Neu gepflanzter Lavendel konzentriert sich zunächst auf die Entwicklung seines Wurzelsystems. Deshalb fällt die erste Blüte oft noch eher sparsam aus.
Ab dem zweiten oder dritten Jahr entwickeln sich die Pflanzen meist deutlich üppiger.
Weitere Pflegetipps
- Verwelkte Blüten regelmäßig entfernen.
- Für ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen sorgen.
- Staunässe unbedingt vermeiden.
- Im Winter auf guten Wasserabzug achten.
- Nur sparsam düngen.
Fazit
Wenn Lavendel nur wenige Blüten bildet, liegt das häufig nicht an der Pflanze selbst, sondern an zu viel Wasser, einem schattigen Standort oder einem fehlenden Rückschnitt. Mit einem sonnigen Platz, gut durchlässigem Boden und einer zurückhaltenden Pflege entwickelt sich Lavendel zu einem dichten, aromatischen Strauch, der Jahr für Jahr mit einer üppigen violetten Blütenpracht begeistert.