9,80 €. So viel kosten zwei Currywürste mit Pommes an der Bude gegenüber vom Schwimmbad, für zwei Personen, ohne Getränk. Wir sind zu viert. Ein Freitagabend dort kostet uns also gut zwanzig Euro, und die Kinder sind danach halb satt, weil die Portionen für Erwachsene gedacht sind und der Rest in der Pappschale bleibt.
Zu Hause komme ich für alle vier auf 6,58 €, also 1,65 € pro Person. Die Sauce rühre ich selbst: Ketchup, Tomatenmark, Currypulver, Paprikapulver und ein Schluck Apfelsaft, fünf Minuten im kleinen Topf. Fertige Currysauce im Glas kostet um 1,99 € für 250 ml. Allein dabei spare ich mehr, als meine ganze Sauce kostet.

Das Grundrezept für die Sauce
Die Mengen für vier Personen, alles nach Augenmaß, du kannst nichts kaputt machen: eine kleine Zwiebel fein gewürfelt, in etwas Öl glasig gedünstet. Dann 2 EL Tomatenmark eine Minute mitrösten, bis es dunkler wird. 2 gehäufte Teelöffel Currypulver und 1 Teelöffel Paprikapulver edelsüß dazu, kurz umrühren, aber wirklich nur kurz. Gewürze verbrennen im heißen Topf innerhalb von Sekunden und schmecken dann bitter.
Anschließend 200 g Ketchup und 100 ml Apfelsaft angießen, dazu ein Teelöffel Essig und eine Prise Salz. Fünf Minuten leise köcheln lassen, bis die Sauce so dick ist, dass sie am Löffel hängen bleibt. Das war es. Wer es glatt mag, nimmt kurz den Pürierstab, dann verschwinden die Zwiebelstücke.
Mein erster Versuch war deutlich zu süß, weil ich den halben Becher Apfelsaft in den Topf gekippt habe. Ketchup bringt schon reichlich Zucker mit, der Saft ist nur dafür da, die Sauce flüssig zu bekommen und ihr eine leichte Fruchtnote zu geben. 100 ml, mehr nicht. Der Teelöffel Essig ist genauso wichtig wie das Curry, er hält das Ganze im Gleichgewicht.
Ich koche die doppelte Menge, seit ich weiß, wie schnell sie weggeht. Die Hälfte kommt in ein sauberes Schraubglas und hält sich im Kühlschrank gut eine Woche. Damit bekomme ich am Dienstag Bratkartoffeln oder ein paar Frikadellen aufgewertet, ohne noch einmal am Herd zu stehen. Der Aufwand ist derselbe, die Zwiebel schneidet man sowieso, und der Topf muss ohnehin gespült werden.
So kommt alles gleichzeitig auf den Tisch
- Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
- Die tiefgekühlten Pommes in einer einzigen Schicht auf das Blech schütten. Sie dürfen sich berühren, aber nicht übereinander liegen, sonst dämpfen sie sich gegenseitig weich. Lieber ein zweites Blech nehmen.
- Pommes 25 Minuten backen, nach 15 Minuten einmal mit dem Pfannenwender durchschieben.
- Nach 10 Minuten Backzeit die Bratwürste dazulegen, entweder auf ein zweites Blech oder an den Rand des ersten. Dann sind Würste und Pommes gleichzeitig fertig und du brauchst keine Pfanne.
- In der Zwischenzeit die Sauce nach dem Grundrezept oben kochen und warm stehen lassen.
- Würste in fingerdicke Scheiben schneiden, Sauce darüber, mit einer Prise Currypulver bestäuben. Pommes daneben, Salz an den Tisch.
Fünf Varianten der Sauce
- Für Kinder, die kein Curry mögen: Nimm nur einen halben Teelöffel Currypulver in die Sauce und stell die Dose auf den Tisch. Meine Tochter isst die Sauce seitdem mit, mein Sohn schüttet sich Curry drauf, bis der Teller orange ist. Ein Topf, zwei Geschmäcker.
- Schärfer: Eine Messerspitze Cayennepfeffer oder Chilipulver zusammen mit dem Curry mitrösten.
- Fruchtiger: 1 EL Apfelmus statt des Apfelsafts, dazu 2 EL Wasser. Schmeckt runder und ist noch günstiger, wenn ohnehin ein Glas Apfelmus offen steht.
- Dunkler und würziger: 1 Teelöffel Zuckerrübensirup mitkochen. Gibt der Sauce Tiefe und die dunkle Farbe, die man von der Bude kennt.
- Ganz ohne Saft: 100 ml Wasser plus ein halber Teelöffel Zucker. Funktioniert genauso, falls kein Saft im Haus ist.
Varianten bei Wurst und Beilage
- Fleischwurst statt Bratwurst: Ein Ring Fleischwurst kostet um 1,79 € und reicht für vier. In dicke Scheiben schneiden und kurz in der Pfanne anbraten. Das drückt den Teller auf etwa 1,25 €.
- Wiener Würstchen: Ein Glas für 1,49 € geht auch, dann hast du das schnellste Abendessen überhaupt. Die Kinder mögen sie sogar lieber als Bratwurst.
- Kartoffelspalten statt Pommes: 1 kg festkochende Kartoffeln für 1,20 € in Spalten schneiden, mit 2 EL Öl, Salz und Paprikapulver mischen und 35 Minuten bei 200 °C backen. Spart gegenüber der TK-Packung noch einmal 60 Cent, kostet dafür zehn Minuten Schnippeln. Wie ich sie genau würze, steht bei den Ofenkartoffeln mit Kräuterquark.
- Nur Brötchen dazu: Vier Brötchen für 1,00 €, die Sauce wird damit aufgetunkt. Sättigt genauso und macht das Blech frei.
Wo genau das Geld gespart wird
Der größte Posten sind die sechs Bratwürste mit 3,30 €. Bei uns bekommen die Erwachsenen zwei, die Kinder je eine, und das reicht mit den Pommes gut aus. Wer beim Discounter die Eigenmarke nimmt statt der Markenwurst, zahlt für dieselbe Menge oft einen Euro weniger. Ich vergleiche dabei immer den Kilopreis auf dem Preisschild, nicht den Packungspreis, weil die Packungsgrößen zwischen 400 und 500 g schwanken.
Der zweite Sparposten ist die Sauce. 200 g Ketchup kosten mich 0,52 €, dazu Tomatenmark, Gewürze und Saft für zusammen etwa 0,60 €. Zwei Gläser Fertigsauce, die man für vier Personen bräuchte, kosten dagegen knapp 4 €. Das ist Geld, das man an einem einzigen Abend spart, ohne dass es jemand am Tisch merkt.
Was ich nicht spare: bei den Pommes das Blech. Wer 1 kg auf ein einziges Blech kippt, bekommt weiche, blasse Pommes und ist enttäuscht, obwohl die Packung nichts dafür kann. Zwei Bleche oder zwei Durchgänge, und die Sache sieht anders aus. Wenn du nur einen Ofen hast: Erst die Pommes, dann die Würste in derselben Hitze zehn Minuten nachlegen, sie halten sich warm genug.
Und ein Preisvergleich, der mich selbst überrascht hat: Currywurst mit Pommes aus dem Tiefkühlregal als Fertiggericht liegt bei etwa 2,80 € pro Portion. Selbst mit Bratwurst und gekaufter TK-Pommes bin ich bei 1,65 € und habe die doppelte Menge auf dem Teller.
Wie machst du es mit dem Curry, kommt es bei euch in die Sauce oder erst auf den Teller? Bei uns ist das inzwischen eine Grundsatzfrage am Freitagabend.
Mehr Rezepte, die in einer halben Stunde fertig sind, findest du in der Kategorie günstige Abendessen, zum Beispiel die Gnocchi-Pfanne mit Paprika und Tomaten.
