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Einkaufen & Sparen

So planst du deinen Wocheneinkauf (und sparst dabei wirklich)

Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie auf dem Küchentisch: Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Nudeln, Dosentomaten, Milch und Eier

Samstagmorgen, halb zehn, Aldi in Hörde. Ich stehe vor dem Kühlregal und lege zum dritten Mal in vier Wochen einen Becher Kräuterquark in den Wagen, weil ich nicht mehr weiß, ob zu Hause noch einer steht. Zu Hause standen dann drei. Zwei davon sind in den Müll gewandert.

So lief das bei mir jahrelang. Ohne Zettel los, im Laden überlegt, was wohl passen könnte, und an der Kasse leuchteten 120 bis 130 Euro. Am Dienstagabend habe ich trotzdem vor einem vollen Kühlschrank gestanden und nicht gewusst, was ich kochen soll. Eine Rolle Blätterteig, ein halber Kohlrabi, Nudeln ohne alles. Zusammen ergab das kein Abendessen.

Wir sind zu viert, mein Mann und ich, dazu die beiden Kinder mit sechs und neun. Heute liege ich bei rund 90 Euro die Woche und werfe fast nichts mehr weg. Der Unterschied liegt nicht an der Kasse und auch nicht an irgendeiner App. Er liegt an zwanzig Minuten am Sonntagabend, wenn die Kinder im Bett sind.

Mein Ablauf in fünf Schritten

  1. In den Kühlschrank gucken, bevor irgendetwas geplant wird. Ich mache die Tür auf, gehe die Fächer von oben nach unten durch und schreibe auf, was zuerst weg muss. Dasselbe mit der Gemüseschublade, der Tiefkühlschublade und dem Regal mit den Konserven. Das dauert keine zehn Minuten. Letzte Woche fand ich einen halben Weißkohl, drei einsame Möhren, einen angebrochenen Becher Schmand und zwei Tomaten, die keiner mehr roh essen wollte. Daraus wurde am Montag eine bunte Gemüsesuppe aus Kühlschrankresten — und die Liste war um vier Posten kürzer, bevor ich sie überhaupt angefangen hatte.
  2. Erst danach den Plan schreiben, mit dem Prospekt daneben. Die Reihenfolge ist der eigentliche Trick: Kühlschrank, dann Angebote, dann Plan. Wenn Hackfleisch in der Woche günstig ist, plane ich Bolognese ein. Wenn nicht, kommt sie eben in zwei Wochen dran. Ich plane sieben Abende, koche aber nur an vier Tagen richtig: Einmal mache ich die doppelte Menge und wärme am nächsten Tag auf, freitags gibt es Brotzeit, und ein Abend ist bewusst der günstige — Aglio e Olio zum Beispiel, das kostet uns keine 80 Cent pro Teller. Wenn du eine fertige Vorlage möchtest: Mein Wochenplan mit sieben Abendessen für 40 Euro ist genau nach diesem Muster gebaut.
  3. Den Plan gegen den Vorrat rechnen. Ich gehe jedes Gericht durch und streiche alles, was schon da ist. Klingt banal, spart bei mir aber jede Woche zehn bis fünfzehn Euro. Nudeln stehen hier fast immer im Schrank, Mehl sowieso, und Dosentomaten habe ich in einer schwachen Minute mal zu sechst gekauft. Zwiebeln dagegen prüfe ich seit Jahren zu selten. Ich bin jedes Mal überzeugt, dass welche da sind, und dann liegt eine einzige schrumpelige in der Schale.
  4. Die Liste in der Reihenfolge des Ladens schreiben. Dazu gleich mehr, das ist der Schritt, der mir am meisten Zeit gespart hat.
  5. Einmal groß, einmal klein einkaufen. Der große Einkauf ist bei mir Montagvormittag, direkt nach dem Bringen, wenn der Laden noch leer ist. Donnerstag gehe ich kurz für Milch, Brot und Obst — mit einem Zettel, auf dem drei Sachen stehen, und mit einem Zehner in der Tasche. Kein Wagen, nur ein Korb. Das ist der wichtigste Teil daran: Mit einem Korb kaufe ich nichts, was ich nicht tragen will.
Blick in den Kühlschrank vor der Wochenplanung: halber Weißkohl, drei Möhren, ein angebrochener Becher Schmand und zwei Tomaten
Erst gucken, was da ist. Bei uns lagen letzte Woche ein halber Weißkohl und drei Möhren ganz hinten im Fach.

Die Liste, die wirklich funktioniert

Ich habe meine Listen jahrelang nach Rezepten geschrieben. Unter „Linsenbolognese“ standen Nudeln, rote Linsen, Möhren, Zwiebeln, Dosentomaten. Unter „Kartoffelgratin“ Kartoffeln, Milch, Käse. Im Laden bin ich dann von der Gemüseabteilung ans Kühlregal, zurück zu den Konserven und wieder ans Kühlregal gelaufen. Und weil das nervt, habe ich irgendwann angefangen, einfach Dinge mitzunehmen, die ungefähr passen.

Seit ich nach Abschnitten sortiere, gehe ich einmal durch den Laden und bin fertig. Die Reihenfolge ist bei uns im Aldi immer dieselbe, und meine Liste läuft genauso.

Abschnitt (in Laufrichtung) Was fast jede Woche draufsteht Etwa
Obst & Gemüse 2 kg Kartoffeln, 1 kg Möhren, 1 kg Zwiebeln, 2 kg Äpfel, Bananen, ein Kohl oder Lauch 16,00 €
Backwaren Mischbrot, Toastbrot 3,00 €
Kühlregal 4 l Milch, 10 Eier, Butter, Quark, Joghurt, Gouda am Stück 22,00 €
Fleisch & Wurst 500 g Hackfleisch, Schinkenwürfel, ein Päckchen Wiener 12,00 €
Tiefkühl Erbsen, Rahmspinat, manchmal Beeren 5,00 €
Trockenware & Konserven Nudeln, Reis, Mehl, Dosentomaten, Linsen, Brühe 12,00 €
Rest (Frühstück, Haushalt) Kaffee, Müsli, Spülmittel, Waschmittel im Wechsel 18,00 €
Summe 88,00 €

Preise Aldi und Lidl in Dortmund, Stand Mai 2026. Je nach Woche liege ich zwischen 84 und 96 Euro.

Was der Plan zusätzlich braucht, kommt in denselben Abschnitt dazu: die roten Linsen unter Trockenware, die Zucchini unter Gemüse. Ganz unten auf dem Zettel steht bei mir eine einzelne Zeile: „Fehlt was für Freitag?“ Freitag ist Brotzeit, und genau da vergesse ich zuverlässig irgendetwas — meistens den Senf.

Katrins Tipp: Häng einen Zettel und einen Stift an den Kühlschrank und mach eine feste Regel daraus: Wer etwas leer macht, schreibt es drauf. Bei uns hängt der Zettel seit anderthalb Jahren, und seitdem ist der dritte Becher Kräuterquark nie wieder vorgekommen. Am Sonntag übernehme ich einfach, was draufsteht — das ist der halbe Einkaufszettel, bevor ich überhaupt anfange.

Ich schreibe auf Papier, gefaltet auf Postkartengröße, und hake ab. Auf dem Handy hat es bei mir nie geklappt: Sobald ich im Laden das Telefon in der Hand halte, gucke ich nach Nachrichten und stehe zwei Minuten später mit einem Sonderangebot im Wagen, das ich nicht brauche.

Angebote: wann sie sich lohnen und wann nicht

Ein Angebot spart nur dann Geld, wenn ich die Sache sowieso gekauft hätte. Das klingt selbstverständlich, ist es im Laden aber überhaupt nicht: 30 Prozent Rabatt auf etwas, das nicht im Plan steht, sind trotzdem 100 Prozent Ausgabe. Ich entscheide an zwei Fragen. Steht es auf meinem Plan? Und hält es bis dahin, oder kann ich es einfrieren?

Angebot Normal Aktion Meine Entscheidung
Butter, 250 g 2,19 € 1,69 € Ja, drei Stück. Butter friert problemlos ein.
Gouda am Stück, 400 g 3,49 € 2,79 € Ja, einen. Wird hier jede Woche gerieben.
Hackfleisch, 500 g 4,29 € 3,49 € Ja, zwei. Eins wandert direkt ins Gefrierfach.
Himbeeren, 250 g 2,49 € 1,99 € Nein. Kein Platz im Plan, und in zwei Tagen sind sie matschig.
Nudelsauce im Glas 1,29 € 0,89 € Nein. Eine Dose Tomaten für 55 Cent reicht mir für vier Teller.
Waffeleisen 24,99 € 16,99 € Nein. Ich habe eins, und es tut es noch.

Aldi und Lidl, Dortmund, Stand Mai 2026.

Der zweite Blick geht immer auf den Grundpreis, diese kleine Zahl unten auf dem Regalschild. Da steht, was das Kilo oder der Liter kostet, und die Zahl lügt nicht. Ein Beispiel von letzter Woche: ein Kilo Reis für 2,19 Euro, direkt daneben eine 500-Gramm-Packung mit Aktionsschild für 1,39 Euro. Die Aktion sieht billiger aus, kostet aber 2,78 Euro das Kilo. Seit ich mir angewöhnt habe, kurz auf diese Zahl zu schauen, greife ich in gefühlt jedem zweiten Fall zur anderen Packung.

Ausgepackter Montagseinkauf auf der Küchenarbeitsplatte: Kartoffeln, Möhren, Nudeln, Mehl, Dosentomaten, Linsen, Milch, Eier und Butter
Der Montagseinkauf, ausgepackt: erst das Grundgerüst, dann das, was der Plan zusätzlich braucht.

Die typischen Fallen

Hungrig einkaufen

Mein persönlicher Rekord liegt bei 14,80 Euro für Dinge, die nicht auf der Liste standen. Darunter ein Sesamring, den ich noch auf dem Parkplatz im Auto gegessen habe. Ich gehe deshalb nicht mehr kurz vor dem Mittagessen los, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, esse ich vorher einen Apfel.

Der Mittelgang

Bei Aldi und Lidl liegt die Aktionsware in der Mitte, und sie ist genau so aufgebaut, dass man sie nicht übersehen kann. Bohrmaschinen, Fleecedecken, Gartenstühle im März. Ich schiebe den Wagen inzwischen außen herum. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich weiß, dass ich nach dreißig Sekunden anfange, mir eine Verwendung für die Fleecedecke auszudenken.

Großpackungen

Der 5-Kilo-Sack Kartoffeln kostet 4,49 Euro, also 90 Cent das Kilo. Zwei Kilo lose kosten 2,58 Euro, also 1,29 das Kilo. Auf dem Papier ist der Sack der klare Sieger. In unserer Küche nach Süden treiben die letzten anderthalb Kilo aber zuverlässig aus, bevor wir sie aufessen. Dann habe ich für 4,49 Euro dreieinhalb Kilo bekommen, also 1,28 das Kilo, und dazu ein schlechtes Gewissen. Bei Mehl, Nudeln, Reis und Waschmittel nehme ich die große Packung, bei allem Frischen die Menge, die wir wirklich schaffen.

Kinder im Schlepptau

Meine Kleine findet die Süßigkeiten in jedem Laden binnen einer Minute, egal wie oft umgeräumt wurde. Diskutieren im Gang hat bei uns nie funktioniert. Was funktioniert: Jedes Kind darf sich zu Hause einen Wunsch überlegen, bis 1,50 Euro, und schreibt ihn selbst auf die Liste. Damit ist die Sache entschieden, bevor wir im Laden stehen. Mein Großer hat außerdem das Abhaken übernommen und nimmt das ziemlich ernst — er kontrolliert mich am Band, ob wirklich alles da ist.

Was das im Monat ausmacht

Ich habe vier Wochen lang alle Kassenbons in eine Küchenschublade gelegt und danach zusammengerechnet. Das war unangenehm und gleichzeitig das Nützlichste, was ich in der Sache je gemacht habe.

Posten Vorher Jetzt
Großer Wocheneinkauf 96 € 79 €
Zwischendurch (Milch, Brot, „das nehm ich schnell mit“) 22 € 11 €
Pro Woche 118 € 90 €
Im Monat (4,3 Wochen) 507 € 387 €

Rund 120 Euro im Monat also. Ehrlich dazugesagt: Das ist ein Durchschnitt, und der stimmt nicht in jeder Woche. In den Ferien essen die Kinder mittags zu Hause, dann bin ich bei 100 bis 105 Euro. Im Dezember liege ich weit drüber und mache mir da auch nichts vor. Über die letzten sechs Monate gemittelt komme ich auf 91,40 Euro pro Woche.

Beim Bonzählen ist mir noch etwas aufgefallen. Der größere Teil der Ersparnis kommt gar nicht daher, dass ich billigere Produkte kaufe. Meine Marken sind dieselben geblieben, und Butter ist bei mir immer noch Butter. Der Löwenanteil steckt in den zwei Zeilen, über die niemand gern spricht: das doppelt Gekaufte und das Weggeworfene. Bei mir waren das zusammen gut zwanzig Euro die Woche, verteilt auf zwölf kleine Beträge — deshalb habe ich sie jahrelang nicht gesehen.

Die zwanzig Minuten am Sonntag sind übrigens auch Arbeit, das will ich nicht schönreden. Dafür bin ich im Laden inzwischen eine gute Viertelstunde schneller, weil ich nicht mehr vor Regalen stehe und grüble.

Letzten Sonntag hat mein Neunjähriger die Liste geschrieben, während ich in den Kühlschrank geguckt und ihm zugerufen habe, was noch da ist. Ganz oben, in einer eigenen Zeile und zweimal unterstrichen, stand „Waffeln“. Am Mittwoch gab es Waffeln. Standen ja auf der Liste.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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