2,49 € für 150 g Allgäuer Bergkäse. So stand es auf dem Schild, und ich habe das Stück tatsächlich eingepackt, weil ich zum ersten Mal „richtige“ Käsespätzle machen wollte. Umgerechnet 16,60 € das Kilo. Für einen Mittwochabend in Dortmund.
Das Urteil kam schnell. Mein Sohn hat einmal gerochen und gefragt, ob der Käse kaputt ist. Meine Tochter hat die Spätzle unter der Käseschicht hervorgeangelt und den Rest liegen lassen. Mein Mann hat tapfer aufgegessen. Ich habe seitdem nie wieder Bergkäse gekauft.
Was seitdem hier auf den Tisch kommt: Fertigspätzle aus dem Kühlregal, 400 g ganz normaler geriebener Gouda für 2,86 € und drei Zwiebeln, die ich selbst in der Pfanne röste. 1,66 € pro Portion, Fäden zieht es genauso, und der Teller ist leer.
Zuerst die Zwiebeln, alles andere kommt danach
Die gerösteten Zwiebeln sind der Teil, der aus billigen Käsespätzle gute Käsespätzle macht. Nicht der Käse. Fertige Röstzwiebeln aus der Tüte kosten 1,19 € für 150 g und schmecken nach Fett und Papier. Drei frische Zwiebeln kosten 36 Cent und brauchen fünfzehn Minuten Geduld.
Geduld ist hier wörtlich gemeint. Beim ersten Mal habe ich die Hitze hochgedreht, weil es schneller gehen sollte, und hatte nach sechs Minuten schwarze Ringe in der Pfanne, die bitter waren. Zwiebeln werden bei mittlerer bis niedriger Hitze goldbraun, langsam, mit gelegentlichem Rühren. Wenn sie anfangen zu duften wie eine Pommesbude, sind sie fertig.

Schritt für Schritt zu den Käsespätzle
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform bereitstellen, sie muss nicht gefettet werden.
- Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Halbringe schneiden. Die Butter mit einem Schuss Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, die Zwiebeln hineingeben, salzen und 12 bis 15 Minuten unter gelegentlichem Rühren rösten, bis sie goldbraun und weich sind. Pfanne vom Herd ziehen.
- Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Die frischen Spätzle darin nach Packungsangabe erhitzen — das dauert meist nur zwei bis drei Minuten, sie sind ja vorgegart. Abgießen und kurz abtropfen lassen.
- Die heißen Spätzle sofort mit der Milch mischen. Der Schuss Milch klingt seltsam, verhindert aber, dass sie beim Schichten zusammenkleben, und macht die fertigen Spätzle saftiger.
- Ein Drittel der Spätzle in die Form geben, salzen, pfeffern, etwas frisch geriebene Muskatnuss darüber, dann ein Drittel des Käses und ein Drittel der Zwiebeln darauf verteilen.
- Diese Reihenfolge zweimal wiederholen. Die oberste Schicht sind Käse und Zwiebeln. Drücke nichts fest — je lockerer die Schichten liegen, desto besser läuft der Käse dazwischen.
- Die Form für 10 bis 12 Minuten in den heißen Ofen schieben. Fertig ist es, wenn der Käse durchgehend geschmolzen ist und an den Rändern kleine braune Flecken hat.
- Aus dem Ofen nehmen und zwei Minuten stehen lassen, bevor du portionierst. Direkt aus dem Ofen zieht der Käse zwar spektakulär Fäden, ist aber so heiß, dass sich Kinder den Mund verbrennen. Ich weiß das von einem Donnerstag im Februar.

Warum der billige Reibekäse hier funktioniert
Bergkäse ist ein Käse für Erwachsene, die ihn bewusst schmecken wollen. In Käsespätzle für eine Familie sitzt er zwischen Nudeln und Zwiebeln, und was bei ihm besonders ist — der lange gereifte, kräftige Geschmack — kommt bei Kindern als „schmeckt komisch“ an.
Junger Gouda oder Emmentaler schmilzt außerdem besser. Er zieht Fäden, wird gleichmäßig cremig und trennt sich nicht in Fett und Klumpen, was länger gereiftem Käse gern passiert. 250 g geriebener Gouda kosten bei uns 1,79 €, für dieses Rezept brauche ich 400 g. Wer noch mehr sparen will, kauft ein Stück Gouda am Block und reibt selbst: Der Kilopreis liegt oft einen Euro niedriger als bei der geriebenen Ware.
Ein Löffel geriebener Hartkäse obendrauf — der günstige im Streuer, nicht der teure am Stück — bringt trotzdem etwas Würze, wenn du das Gefühl hast, es fehlt etwas. Bei mir steht so ein Streuer sowieso im Kühlschrank, weil er auf jede Nudel passt.
Wo hier gespart wird
Der größte Hebel steckt in den Spätzle selbst. Frische Spätzle aus dem Kühlregal kosten 1,49 € für 500 g, ich brauche zwei Packungen. Trockene Spätzle aus dem Beutel kosten nur 0,99 € für 500 g und tun es hier auch — sie werden etwas fester, was manche sogar lieber mögen. Damit rutschst du auf 1,41 € pro Portion.
Selbst gemachte Spätzle sind noch billiger: 400 g Mehl, 4 Eier, Salz, Wasser — das sind rund 1,35 € für die gleiche Menge. Dafür brauchst du eine Spätzlepresse oder ein Brett und dreißig Minuten. Ich mache das an Wochenenden, unter der Woche nie. Wenn du es probieren willst, steht das Verfahren bei den Käsespätzle aus der Pfanne genauer beschrieben.
Der Fehler, den ich lange gemacht habe: zu wenig Käse und dafür teuren Käse. 200 g Bergkäse für 3,30 € ergeben trockene Spätzle mit ein paar würzigen Stellen. 400 g Gouda für 2,86 € ergeben das, was man eigentlich will — jede Gabel voll Käse. Bei diesem Gericht ist die Menge wichtiger als die Sorte.
Und bitte nicht in die Sahnefalle tappen. In vielen Rezepten wird zusätzlich ein Becher Sahne über die Schichten gegossen. Das kostet 1,19 € extra und macht die Spätzle nur schwer. Die 100 ml Milch für 12 Cent leisten dasselbe.
Was du dazu stellen kannst
Ein einfacher grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing, wenn ein Kopfsalat da ist. Oder Gurkenscheiben mit etwas Salz, was bei uns häufiger vorkommt, weil eine Gurke 79 Cent kostet und länger hält. Beides braucht es nicht, aber es macht den Teller bunter.
Was ich als Nächstes ausprobieren möchte: eine Lage angeschmorter Weißkohlstreifen zwischen die Spätzle, so wie es die Krautspätzle in Süddeutschland vormachen. Ein Viertel Kohlkopf kostet 25 Cent, streckt die Form um ein Drittel und passt geschmacklich zu den Zwiebeln. Wenn du das vor mir testest, schreib mir gern, ob deine Kinder mitgemacht haben. Weitere Ideen mit Nudeln findest du unter Nudelgerichte, zum Beispiel die Makkaroni mit Käsesauce für Tage, an denen der Ofen aus bleiben soll.
