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Günstige Abendessen 0,77 € / Portion

Apfelpfannkuchen: wenn es abends mal süß sein darf

Apfelpfannkuchen mit Zimtzucker auf einem weißen Teller
Vorbereitung: 10 Min.Kochzeit: 20 Min.Gesamt: 30 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Weizenmehl 300 g 0,33 €
Milch 500 ml 0,58 €
Eier 4 Stück 0,92 €
Äpfel 700 g (4 mittelgroße) 0,99 €
Zucker 60 g 0,06 €
Öl oder Butterschmalz zum Braten 4 TL 0,15 €
Zimt, Salz 2 TL, 1 Prise 0,05 €
Gesamtkosten: 3,08 € 0,77 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Mai 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Donnerstagabend, kurz vor sechs, ich mache den Kühlschrank auf: eine angebrochene Milchpackung, vier Eier, ein Rest Butter. In der Obstschale liegen fünf Äpfel, die keiner mehr anfasst, weil sie schrumpelig geworden sind. Der große Einkauf ist erst am Samstag.

Genau aus dieser Auswahl entsteht bei uns Apfelpfannkuchen. Nicht als Notlösung, sondern als das Essen, das sich Jonas wünscht, wenn er sich etwas wünschen darf. Drei Euro und acht Cent für vier Personen, dazu Zimtzucker aus dem Streuer.

Weil ich dazu regelmäßig gefragt werde, beantworte ich hier gleich alles der Reihe nach.

Ist ein süßes Hauptgericht wirklich ein Abendessen?

In Deutschland: ja, und zwar seit Generationen. Milchreis, Grießbrei, Pfannkuchen, Dampfnudeln — das stand bei meiner Oma mittags auf dem Tisch und niemand hätte es Nachtisch genannt. Mit vier Eiern und einem halben Liter Milch im Teig ist ein Apfelpfannkuchen jedenfalls kein Löffelchen zum Abschluss, sondern ein voller Teller, nach dem hier keiner mehr nachfragt.

Bei uns gibt es das etwa alle zwei Wochen, meist donnerstags, wenn der Kühlschrank leer wird. Mein Mann war der Einzige, den ich überzeugen musste. Sein Argument: „Das ist doch kein richtiges Essen.“ Nach dem dritten Mal hat er sich Nachschlag genommen und das Thema war erledigt.

Warum war mein erster Apfelpfannkuchen innen roh?

Weil ich die Äpfel zu dick geschnitten hatte. Ich hatte Spalten gemacht, gut einen Zentimeter breit, so wie für Apfelkuchen. Der Teig war nach vier Minuten goldbraun, die Äpfel darin aber noch fest und mehlig-roh. Lina hat einmal abgebissen, die Gabel hingelegt und gefragt, ob das so sein soll.

Seitdem schneide ich die Äpfel in dünne Ringe oder Scheiben, höchstens einen halben Zentimeter. Die werden im heißen Fett weich, bevor der Teig durch ist. Das ist der ganze Trick, und es ist der einzige Punkt, an dem dieses Rezept schiefgehen kann.

Apfelscheiben in der Pfanne, mit Pfannkuchenteig übergossen
Erst die Apfelscheiben, dann der Teig darüber — nicht zu dick.

Wie geht der Apfelpfannkuchen Schritt für Schritt?

  1. Mehl, Zucker, eine Prise Salz und die Eier in eine Schüssel geben. Die Milch nach und nach dazugießen und mit dem Schneebesen glatt rühren. Erst die Hälfte der Milch, dann den Rest — so gibt es keine Klümpchen.
  2. Den Teig zehn Minuten stehen lassen. In dieser Zeit quillt das Mehl, der Teig wird dicker und die Pfannkuchen reißen später nicht.
  3. Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen oder herausschneiden, in dünne Scheiben von etwa einem halben Zentimeter schneiden.
  4. Eine große Pfanne bei mittlerer Hitze heiß werden lassen, einen Teelöffel Öl oder Butterschmalz hineingeben und verteilen.
  5. Apfelscheiben nebeneinander in die Pfanne legen, so dass der Boden bedeckt ist. Eine Minute anbraten, bis die Ränder glasig werden.
  6. Eine Kelle Teig darübergießen, so dass die Äpfel gerade bedeckt sind. Nicht zu dick, sonst wird der Pfannkuchen innen teigig.
  7. Drei bis vier Minuten backen, bis die Oberfläche matt ist und keine flüssige Stelle mehr glänzt. Dann mit einem breiten Wender wenden und zwei Minuten fertig backen.
  8. Auf einen Teller legen, sofort mit Zimtzucker bestreuen und im auf 80 °C vorgeheizten Ofen warm halten, bis alle vier fertig sind.

Aus dieser Menge werden vier große Pfannkuchen, je einer pro Person. Bei uns essen die Kinder anderthalb und ich einen halben, das pendelt sich ein.

Katrins Tipp: Kauf keinen fertigen Zimtzucker im Streuer, der kostet für 100 g etwa 89 Cent. Ich rühre 200 g Zucker mit zwei gehäuften Teelöffeln Zimt in einem alten Marmeladenglas an — das reicht monatelang, kostet rund 25 Cent und steht bei uns griffbereit neben dem Herd.

Wo genau spare ich hier Geld?

Die teuerste Zutat sind die Eier mit 92 Cent. Daran lässt sich wenig drehen, sie halten den Teig zusammen. Alles andere ist Grundausstattung: 300 g Mehl kosten 33 Cent, ein halber Liter Milch 58 Cent.

Beim Obst hole ich mir den größten Vorteil. Ich nehme nie einzeln ausgesuchte Äpfel aus der Auslage, sondern den 2-kg-Beutel für rund 2,99 €. Das sind 1,50 € pro Kilo statt 2,49 €, und für dieses Rezept ist die zweite Wahl sogar die bessere: Äpfel, die eine Druckstelle haben oder schon zwei Wochen liegen, sind süßer und weicher. Braeburn oder Elstar mag ich am liebsten, weil sie beim Braten nicht zu Mus zerfallen.

Der Fehler wäre, hier Butter zum Braten zu nehmen. Sie wird bei der nötigen Hitze braun und schmeckt bitter, außerdem kostet sie ein Vielfaches. Ein Teelöffel neutrales Öl pro Pfannkuchen reicht völlig, das sind über die ganze Pfanne 15 Cent.

Und wenn keine Äpfel da sind?

Dann funktionieren Birnen genauso, sie brauchen nur eine Minute weniger. Bananen in Scheiben mögen meine Kinder auch, die werden allerdings sehr süß, da lasse ich den Zucker im Teig weg. Im Sommer nehme ich einfach eine Handvoll TK-Beeren, ungetaut direkt in den Teig gestreut.

Wer den süßen Abend ganz ohne Obst mag, ist beim Milchreis mit Zimt und Zucker richtig, und wenn du Äpfel übrig hast, wandern die bei uns am nächsten Tag zu den Kartoffelpuffern mit Apfelmus. Weitere Gerichte, die in einer halben Stunde fertig sind, findest du unter Schnelle Küchen.

Falls doch ein Pfannkuchen übrig bleibt: kalt in Streifen geschnitten wandert er hier morgens in die Brotdose und kommt leer wieder zurück.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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