59 Cent. So viel hat die Zucchini gestern bei Lidl gekostet, ein ordentliches Stück, gut 400 g schwer. Im Februar liegt dieselbe Zucchini bei 1,49 €, und dann steht dieses Rezept bei mir auch nicht auf dem Wochenplan. Im Juli und August dagegen fast jede zweite Woche.
Aus zwei davon werden zwölf bis vierzehn Puffer, dazu ein Becher Naturjoghurt mit Knoblauch, zwei Tomaten und ein aufgebackenes Baguette. Vier Personen satt für 4,56 €, also 1,14 € pro Person. Mehr vegetarische Sachen in dieser Preisklasse stehen unter vegetarisch günstig.
Der eine Schritt, an dem alles hängt
Meine ersten Zucchini-Puffer waren eine Katastrophe. Ich habe die Zucchini geraspelt, Ei und Mehl dazu, ab in die Pfanne — und heraus kamen blasse, matschige Fladen, die beim Wenden auseinandergefallen sind. Ich habe dann immer mehr Mehl nachgekippt, bis die Masse zusammenhielt, und am Ende schmeckte alles nach Pfannkuchenteig mit grünen Fäden drin.
Der Fehler war einfach: Eine Zucchini besteht fast nur aus Wasser, und dieses Wasser muss raus, bevor irgendetwas anderes dazukommt. Salz und fünfzehn Minuten Wartezeit erledigen den größten Teil, ein sauberes Geschirrtuch den Rest. Wenn du über der Spüle auswringst, kommt aus 800 g Zucchini locker eine dreiviertel Tasse Flüssigkeit. Erst danach brauchst du nur noch halb so viel Mehl, und die Puffer schmecken nach Gemüse statt nach Teig.

Schritt für Schritt
- Die Zucchini waschen, die Enden abschneiden, aber nicht schälen. Die Schale hält die Raspel zusammen und ist nach dem Braten sowieso nicht mehr zu erkennen.
- Alles auf der groben Seite der Küchenreibe in eine große Schüssel raspeln. Einen gestrichenen Teelöffel Salz darüber, einmal durchmischen und fünfzehn Minuten stehen lassen. In der Zeit machst du den Dip.
- Die Raspel portionsweise in ein sauberes Geschirrtuch geben, zusammendrehen und über der Spüle kräftig auswringen. Nicht zaghaft — es soll wirklich nichts mehr tropfen.
- Die Zwiebel fein würfeln und zu den ausgedrückten Zucchini geben. Den Feta mit der Gabel darüber zerbröseln.
- Die Eier und 120 g Mehl unterrühren, dazu Pfeffer und einen halben Teelöffel Paprikapulver. Nicht nachsalzen, der Feta und das Salz von vorhin reichen. Die Masse soll klebrig sein und am Löffel hängen bleiben; wenn sie noch läuft, kommt ein weiterer Esslöffel Mehl dazu.
- Zwei Esslöffel Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Je einen gehäuften Esslöffel Masse hineinsetzen und mit dem Löffelrücken auf etwa acht Zentimeter flach drücken. Drei bis vier Puffer passen gleichzeitig hinein.
- Drei bis vier Minuten braten, bis der Rand goldbraun ist, dann wenden. Zu frühes Wenden ist der zweithäufigste Fehler — wenn sich der Puffer mit dem Pfannenwender nicht anheben lässt, ist er noch nicht so weit.
- Die fertigen Puffer auf Küchenpapier legen und im Ofen bei 80 Grad warm halten. Bei mir sind es drei Durchgänge und knapp 25 Minuten für die ganze Menge.
- Zum Schluss die Tomaten in Scheiben schneiden, salzen und pfeffern, das Baguette fünf Minuten aufbacken. Beides zusammen dauert genau so lange wie der letzte Durchgang in der Pfanne.
Der Joghurt-Dip
500 g Naturjoghurt in eine Schüssel, zwei Knoblauchzehen hineinpressen, Salz, Pfeffer und ein bis zwei Esslöffel gehackte Petersilie. Fertig. Er sollte mindestens zehn Minuten stehen, bevor er auf den Tisch kommt, sonst schmeckt der Knoblauch nur scharf und noch nicht rund.
Für die Kinder rühre ich die Hälfte ohne Knoblauch an, dafür mit einem Teelöffel Zitronensaft und etwas mehr Salz. Lina tunkt damit auch die Tomatenscheiben, Jonas tunkt gar nichts und isst die Puffer trocken aus der Hand. Das ist bei uns seit zwei Sommern so und ich habe aufgehört, dagegen zu argumentieren.

Wo genau gespart wird
Der Preis dieses Gerichts hängt an einer einzigen Zahl: dem Zucchinipreis. Von Ende Juni bis September liegt er im Discounter zwischen 49 und 69 Cent pro Stück, manchmal gibt es Netze mit drei kleineren für 1,29 €. Ab Oktober klettert er auf über einen Euro, und dann kostet dieselbe Pfanne plötzlich 1,60 € pro Portion statt 1,14 €. Ich schreibe mir den Preis inzwischen auf den Wochenzettel und entscheide danach.
Der zweite Posten ist der Käse. 100 g Feta aus der 200-g-Packung kosten 60 Cent, die andere Hälfte kommt zwei Tage später aufs Ofengemüse vom Blech. Wenn du keinen Feta magst oder keinen im Haus hast, gehen 100 g Reibekäse genauso, die kosten 72 Cent und binden sogar noch etwas besser. Was nicht funktioniert: den Käse ganz weglassen. Dann fehlt das Salzige und du schmeckst nur noch Ei.
Beim Öl lohnt sich Geiz nicht. Wer die Puffer in einer knochentrockenen Pfanne brät, bekommt keine Kruste, sondern Anhaftungen, und schrubbt hinterher zwanzig Minuten. Fünf Esslöffel Sonnenblumenöl für den ganzen Abend sind 25 Cent — das ist der günstigste Teil des ganzen Rezepts. Und noch ein Vergleich: Eine Packung fertige Gemüsepuffer aus der Tiefkühltruhe liegt bei 2,49 € für sechs Stück. Für dasselbe Geld machst du hier vierzehn.
Bleibt die Frage, die ich mir jeden August selbst stelle: Was machst du, wenn dir jemand aus dem Schrebergarten eine Tüte Zucchini vor die Tür stellt? Bei mir wandert die Hälfte in diese Puffer und die andere in Gemüsepuffer aus Möhren und Zucchini, weil die sich kalt in der Brotdose besser halten. Wenn du eine dritte Idee hast, schreib sie mir — die zwei sind bei uns langsam durch.
