„Mama, das können wir doch selber machen.“ Mein Sohn stand auf der Kirmes vor der Preistafel am Hot-Dog-Wagen und rechnete laut mit: 4,80 € für ein Stück. Er ist neun und findet Zahlen spannender als Fahrgeschäfte. Wir haben trotzdem einen gekauft und ihn zu viert geteilt, wie das auf Kirmessen so läuft.
Zu Hause habe ich nachgerechnet. Acht Hot Dogs, also zwei pro Person, kosten mich 4,51 € — insgesamt, nicht pro Stück. Das ist weniger als das eine Exemplar vom Wagen, und die Kinder dürfen selbst belegen, was bei uns am Tisch für mehr Stimmung sorgt als jede Sauce.
Seitdem gibt es das immer dann, wenn eine Woche schwer war und der Freitagabend nicht auch noch anstrengend werden soll.

In Kürze
- Zeit: 15 Minuten, davon 10 Minuten Brötchen aufbacken.
- Menge: acht Brötchen, acht Würstchen — zwei pro Person.
- Aufwand: ein Topf, ein Blech, ein Schneidebrett.
- Am Tisch: alles in Schälchen, jeder belegt selbst.
- Kosten: 4,51 € für vier Personen, also rund 1,13 € pro Person.
Die Würstchen: ziehen lassen, nicht kochen
Wiener Würstchen aus dem Glas sind fertig gebrüht. Sie müssen nur heiß werden. Wenn sie im sprudelnden Wasser kochen, platzt die Haut auf, das Würstchen rollt sich an den Enden zusammen und verliert Saft ins Wasser.
Richtig geht es so: Wasser im Topf aufkochen, Topf vom Herd ziehen, Würstchen hineinlegen, Deckel drauf, acht Minuten stehen lassen. Sie werden heiß bis in die Mitte und bleiben prall. Das Wasser aus dem Glas gieße ich weg — es ist salzig und trüb.
Wer keinen Topf schmutzig machen will, legt die Würstchen die letzten drei Minuten mit auf das Blech zu den Brötchen. Sie bekommen dann kleine braune Stellen und schmecken etwas kräftiger. Achte nur darauf, dass sie nicht länger im trockenen Ofen liegen: Nach fünf Minuten werden sie runzelig und die Haut zäh.
In der Mikrowelle habe ich es auch probiert, mit mäßigem Ergebnis. Zwei Würstchen gehen, vier platzen zuverlässig auf, egal bei welcher Leistung. Für eine Person mag das reichen, für acht Stück ist der heiße Topf der einfachere Weg.
Schritt für Schritt
- Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Acht Aufbackbrötchen auf ein Blech legen und nach Packungsangabe zehn Minuten backen. Wer fertige Brötchen vom Bäcker hat, überspringt das und wärmt sie fünf Minuten auf.
- Wasser in einem Topf aufkochen, den Topf vom Herd nehmen. Die Würstchen aus dem Glas abgießen, ins heiße Wasser legen und mit Deckel acht Minuten ziehen lassen.
- Die halbe Salatgurke waschen und in dünne Scheiben hobeln. Vier Gewürzgurken längs in Streifen schneiden. Eine Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden.
- Ketchup, Senf, Röstzwiebeln, Gurkenscheiben, Gurkenstreifen und Zwiebelringe in kleine Schälchen füllen und auf den Tisch stellen.
- Die heißen Brötchen längs einschneiden, aber nicht ganz durch. Die Schnittflächen dünn mit Butter bestreichen — das hält den Ketchup davon ab, das Brötchen aufzuweichen.
- Würstchen mit einer Gabel aus dem Wasser heben, kurz abtropfen lassen und in die Brötchen legen. Fertig zum Belegen.

Die Belegstation auf dem Tisch
Der eigentliche Grund, warum das bei uns funktioniert: Ich lege niemandem etwas auf den Teller. Alles steht in der Mitte, jeder baut sich seinen Hot Dog selbst.
- Mein Großer: nur Ketchup, sonst nichts. Seit drei Jahren unverändert.
- Die Kleine: Röstzwiebeln in einer Menge, bei der ich nicht mehr hinsehe.
- Mein Mann: Senf, Gewürzgurke, rohe Zwiebel.
- Ich: Gurkenscheiben und Röstzwiebeln, Senf nur ein Streifen.
Vier Menschen, vier verschiedene Hot Dogs, ein einziges Rezept. Bei uns ist das der seltene Fall, in dem niemand am Tisch etwas auszusetzen hat — anders als bei den Würstchen im Schlafrock, bei denen es regelmäßig Streit um die knusprigsten Teigenden gibt.
Wo das Geld gespart wird
Die zwei großen Posten sind die Brötchen mit 1,29 € und die Würstchen mit 1,49 € für das Glas. Beides sind Vorratsartikel: Aufbackbrötchen halten sich Monate im Schrank, Würstchen im Glas ebenfalls. Ich habe immer beides da, und genau deshalb ist dieses Essen an einem Freitag überhaupt möglich, ohne noch einmal loszufahren.
Würstchen im Glas sind fast immer günstiger als die im Kühlregal in der Folienpackung. Vergleiche den Preis pro 100 g am Regalrand, nicht den Packungspreis — die Folienpackung sieht billiger aus, enthält aber oft nur die halbe Menge. Bei den Röstzwiebeln lohnt der große Beutel: 150 g kosten um 99 Cent, die kleine Streudose mit 100 g liegt schnell bei 1,49 €. Bei uns ist der Beutel nach zwei Wochen leer, weil sie auch auf Kartoffelbrei und Suppe wandern.
Fertige Hot-Dog-Brötchen mit der typischen länglichen Form kosten oft das Doppelte normaler Aufbackbrötchen und bringen außer der Form nichts mit. Ich nehme die einfachen Weizenbrötchen und schneide sie längs ein — geschmacklich merkt das niemand, und ich spare rund einen Euro. Der Fehler wäre, dazu noch Pommes zu machen: Die Tüte kostet mehr als das ganze Essen, und satt wird ohnehin jeder von zwei Hot Dogs plus Gurke.

Wer noch etwas Warmes dazu möchte, ohne den Preis zu sprengen, kocht eine Handvoll TK-Erbsen mit Butter — 30 Cent, drei Minuten. Weitere Abendessen dieser Sorte findest du unter günstige Abendessen.
Was von den Resten übrig bleibt
Ein Glas Würstchen enthält meistens ein oder zwei Stück mehr, als ich brauche. Sie halten sich im Wasser, das im Glas bleibt, drei Tage im Kühlschrank. Bei uns wandern sie am Sonntag klein geschnitten in die Nudelpfanne mit Wiener Würstchen oder in den Kartoffelsalat.
Übrige Brötchen backe ich am nächsten Morgen noch einmal kurz auf; nach zwei Tagen werden sie zu Semmelbröseln, weil sie dafür ohnehin trocken sein müssen. Die angeschnittene Gurke hält sich in Frischhaltefolie bis Sonntag, und der Rest Röstzwiebeln kommt in ein Schraubglas, sonst werden sie weich. Von einem Freitagabend mit Hot Dogs bleibt bei uns am Ende genau nichts im Müll — außer dem leeren Glas.
