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Brotdose & Mitnehmen 1,06 € / Portion

Würstchen im Schlafrock

Goldbraune Würstchen im Schlafrock mit Sesam auf dem Blech, daneben Ketchup und Gurkenscheiben
Vorbereitung: 20 Min.Kochzeit: 20 Min.Gesamt: 40 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Wiener Würstchen 1 Glas (8 Stück, 400 g) 1,49 €
Blätterteig aus dem Kühlregal 1 Rolle (275 g) 1,29 €
Salatgurke ½ Stück 0,45 €
Reibekäse 50 g 0,36 €
Ei zum Bestreichen 1 Stück 0,23 €
Ketchup zum Dippen 4 EL 0,25 €
Mittelscharfer Senf 2 EL 0,10 €
Sesam, Mehl zum Arbeiten, Salz nach Bedarf 0,08 €
Gesamtkosten: 4,25 € 1,06 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: März 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

„Bei Tom gab es Würstchen mit Teig drumrum. Die waren besser als deine Brote.“ Mein Sohn, neun Jahre alt, Jacke noch an, direkt nach dem Kindergeburtstag. Er hat es nicht böse gemeint, aber gesessen hat es trotzdem.

Am nächsten Einkaufstag stand ich vor der Tiefkühltruhe und habe die fertigen Party-Würstchen im Blätterteig in die Hand genommen: 3,49 € für zwölf Mini-Häppchen, von denen mein Sohn allein sechs schafft. Daneben, drei Regale weiter, ein Glas Wiener Würstchen mit acht ganzen Stück für 1,49 €. Und im Kühlregal eine Rolle Blätterteig für 1,29 €.

Zusammen 2,78 € für acht volle Würstchen im Schlafrock, also 35 Cent pro Stück. Seitdem kaufe ich die Tiefkühlpackung nicht mehr an. Es sind vier Handgriffe, und die Kinder dürfen wickeln – was bei uns dazu führt, dass am Ende zwei Stück wie Mumien aussehen und der Rest ordentlich.

Blätterteig aus dem Kühlregal oder aus der Truhe?

Beides funktioniert, und ich nehme je nachdem, wie viel Zeit ich habe. Die Rolle aus dem Kühlregal (275 g, um die 1,29 €) ist schon ausgerollt und liegt auf eigenem Backpapier. Du klappst sie auf, schneidest, fertig – keine Wartezeit, kein Nudelholz.

Die Platten aus dem Tiefkühler sind pro Gramm günstiger: sechs Platten mit zusammen 450 g kosten oft 1,09 €. Dafür brauchen sie fünfzehn bis zwanzig Minuten zum Auftauen, müssen an den Kanten zusammengedrückt und noch einmal dünn ausgerollt werden. Wenn ich das Abendessen ohnehin plane, greife ich zu den Platten. Wenn es Donnerstagabend halb sechs ist, nehme ich die Rolle.

Was in beiden Fällen gilt: Blätterteig mag Kälte. Er soll kühl in den heißen Ofen, sonst gehen die Schichten nicht auf. Ich lasse ihn deshalb nur so lange draußen, wie ich zum Schneiden und Wickeln brauche.

Schritt für Schritt

  1. Den Blätterteig fünf bis zehn Minuten vor dem Verarbeiten aus dem Kühlschrank nehmen. Zu kalt bricht er beim Abrollen, zu warm klebt er am Papier fest.
  2. Die Würstchen aus dem Glas nehmen, in ein Sieb legen und wirklich abtropfen lassen. Danach jedes einzeln mit Küchenpapier trocken tupfen. Das klingt übertrieben und ist trotzdem der wichtigste Schritt im ganzen Rezept.
  3. Den Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (Umluft 180 °C). Ein Blech mit Backpapier belegen.
  4. Den Blätterteig samt Backpapier ausrollen. Mit einem Pizzaroller oder einem großen Messer längs in Streifen von etwa anderthalb Zentimetern Breite schneiden, sodass acht bis zehn lange Streifen entstehen.
  5. Wer mag, bestreicht die Streifen hauchdünn mit Senf oder streut ganz sparsam Reibekäse darauf. Sparsam ist hier wörtlich gemeint – zu viel quillt beim Backen heraus und brennt auf dem Blech an.
  6. Jedes Würstchen schräg mit einem Streifen umwickeln: unten anlegen, in Spiralen nach oben führen, die Windungen dürfen sich an den Rändern leicht berühren, aber nicht doppelt übereinanderliegen. Das Ende unter dem Würstchen festdrücken.
  7. Die Würstchen mit zwei Fingerbreit Abstand aufs Blech legen, die Nahtstelle nach unten.
  8. Das Ei mit einer Gabel verquirlen und den Teig dünn bestreichen – nur den Teig, nicht das Blech, sonst klebt alles fest. Wer mag, streut Sesam darüber.
  9. 18 bis 22 Minuten backen, bis der Teig kräftig goldbraun ist und die Blätterschichten sichtbar aufgegangen sind. Blasser Blätterteig ist innen noch roh.
  10. Fünf Minuten auf dem Blech ruhen lassen, dann mit Ketchup und Gurkenscheiben auf den Tisch stellen.

Von der ersten Handbewegung bis zum Blech im Ofen brauche ich allein etwa zehn Minuten. Mit Kindern werden es zwanzig, dafür muss ich in der Zeit niemanden beschäftigen. Meine Tochter bekommt die Streifen zugeschnitten hingelegt und wickelt in ihrem Tempo, mein Sohn übernimmt das Bestreichen mit Ei und streut den Sesam. Dass zwei Stück am Ende aussehen wie eingegipst, ändert am Geschmack nichts.

Statt Wiener funktionieren übrigens auch dünne Bockwürste – die sind etwas dicker, brauchen dann eineinhalb Streifen und drei Minuten länger im Ofen. Dicke Bratwürste würde ich nicht nehmen: Bis der Teig braun ist, sind sie innen noch nicht heiß genug.

Rohe Würstchen mit Blätterteigstreifen umwickelt auf dem Backblech
Anderthalb Zentimeter breite Streifen, mit kleinen Lücken gewickelt – so bäckt jede Windung durch.

Die drei Stellen, an denen es schiefgeht

Nasse Würstchen. Beim ersten Blech habe ich die Wiener direkt aus dem Glas gefischt und gewickelt, weil ich es eilig hatte. Nach zwanzig Minuten waren die Oberseiten schön braun – und die Unterseiten weiß, weich und klitschig. Die Lake war in den Teig gezogen und hatte ihn von innen aufgeweicht. Seitdem tupfe ich, und seitdem passiert es nicht mehr.

Zu breite Streifen, zu eng gewickelt. Mein zweiter Fehler: Ich hatte den Teig in drei Zentimeter breite Bahnen geschnitten und die Würstchen damit fast lückenlos eingepackt. Wo zwei Lagen Blätterteig aufeinanderliegen, kommt keine Hitze durch. Außen braun, dazwischen roh. Anderthalb Zentimeter breit und in Spiralen mit kleinen Lücken – dann bäckt jede Windung einzeln durch.

Zu wenig Hitze. Blätterteig funktioniert nur, wenn die Butter zwischen den Schichten schlagartig verdampft und den Teig auseinanderdrückt. Bei 160 Grad schmilzt sie stattdessen langsam heraus und läuft aufs Blech. Umgekehrt habe ich es einmal mit 200 Grad Umluft versucht: oben fast schwarz, unten teigig. 200 Grad Ober-/Unterhitze oder 180 Grad Umluft sind die sichere Bank.

Zwei Würstchen im Schlafrock mit Möhrenstiften und Gurke in der Brotdose
Zwei Stück plus Rohkost füllen eine Brotdose für rund 70 Cent.

Was acht Stück wirklich kosten

Der Vergleich, der mich überzeugt hat: Zwölf fertige Mini-Würstchen im Blätterteig aus der Truhe kosten 3,49 € und wiegen zusammen etwa 240 g. Acht selbst gewickelte Wiener bringen es auf gut 400 g Wurst plus 275 g Teig und kosten 2,78 €. Für weniger Geld bekommst du also mehr als das Doppelte auf den Tisch.

Das Glas Wiener ist dabei der clevere Teil. Acht Würstchen für 1,49 € – die frische Packung aus der Kühltheke daneben hat oft nur fünf Stück und kostet 1,99 €. Das Glas ist außerdem monatelang haltbar, ich habe deshalb immer eines im Vorratsschrank. Wenn abends nichts mehr geht, ist das der Notnagel.

Blätterteig kaufe ich, wenn er im Angebot bei 89 Cent liegt. Ungeöffnet hält er im Kühlregal drei bis vier Wochen, und im Tiefkühler hält er ohnehin. Beim Käse würde ich nicht aufrüsten: 50 g Reibekäse reichen für das ganze Blech, weil er nur mitgewickelt wird und nicht die Hauptrolle spielt.

Was ich nicht kaufe, sind Cocktailwürstchen. Sie sehen niedlich aus und kosten pro Kilo fast das Doppelte der normalen Wiener. Wer kleine Häppchen für ein Buffet braucht, schneidet die großen Würstchen einfach in Drittel und wickelt sie einzeln – dann werden aus acht Stück vierundzwanzig. Wenn kein Ei zum Bestreichen da ist, geht auch ein Schuss Milch. Der Teig wird dann weniger glänzend, aber genauso knusprig.

Für ein Sportfest oder einen Geburtstag rechne ich mit drei Gläsern Würstchen und drei Rollen Blätterteig: 24 Stück für 8,34 €. Zum Vergleich hätte ich für die gleiche Menge fertiger Häppchen aus der Truhe rund 21 € gezahlt. Die Bleche gehen nacheinander in den Ofen, während das erste bäckt, wickele ich das zweite. Nach dreiundvierzig Minuten stehen drei volle Bleche auf dem Tisch, und wir sind das einzige Elternpaar, das nichts gekauft hat.

Am nächsten Morgen in der Brotdose

Kalt schmecken sie fast genauso gut, mit einer Einschränkung: Der Teig verliert über Nacht seine Knusprigkeit, und in einer luftdichten Dose neben feuchten Apfelspalten wird er richtig weich. Ich packe deshalb Obst getrennt ein und lege ein Stück Küchenpapier mit in die Dose. Wichtig ist außerdem, die Würstchen vollständig auskühlen zu lassen, bevor der Deckel draufkommt – warm eingepackt schwitzen sie und weichen sich selbst auf.

Zwei Stück, ein paar Möhrenstifte und eine halbe Gurke: Damit ist bei uns eine Brotdose gefüllt, für die ich sonst zehn Minuten Brote geschmiert hätte. Was noch in unsere Dosen wandert, findest du unter Kinderfreundliche Rezepte – zum Beispiel Wraps mit Frischkäse und Möhrenstiften oder der Couscous-Salat, der auch nach vier Stunden noch schmeckt.

Eine Sache diskutieren wir hier seit zwei Jahren: Senf oder Käse unter den Teig? Mein Sohn ist für Käse, meine Tochter isst nur die ohne alles, und ich finde den dünnen Senfstrich am besten. Wie ist das bei euch am Tisch – gibt es ein Blech für alle oder eine Hälfte so und eine Hälfte anders?

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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