Im Gemüsefach liegen zwei Zucchini, die am Wochenende noch fest waren und jetzt an einem Ende weich werden. Daneben ein halber Becher Quark. Das ist der Moment, in dem bei uns Zucchinipuffer gekocht werden — nicht weil ich das lange plane, sondern weil das Fach leer sein soll, bevor am Samstag wieder eingekauft wird.
Aus 800 g Zucchini werden bei mir rund zwanzig kleine Taler. Klein ist wichtig: Als handtellergroße Puffer sind sie für meine Kinder ein Gemüsegericht, in Talergröße sind sie Knabberzeug, das man mit den Fingern in den Dip stippt. Am Essen hat sich nichts geändert, an der Reaktion am Tisch alles.
Kosten für vier Personen: 5,14 € mit Dip. Eine Packung Tiefkühl-Gemüsetaler liegt bei 2,49 € für sechs Stück, und satt wird davon bei uns niemand. Mehr Ideen dieser Art stehen bei den kinderfreundlichen Rezepten.

Das Wasser ist der ganze Punkt
Zucchini besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, und beim ersten Mal habe ich das schlicht ignoriert. Ich habe die Raspel direkt mit Ei und Mehl verrührt, die Masse wurde immer flüssiger, ich habe mehr Mehl nachgeschüttet, dann noch mehr, und am Ende lagen graue, pappige Fladen in der Pfanne, die nach Mehl schmeckten und nach nichts sonst. Mein Mann hat zwei gegessen und dabei sehr freundlich geguckt.
Der Trick ist banal: salzen und warten. Die geraspelte Zucchini kommt mit einem Teelöffel Salz in ein Sieb, und nach zwanzig Minuten steht darunter eine kleine Pfütze. Danach drückst du das Ganze mit den Händen aus, so fest du kannst — aus 800 g Zucchini kommen dabei gut 150 ml Wasser heraus, ein knappes Wasserglas voll. Erst dann kommen Ei, Mehl und Käse dazu, und du brauchst nur noch halb so viel Mehl wie sonst.
Wenn du keine zwanzig Minuten hast: Raspel in ein sauberes Geschirrtuch geben, zusammendrehen und über der Spüle auswringen. Geht sofort, holt etwas weniger Wasser heraus und funktioniert trotzdem.
Schritt für Schritt
- Zucchini waschen, Enden abschneiden, nicht schälen. Auf der groben Seite der Reibe in eine Schüssel raspeln.
- Einen gestrichenen Teelöffel Salz untermischen, alles in ein Sieb geben und über eine Schüssel hängen. Zwanzig Minuten stehen lassen. In der Zeit machst du den Dip.
- Die Raspel portionsweise mit den Händen kräftig ausdrücken und in eine trockene Schüssel geben. Das Wasser kannst du wegschütten.
- Die Zwiebel sehr fein würfeln und dazugeben. Grobe Zwiebelstücke bleiben in kurz gebratenen Puffern roh und schmecken scharf.
- Zwei Eier, das Mehl, den Reibekäse und eine ordentliche Portion Pfeffer sowie eine Prise Muskat unterrühren. Salz brauchst du kaum noch — das Salz vom Entwässern und der Käse reichen.
- Fünf Minuten stehen lassen. Das Mehl zieht Feuchtigkeit, die Masse wird fester und lässt sich besser abstechen. Ist sie danach immer noch sehr weich, ein bis zwei Esslöffel Mehl nachgeben — mehr nicht.
- Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen, etwa zwei Millimeter hoch. Zu heiß wird außen dunkel, bevor innen etwas passiert.
- Mit einem Esslöffel kleine Häufchen in die Pfanne setzen und mit dem Löffelrücken flach drücken, ungefähr fünf Zentimeter Durchmesser. Vier bis fünf Stück passen gleichzeitig hinein, mehr nicht — sonst fällt die Hitze ab und die Taler saugen sich mit Öl voll.
- Drei Minuten braten, bis der Rand goldbraun ist, dann wenden und noch zwei bis drei Minuten backen. Erst wenden, wenn sich der Puffer mit dem Pfannenwender leicht anheben lässt.
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen und im Ofen bei 80 Grad warm halten, bis alle fertig sind. Sonst isst die Köchin am Ende kalte Puffer, und das habe ich lange genug gemacht.

Der Quarkdip
500 g Speisequark mit drei Esslöffeln Milch glatt rühren, damit er cremig wird, dann Salz, Pfeffer und einen ganzen Bund fein geschnittenen Schnittlauch unterrühren. Fertig. Wer mag, gibt eine kleine geriebene Knoblauchzehe oder etwas Knoblauchpulver dazu — bei mir gibt es eine Schüssel mit und eine ohne, weil meine Tochter Knoblauch derzeit für eine Zumutung hält.
Der Dip macht satt und ist der günstigste Teil des Essens: 500 g Quark kosten 89 Cent. Ein Becher Kräuterquark aus dem Kühlregal liegt bei 200 g für rund 1,19 €, also fast dem Dreifachen pro Kilo, und die Kräuter darin siehst du mit der Lupe.
Statt Schnittlauch geht alles, was da ist: Petersilie, Dill, Frühlingszwiebel in feinen Ringen, im Winter auch tiefgekühlte Kräuter. Schnittlauch im Topf für 79 Cent stelle ich auf die Fensterbank und schneide ihn drei- oder viermal nach; ein Bund geschnittener Schnittlauch kostet fast dasselbe und ist nach zwei Tagen matschig.
Wenn sie auseinanderfallen
Dafür gibt es genau drei Gründe. Erstens: zu viel Restwasser. Zweitens: zu wenig Bindung — auf 800 g ausgedrückte Zucchini brauchst du zwei Eier und etwa 100 g Mehl, weniger trägt nicht. Drittens, und das ist der häufigste: zu früh gewendet. Ein Puffer bindet erst, wenn die Unterseite fest gebacken ist. Wenn du ihn nach einer Minute anhebst, kommt die halbe Masse mit hoch.
Der Käse hilft übrigens mit: Geriebener Gouda schmilzt beim Braten und klebt die Raspel zusammen. Deshalb nehme ich ihn, nicht nur wegen des Geschmacks.

Wo hier gespart wird
Der größte Posten sind die Zucchini mit 1,60 € für 800 g. Im April zahle ich bei Aldi rund 1,99 € das Kilo, in der Sommersaison die Hälfte, und dann kostet das ganze Essen keine vier Euro. Danach kommen der Quark mit 89 Cent, der Schnittlauchtopf mit 79 Cent und der Käse mit 72 Cent. Alles andere zusammen liegt unter einem Euro.
Sparen kannst du am Käse: Er lässt sich auf 50 g halbieren oder ganz weglassen, dann brauchst du einen Esslöffel Mehl mehr. Und beim Öl — mit einer beschichteten Pfanne und wirklich nur einem dünnen Film kommst du mit der Hälfte aus. Ich habe früher zu viel genommen, weil ich Angst hatte, dass etwas anbrennt; die Puffer waren dann schwer und fettig.
Der Fehler wäre, Zucchini außerhalb der Saison zu kaufen, wenn das Stück 1,49 € kostet. Dann sind Möhren dran, die ganzjährig bei 1,29 € pro Kilo liegen — im Gemüsepuffer aus Möhren und Zucchini steht, wie das Mischverhältnis funktioniert. Der zweite Fehler: fertige Puffermasse aus dem Kühlregal. Sie kostet für 400 g so viel wie mein komplettes Essen für vier.
Was bei euch dazu passt?
Bei uns gibt es die Taler als Hauptgericht mit dem Dip und ein paar Gurkenscheiben, freitags manchmal auch einfach vor dem Fernseher auf einem großen Brett in der Mitte. Kalt sind sie am nächsten Tag noch gut, in der Brotdose halten sie durch und schmecken meinem Sohn sogar besser als warm. Wenn du sie lieber deftig magst, brate ein paar Speckwürfel mit an, und wenn deine Kinder Puffer mit Apfelmus kennen, funktioniert die süße Variante hier genauso — mehr dazu bei den Kartoffelpuffern mit Apfelmus. Schreib mir gern, welche Kräuter bei dir in den Quark kommen; ich bin nach fünf Jahren Schnittlauch offen für Vorschläge.
