Zwei Dosen Kichererbsen: 1,10 €. Eine Dose gehackte Tomaten: 55 Cent. Eine Packung Blattspinat aus der Truhe: 1,19 €. Damit steht der Kern eines kompletten Abendessens für keine drei Euro auf meiner Arbeitsplatte, und nichts davon musste ich frisch einkaufen.
Diese drei Sachen habe ich immer da, ohne dass ich sie einplane. Die Kichererbsen stehen unten im Vorratsschrank hinter den Nudelpackungen, der Spinat liegt in der Gefriertruhe unter den Erbsen. Wenn der Kühlschrank am Mittwoch leer aussieht und der große Einkauf noch zwei Tage hin ist, wird bei uns genau daraus Abendessen.
Mit Reis komme ich auf gut fünf Euro für vier Portionen, also 1,26 € pro Teller. Es kommt kein Gramm Fleisch daran, und trotzdem steht abends um neun keiner wieder in der Küche und sucht nach Brot. Kichererbsen sättigen anders als Gemüse allein, das merkt man beim ersten Mal.

Bevor es losgeht: der Spinat muss aus dem Eis
Der einzige Schritt, der wirklich Zeit braucht, ist der Spinat. Tiefkühl-Blattspinat besteht zu einem großen Teil aus Wasser, und dieses Wasser landet entweder in deiner Soße oder im Ausguss. Ich lege die gefrorenen Portionsblöcke morgens in eine Schüssel und stelle sie auf die Fensterbank, bis nachmittags sind sie weich. Wenn es schnell gehen muss, kommen sie mit zwei Esslöffeln Wasser in einen kleinen Topf, Deckel drauf, sieben Minuten bei kleiner Hitze.
Danach kommt der Handgriff, den ich beim ersten Versuch einfach ausgelassen habe: ausdrücken. Der aufgetaute Spinat kommt bei mir in ein Sieb, und dann presse ich ihn mit der Rückseite der Suppenkelle aus, bis nichts mehr abläuft. Aus einer 450-Gramm-Packung kommt dabei gut eine Tasse Flüssigkeit zusammen. Wer das überspringt, bekommt kein Curry, sondern eine grünliche Suppe mit Kichererbsen darin. Ich weiß das, weil bei uns genau das einmal auf dem Tisch stand und mein Mann sehr höflich gefragt hat, ob das ein Eintopf werden sollte.
Den ausgedrückten Spinat schneide ich noch einmal grob mit dem Messer durch. Sonst liegt später ein ganzer Strang am Stück auf der Gabel, und spätestens dann fängt bei uns am Tisch die Diskussion an.
Zubereitung Schritt für Schritt
- Den Spinat auftauen und wie oben beschrieben gründlich ausdrücken, danach grob durchschneiden. Beiseitestellen.
- Zwiebeln schälen und fein würfeln, Knoblauch fein hacken. Den Ingwer nicht mit dem Messer schälen, sondern mit einem Teelöffel abschaben, dann geht kaum etwas verloren. Anschließend fein reiben.
- Den Reis aufsetzen: 300 g Reis mit 600 ml Wasser und einem Teelöffel Salz aufkochen, dann auf die kleinste Stufe stellen, Deckel drauf und 12 bis 15 Minuten quellen lassen. Zwischendurch nicht rühren und den Deckel nicht anheben.
- Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze fünf bis sechs Minuten glasig braten, dann Knoblauch und Ingwer dazugeben und eine Minute mitbraten.
- Currypulver und Kreuzkümmel direkt ins heiße Öl geben und 30 Sekunden rühren, bis es kräftig riecht. Danach das Tomatenmark dazu und eine weitere Minute mitrösten, bis es eine Nuance dunkler wird.
- Die Kichererbsen in ein Sieb abgießen, kurz kalt abspülen und abtropfen lassen. In den Topf geben und einmal durchrühren, damit sich alles mit der Gewürzpaste überzieht.
- Die gehackten Tomaten dazugeben. Die leere Dose mit 150 ml Wasser ausschwenken und dieses Wasser ebenfalls in den Topf. Salzen und zehn Minuten offen bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei zweimal umrühren.
- Den Spinat unterrühren und weitere fünf Minuten mitziehen lassen, bis alles gleichmäßig heiß ist.
- Den Topf vom Herd nehmen und erst dann den Schmand unterrühren. Kocht er mit, flockt er aus und die Soße sieht grieselig aus. Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone oder Essig abschmecken.
Bei mir vergehen vom Aufschneiden der ersten Zwiebel bis zum Teller etwa 40 Minuten, und den größten Teil davon steht der Reis alleine auf dem Herd. Wenn du den Spinat schon morgens aus der Truhe holst, bleiben abends knapp 25 Minuten echte Arbeit.

Warum die Gewürze ins Öl gehören und nicht ins Wasser
Ich habe das Currypulver jahrelang einfach zum Schluss über den Topf gestreut und mich gewundert, warum das Ergebnis nach Pulver schmeckt statt nach Curry. Der Unterschied liegt in Schritt 5. Die Aromastoffe in Curry und Kreuzkümmel lösen sich in Fett, nicht in Wasser. Kommen sie ins heiße Öl, öffnet sich der Geruch innerhalb von Sekunden, und die ganze Küche riecht danach. Kommen sie ins bereits flüssige Curry, bleibt ein staubiger Beigeschmack, den auch längeres Köcheln nicht mehr wegbekommt.
Wichtig ist dabei nur, dass die Gewürze nicht zu lange im Öl liegen. 30 bis 40 Sekunden reichen. Curry verbrennt schnell, und verbranntes Currypulver schmeckt bitter. Ich stelle deshalb die Tomatendose schon geöffnet neben den Herd, bevor ich das Pulver einstreue, damit ich nicht erst noch den Dosenöffner suche.
Dasselbe Prinzip nutze ich auch beim Curry aus roten Linsen, das noch ein Stück günstiger ist, weil es ohne Dosen auskommt. Wer beides in einer Woche kocht, merkt schnell, dass die Gewürzreihenfolge wichtiger ist als die Zutatenliste.
Wo bei diesem Curry das Geld liegt
Der größte Posten sind die Kichererbsen, und genau da wird am meisten falsch eingekauft. Eine 400-Gramm-Dose kostet bei Aldi und Lidl rund 55 Cent, im Glas bei Rewe oder Edeka schnell das Doppelte. Der Inhalt ist derselbe. Trockene Kichererbsen aus dem 500-Gramm-Beutel für etwa 1,49 € sind nochmal deutlich billiger, aber sie müssen über Nacht einweichen und danach eine gute Stunde kochen. Ich mache das an Sonntagen, wenn ich ohnehin in der Küche bin, koche gleich die ganze Packung und friere die fertigen Erbsen portionsweise ein. Für ein Mittwochabendessen greife ich zur Dose und ärgere mich nicht darüber.
Beim Spinat ist der Fehler ein anderer: Rahmspinat. Der steht direkt daneben, kostet oft dasselbe, enthält aber bereits Sahne und Muskat und macht das Curry süßlich. Du willst den reinen Blattspinat, am besten den in Portionsblöcken, weil du dann auch mal nur die Hälfte nehmen kannst.
Der Schmand ist der einzige Posten, den du wirklich streichen kannst. Ohne ihn kostet die Portion 1,17 € statt 1,26 €, und das Curry wird kräftiger und säuerlicher statt mild. Ich nehme ihn trotzdem, weil meine Sechsjährige die Tomatensäure sonst zu deutlich schmeckt. Was du dagegen nicht ersetzen solltest, ist der frische Ingwer durch gemahlenen. Das Pulver kostet zwar wenig, schmeckt aber staubig und scharf statt frisch, und dann kannst du ihn genauso gut ganz weglassen.
Wenn Kinder mitessen
Beim ersten Mal habe ich mich an die Menge auf der Currydose gehalten: zwei gehäufte Teelöffel für vier Personen. Mein Neunjähriger hat einen Bissen genommen, den Löffel hingelegt und gesagt, es „beißt hinten im Hals“. Danach habe ich die Menge halbiert und stattdessen eine Prise Zucker in die Tomaten gegeben. Seitdem essen beide Kinder es ohne Diskussion, und ich streue mir am Tisch selbst noch Chiliflocken über meinen Teller.
Der zweite Punkt sind die Kichererbsen selbst. Ganze Erbsen sind für kleine Kinder ungewohnt. Ich zerdrücke deshalb ungefähr ein Drittel davon im Topf mit dem Kartoffelstampfer, bevor der Spinat dazukommt. Das macht die Soße dicker, sie bleibt besser am Reis kleben, und auf dem Teller liegen weniger einzelne Kugeln herum, die sich wegrollen lassen.
Und falls der Spinat trotzdem das Problem ist: Wir haben ihn eine Zeit lang nach dem Ausdrücken so fein gehackt, dass er in der Soße kaum noch zu sehen war. Nach ungefähr vier Runden habe ich das Hacken weggelassen, und es hat niemand kommentiert. Manchmal braucht es einfach ein paar Wiederholungen.

Am zweiten Tag schmeckt es besser
Von diesem Curry mache ich absichtlich zu viel. Über Nacht im Kühlschrank zieht es durch, die Schärfe wird runder und die Soße dicker. Am nächsten Tag fülle ich die Reste in eine Dose und gebe sie meinem Mann mit zur Arbeit, oder wir essen sie mit Fladenbrot statt Reis, das dann in fünf Minuten in der Pfanne warm wird.
Eingefroren hält es sich problemlos zwei Monate. Der Spinat verliert dabei etwas Farbe, geschmacklich passiert nichts. Nur den Reis friere ich nie mit ein, der wird beim Auftauen krümelig. Weitere Ideen für Abende ohne Fleisch findest du in der Kategorie vegetarisch günstig, zum Beispiel die Eier in Senfsoße mit Kartoffeln, die noch eine Ecke schneller gehen.
