Mittwoch, kurz nach halb sechs, die Haustür knallt. Der Große kommt vom Fußball, die Kleine hat Hunger mitgebracht, und ich habe noch die Jacke an. In solchen Momenten koche ich nichts, was Aufmerksamkeit braucht. Ich schalte den Ofen an, kippe zwei Packungen Gnocchi in die Auflaufform und rühre in der Zeit, in der er aufheizt, eine Tomatensoße zusammen.
Fünf Zutaten, wenn man Salz und Öl nicht mitzählt. Zehn Minuten Arbeit, 25 Minuten Ofen, in denen ich die Sporttasche ausräume und der Küchentisch von Hausaufgaben befreit wird. Was am Ende herauskommt, sind Gnocchi, die oben goldbraun und leicht knusprig sind und unten in der Soße weich bleiben. Meine Kinder essen den Auflauf lieber als jede Nudelvariante, und ich mag ihn, weil er 4,81 € für die ganze Form kostet — 1,20 € pro Portion.
Die Gnocchi kommen roh in die Form
Auf der Packung steht, dass man sie in kochendes Wasser gibt, bis sie oben schwimmen. Genau das habe ich beim ersten Mal gemacht, und das Ergebnis war ein Auflauf aus Kartoffelbrei mit Tomate. Die Gnocchi waren doppelt gegart und sind unter der Gabel zerfallen. Beim zweiten Versuch habe ich das Vorkochen weggelassen — und seitdem mache ich es nie wieder anders.
Rohe Gnocchi ziehen im Ofen die Flüssigkeit aus der Soße und garen darin gleichmäßig weich. Wichtig ist nur, dass genug Soße in der Form ist, sonst bleiben sie hart. Als Faustregel: Auf ein Kilo Gnocchi gehören mindestens 800 g Tomaten, also zwei Dosen. Es soll aussehen, als schwämmen die Gnocchi zur Hälfte in der Soße. Nebenbei sparst du einen Topf, das Abgießen und zehn Minuten Kochzeit.
Schritt für Schritt
- Den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in einer Pfanne in zwei Esslöffeln Öl glasig dünsten.
- Das Tomatenmark dazugeben und eine Minute mitrösten, bis es dunkel wird. Dann die gehackten Tomaten dazu.
- Mit Salz, Pfeffer, Oregano und einer Prise Zucker würzen und fünf Minuten offen köcheln lassen. Die Soße darf ruhig etwas flüssig bleiben, die Gnocchi nehmen sie auf.
- Die Gnocchi ungekocht in eine große Auflaufform geben und die Soße darüber verteilen. Einmal mit dem Löffel durchheben, damit alle Gnocchi Soße abbekommen.
- Den geriebenen Käse gleichmäßig darüberstreuen.
- 25 Minuten backen, bis der Käse Farbe hat und die Soße an den Rändern blubbert.
- Fünf Minuten stehen lassen, bevor du sie auf die Teller gibst. So bleibt die Soße auf dem Löffel und läuft nicht sofort über den Tellerrand.

Wo das Geld bleibt
Der größte Posten sind die Gnocchi selbst: zwei Packungen à 500 g aus dem Kühlregal für zusammen 1,78 €. Bei Aldi und Lidl liegen die Eigenmarken zwischen 79 und 95 Cent, Markengnocchi kosten das Doppelte und schmecken im Auflauf nicht anders — hier verschwinden sie ohnehin unter Soße und Käse.
Der zweite Posten ist der Käse mit 1,43 € für 200 g. Das ist die Stelle, an der ich am ehesten weiter spare: 150 g reichen auch, dann bist du bei 1,10 € pro Portion. Was ich nicht mache, ist Mozzarella zu nehmen. Der zieht Wasser und macht die Soße dünn, geriebener Gouda aus dem Beutel bräunt besser und kostet weniger.
Bei den Tomaten greife ich zu gehackten Dosentomaten für 55 Cent, nicht zu passierten. Sie bringen mehr Substanz mit, und in einem Auflauf stören die Stücke niemanden. Ein Fehler wäre fertige Pastasoße im Glas: 1,49 € für 400 g, also fast dreimal so teuer wie meine selbst gerührte Soße, und sie ist meistens zu süß.
Was du variieren kannst
Ein Rest Kochschinken, ein paar Würfel Salami vom Wochenende oder eine Handvoll TK-Erbsen wandern bei uns mit in die Form, je nachdem, was weg muss. Eine in Streifen geschnittene Paprika gibt Farbe. Wer es kräftiger mag, gibt einen Teelöffel Paprikapulver in die Soße.
Reste sind kein Problem: Der Auflauf lässt sich am nächsten Tag in der Pfanne mit etwas Öl aufbraten, dann werden die Gnocchi rundherum knusprig — meine Tochter nimmt ihn kalt in der Dose mit zur Schule und behauptet, so schmecke er noch besser. Dieselben Gnocchi verwende ich übrigens auch für die Gnocchi-Pfanne mit Paprika und Tomaten, wenn der Ofen belegt ist. Und wenn du mehr Ofengerichte dieser Art suchst, findest du sie unter Eintöpfe und Aufläufe — dort steht auch die einfache Lasagne für vier, die nach demselben Prinzip funktioniert, nur mit mehr Arbeit.
Ich mache diesen Auflauf inzwischen so oft, dass ich das Rezept nicht mehr nachschlagen muss. Und ganz ehrlich: An Mittwochen wie diesem ist mir das mehr wert als jedes aufwendigere Essen.
