Wie viele Schnitzel bekommst du aus zwei Hähnchenbrustfilets? Wenn du sie so brätst, wie sie in der Packung liegen: zwei. Wenn du sie flach klopfst und einmal quer durchschneidest: vier, und jedes davon ist so groß wie ein Handteller.
Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Abendessen, bei dem zwei Erwachsene satt werden, und einem, bei dem vier Leute einen vollen Teller haben. 550 g Hähnchenbrust kosten bei uns 5,29 €. Verteilt auf vier Portionen sind das 1,32 € Fleisch pro Person – und der Teller sieht trotzdem nach Schnitzel aus.
Das Klopfen übernimmt bei uns übrigens mein Sohn, neun Jahre alt. Er hält das für den besten Job in der ganzen Küche. Seit einmal ein Spritzer Hähnchensaft an der Lampe über dem Esstisch klebte, liegt das Fleisch dabei zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie.

Wie werden aus zwei Filets vier Schnitzel?
Leg das Filet flach auf ein Brett und schneide es mit einem scharfen Messer waagerecht einmal durch, sodass zwei dünnere Scheiben entstehen. Dann jede Scheibe zwischen Folie legen und mit dem Boden eines schweren Topfes oder einem Nudelholz flach klopfen, bis sie ungefähr einen halben Zentimeter dick ist.
Nicht mit voller Wucht draufhauen, sonst reißt das Fleisch. Von der Mitte nach außen arbeiten, gleichmäßig. Dünnes Fleisch braucht in der Pfanne nur drei Minuten pro Seite und bleibt saftig – dicke Filets brauchen doppelt so lang und werden außen trocken, bevor sie innen gar sind.
Wie geht das Ganze der Reihe nach?
- Die Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser aufsetzen. Sie brauchen etwa 20 Minuten – in der Zeit ist alles andere fertig.
- Die Gurke schälen und in dünne Scheiben hobeln oder schneiden. In eine Schüssel geben, mit einem halben Teelöffel Salz bestreuen und zur Seite stellen.
- Die Filets halbieren und flach klopfen, dann von beiden Seiten salzen und pfeffern.
- Drei tiefe Teller aufstellen: Mehl in den ersten, zwei verquirlte Eier in den zweiten, Semmelbrösel in den dritten. Jedes Schnitzel erst durchs Mehl ziehen und abklopfen, dann durchs Ei, dann in die Brösel drücken.
- Reichlich Öl in einer großen Pfanne erhitzen – der Boden muss gut bedeckt sein. Die Schnitzel bei mittlerer bis hoher Hitze drei Minuten pro Seite braten, bis sie goldbraun sind. Nicht alle auf einmal in die Pfanne, sonst kühlt das Öl aus.
- Die fertigen Schnitzel auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen.
- Für den Salat: Die Zwiebel sehr fein würfeln. Das Wasser, das die Gurke gezogen hat, abgießen. Drei Esslöffel Essig, zwei Esslöffel Öl, eine Prise Zucker und Pfeffer dazu, die Zwiebel unterheben, Petersilie darüber.
Wo spare ich hier am meisten?
Am Fleisch, aber nicht durch billigeres Fleisch – durch dünneres. Vier flach geklopfte Schnitzel aus 550 g sättigen genauso wie vier dicke aus einem Kilo, weil die Panade und die Beilagen den Rest übernehmen. Das ist eine Ersparnis von fast fünf Euro pro Abendessen.
- Semmelbrösel selbst machen. Altbackene Brötchen reiben oder im Mixer zerkleinern kostet nichts. Gekaufte Brösel liegen bei etwa 1,29 € für 500 g – auch nicht viel, aber warum wegwerfen, was man ohnehin hat.
- Hähnchenbrust im Angebot einfrieren. Wenn die 500-g-Packung für 3,99 € statt 5,29 € im Prospekt steht, nehme ich zwei mit. Portionsweise eingefroren halten sie drei Monate.
- Gurke statt Blattsalat. Eine Salatgurke kostet 79 Cent und reicht für vier Portionen Salat. Ein Kopfsalat kostet ungefähr dasselbe, wiegt halb so viel und ist nach zwei Tagen im Kühlschrank matschig.
- Öl nicht sparen. Das ist der eine Punkt, an dem Geiz sich rächt. Zu wenig Öl in der Pfanne heißt fleckige Panade, die an manchen Stellen verbrennt und an anderen roh bleibt.

Muss der Gurkensalat vorher ziehen?
Salzen ja, dressen nein. Die Gurke soll zehn Minuten mit dem Salz stehen und Wasser ziehen, das gießt du ab. Sonst verwässert dein Dressing im Teller. Essig und Öl kommen erst kurz vor dem Essen dazu, sonst wird der Salat weich und lasch.
Ein Löffel Schmand im Dressing macht ihn cremiger, wenn du welchen im Kühlschrank hast. Meine Tochter isst ihn allerdings nur klar, mit Essig und Öl, und zwar nur, wenn die Zwiebel so fein geschnitten ist, dass man sie nicht sieht. Das habe ich nach einigen zurückgeschobenen Schüsseln gelernt.
Warum fällt die Panade ab?
Drei Gründe, in dieser Reihenfolge: Das Fleisch war nass, das Mehl wurde vergessen, oder die Pfanne war zu kalt. Tupfe die Filets vor dem Panieren mit Küchenpapier trocken. Die Mehlschicht ist der Kleber zwischen Fleisch und Ei – ohne sie hält nichts. Und in lauwarmem Öl saugt sich die Panade voll, statt sofort eine Kruste zu bilden.
Ein vierter, weniger bekannter Punkt: Drück die Brösel fest an, aber wende die Schnitzel in der Pfanne nur ein einziges Mal. Jedes Hin und Her lockert die Kruste.
Was kommt dazu auf den Tisch?
Bei uns Salzkartoffeln, weil sie 800 g für unter einem Euro kosten und mit einer Flocke Butter jedes Kind glücklich machen. Wer die 20 Minuten Kochzeit nicht hat, nimmt Brot – das funktioniert genauso, gerade wenn der Gurkensalat dabei ist. Eine Zitronenscheibe auf dem Schnitzel wäre schön, aber die kaufe ich nur, wenn ich sie ohnehin für etwas anderes brauche.
Das Nächste, was ich hier probiere: die Hälfte der Semmelbrösel durch zerbröselte Cornflakes ersetzen. Bei den Hähnchen-Nuggets mit Cornflakes-Panade ist die Kruste dadurch deutlich knuspriger geworden, und billiger ist es auch. Weitere Abendessen, die in unter einer halben Stunde fertig sind, findest du unter Schnelle Küche.
