Im Brotkasten liegt seit Samstag ein einzelnes Brötchen, hart wie ein Kieselstein. Wegwerfen kommt nicht infrage, für Arme Ritter ist es zu wenig, und für die Kinder ist es sowieso nicht mehr zu gebrauchen. Genau dieses Brötchen ist der Grund, warum bei uns montags oft Frikadellen auf dem Tisch stehen.
Eingeweicht und ausgedrückt macht es aus 500 g Hackfleisch acht Frikadellen statt sechs. Die Masse wird lockerer, saftiger, und der Teller ist voller, ohne dass ich mehr Fleisch kaufe. Mit Salzkartoffeln, Erbsen und Möhren kostet das Ganze 6,95 € für vier Personen — 1,74 € pro Portion.
Das Grundrezept für acht Frikadellen
- Das altbackene Brötchen in kaltem Wasser einweichen, zehn Minuten liegen lassen, dann mit beiden Händen gründlich ausdrücken. Es soll feucht sein, nicht nass — sonst zerfallen die Frikadellen in der Pfanne.
- Die Zwiebel sehr fein würfeln. Bei uns ist das wichtig: Mein Sohn isst nichts, in dem er Stücke erkennt, und mit grob gehackter Zwiebel habe ich schon Diskussionen verloren, die ich nicht führen wollte.
- 500 g gemischtes Hackfleisch mit dem ausgedrückten Brötchen, der Zwiebel, 1 Ei, 1 EL mittelscharfem Senf, Salz, Pfeffer und 1 TL Paprikapulver in einer Schüssel mit den Händen verkneten. Zwei Minuten reichen, länger macht die Masse zäh.
- Die Masse zehn Minuten stehen lassen. In der Zeit die Kartoffeln schälen, in Salzwasser aufsetzen und die Möhren in Scheiben schneiden.
- Mit angefeuchteten Händen acht Frikadellen formen und flach drücken, etwa zwei Zentimeter dick. Flach heißt: Sie garen durch, ohne außen zu verbrennen.
- In einer Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze von jeder Seite sechs bis acht Minuten braten. Nicht ständig wenden, einmal reicht. Wer eine kleine Pfanne hat, brät zwei Runden und hält die erste im Ofen bei 80 °C warm.
- Die Möhren in einem Topf mit wenig Wasser und der Butter zehn Minuten dünsten, dann die gefrorenen Erbsen dazugeben und weitere fünf Minuten garen. Mit Salz, Pfeffer und Petersilie abschmecken.

Fünf Abwandlungen, die bei uns funktionieren
- Statt Brötchen: zwei Scheiben altbackenes Toastbrot oder ein Rest Graubrot ohne Rinde. Semmelbrösel aus der Tüte gehen zur Not auch, dann aber drei Esslöffel Milch dazu — trocken saugen sie der Masse den Saft weg.
- Mit Gemüse in der Masse: eine grob geriebene Möhre oder ein Stück geriebene Zucchini untermischen. Streckt die Masse auf zehn Frikadellen und ist auf dem Teller nicht zu sehen.
- Als Hackbraten: dieselbe Masse in eine gefettete Kastenform drücken und bei 180 °C 45 Minuten backen. Kein Braten, kein Spritzen, und der Ofen macht die Arbeit allein.
- In Tomatensoße: die fertigen Frikadellen in eine Dose passierte Tomaten mit Zwiebel und Oregano legen und zehn Minuten ziehen lassen. Dazu Nudeln statt Kartoffeln.
- Kleiner für die Brotdose: aus derselben Menge 16 kleine Bällchen formen, fünf Minuten pro Seite braten. Kalt in der Dose sind sie am nächsten Tag beliebter als jede Wurst.

Wo bei diesem Essen das Geld bleibt
Das Hackfleisch ist mit 3,60 € für 500 g der halbe Preis des Abendessens. Alles andere zusammen kostet 3,35 €. Genau deshalb geht es bei Frikadellen nicht darum, billigeres Fleisch zu kaufen, sondern darum, aus derselben Packung mehr Teller zu machen. Das Brötchen für 35 Cent bringt zwei zusätzliche Frikadellen — das ist die beste Rendite in diesem Rezept.
Bei der Beilage spare ich mit Tiefkühlerbsen. 450 g kosten 89 Cent und liegen im Fach, bis ich sie brauche; frische Erbsen aus der Schote kosten das Vielfache und machen zwanzig Minuten Arbeit. Die Möhren kaufe ich im 1-kg-Beutel für 89 Cent statt lose, und die Kartoffeln sowieso im 2,5-kg-Sack.
Der Fehler wäre, fertige Frikadellen aus der Kühltheke zu nehmen. Vier Stück kosten dort 3,49 €, das ist fast der Preis meiner ganzen Hackpackung — und für vier Personen bräuchte ich zwei Packungen. Wenn du Hack im Angebot siehst, kauf zwei Packungen und friere eine flach im Beutel ein; genauso mache ich es für den Kartoffel-Hackfleisch-Auflauf.
Am nächsten Tag
Bei uns bleiben fast immer zwei Frikadellen übrig, und das mit Absicht. Am nächsten Morgen halbiere ich eine, lege sie mit einem Klecks Senf in ein Brötchen und packe sie in die Brotdose. Mein Sohn nennt das seinen Burger und hat noch nie gemerkt, dass es die Reste von gestern sind.
Probier ruhig einmal die Variante mit der geriebenen Möhre in der Masse — von zehn statt acht Frikadellen wird niemand weniger satt, und der Preis pro Teller sinkt noch einmal. Weitere Abendessen, die in unter einer Stunde fertig sind, findest du in der Kategorie schnelle Küchen, zum Beispiel die Currywurst mit Ofenpommes.
