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Günstige Abendessen 1,09 € / Portion

Blechpizza mit Gemüse und selbst gemachtem Teig

Blechpizza mit Paprika, Zwiebeln und Mais, in acht Stücke geschnitten
Vorbereitung: 25 Min.Kochzeit: 18 Min.Gesamt: 43 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Weizenmehl Type 405 500 g 0,55 €
Trockenhefe 1 Päckchen 0,12 €
Passierte Tomaten 500 g 0,65 €
Geriebener Gouda 250 g 1,79 €
Rote Paprika 1 Stück 0,55 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Mais aus der Dose 150 g (abgetropft) 0,45 €
Öl, Salz, Zucker, Oregano, Knoblauchpulver nach Bedarf 0,12 €
Gesamtkosten: 4,35 € 1,09 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Mai 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

2,29 € steht auf dem Preisschild der Tiefkühlpizza bei Aldi. 400 Gramm, laut Packung eine Portion. Bei uns sitzen vier am Tisch, zwei davon Kinder, die abends Hunger haben wie nach einem Umzugstag. Drei Stück wären 6,87 €, und richtig satt wären wir davon nicht.

Mein Blech kostet 4,35 €. Mit allem: Teig, Tomaten, Käse, Gemüse. Acht ordentliche Stücke, also 54 Cent pro Stück. Zwei davon und ein Glas Wasser, und mein Neunjähriger ist fertig.

Was mich jahrelang abgehalten hat, war der Teig. Ich hielt Hefeteig für etwas, das man nur mit Küchenmaschine und einem freien Nachmittag anfängt. Stimmt nicht. Fünf Minuten rühren, dann arbeitet die Hefe allein, während ich Hausaufgaben kontrolliere und die Waschmaschine ausräume.

Warum bei uns keine Tiefkühlpizza mehr im Wagen landet

Der Teig für ein ganzes Blech kostet mich 77 Cent: 500 g Mehl für 55 Cent, ein Päckchen Trockenhefe für zwölf, dazu ein Schuss Öl, Salz und eine Prise Zucker. Selbst der ausgerollte Fertigteig aus dem Kühlregal, der bei Lidl 1,29 € kostet, ist fast doppelt so teuer — und er reicht bei mir nie ganz bis in die Ecken vom Blech.

Der teuerste Posten liegt woanders: 250 g geriebener Gouda für 1,79 €. Das ist genau die Menge, die ein Blech braucht. Ich habe es mit 400 g probiert, weil ich dachte, viel Käse sei viel gut. Das Ergebnis war schwer, ölig und die Kinder haben die Hälfte liegen lassen.

Der Rest ist Kleingeld: eine rote Paprika für 55 Cent, eine Zwiebel für zwölf, eine kleine Dose Mais für 45. Zusammen 4,35 € für ein Blech, das bei uns für ein Abendessen und zwei Brotdosen reicht.

Zutaten für die Blechpizza: Mehl, Hefe, passierte Tomaten, Reibekäse, Paprika, Zwiebel und Mais
Alles zusammen 4,35 € — der Käse ist davon der teuerste Posten.

Mein erster Versuch war ein Pizzabrot

Beim ersten Mal habe ich den Teig gut einen Zentimeter dick auf dem Blech gelassen. Ich dachte, dicker sei sättigender. Nach 20 Minuten war der Belag fertig und der Boden in der Mitte noch roh, also blieb das Blech weitere 15 Minuten drin. Was herauskam, nannte mein Mann freundlich „Pizzabrot“. Meine Tochter hat den Käse abgepult und den Rest liegen lassen.

Seitdem ziehe ich den Teig so dünn aus, dass an ein paar Stellen das Backpapier durchschimmert. Im Ofen geht er sowieso noch auf. Nur an den Rändern lasse ich zwei Finger breit frei und drücke sie etwas dicker — sonst läuft die Tomatensoße über die Kante und brennt auf dem Blech fest.

Katrins Tipp: Heize den Ofen wirklich auf 250 °C vor und schieb das Blech ganz nach unten, auf die unterste Schiene. Der Boden bekommt die Hitze dann von unten und ist in 15 bis 18 Minuten knusprig. Auf der mittleren Schiene bei 200 °C habe ich zwei Jahre lang weiche Böden gebacken und mich gewundert, woran es liegt.

So mache ich das Blech

  1. 300 ml lauwarmes Wasser in eine große Schüssel gießen, 1 Päckchen Trockenhefe und 1 TL Zucker einrühren und fünf Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet.
  2. 500 g Mehl, 2 TL Salz und 3 EL Öl zugeben und mit dem Knethaken oder der Hand fünf Minuten kneten, bis der Teig glatt ist. Er bleibt weicher als Brotteig und klebt leicht — das gehört so.
  3. Zugedeckt an einem warmen Platz 45 bis 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat.
  4. In der Zwischenzeit die Zwiebel in feine Ringe schneiden, die Paprika in schmale Streifen, den Mais abtropfen lassen.
  5. Ofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und mit den Händen von der Mitte aus bis in alle vier Ecken ziehen.
  6. Die passierten Tomaten mit 1 TL Salz, 1 TL Oregano, einer Prise Zucker und etwas Knoblauchpulver verrühren und dünn aufstreichen. Zwei Finger breit Rand frei lassen.
  7. Gemüse gleichmäßig verteilen, den Reibekäse darüberstreuen.
  8. 15 bis 18 Minuten auf der untersten Schiene backen, bis der Käse Blasen wirft und der Rand goldbraun ist. Kurz auf dem Blech ruhen lassen, dann in acht Stücke schneiden.
Das ungebackene Blech mit dünn ausgezogenem Teig, Tomatensoße, Gemüse und Käse
Der Teig wird so dünn gezogen, dass stellenweise das Backpapier durchscheint.

Wo bei diesem Blech das Geld gespart wird

An drei Stellen, und die erste ist der Boden. Ein Blechboden aus Mehl, Wasser, Hefe, Öl und Salz kostet unter 80 Cent und macht ungefähr die Hälfte von dem satt, was am Ende auf dem Teller liegt. Wer den Teig kauft, zahlt für dasselbe Ergebnis das Doppelte bis Dreifache.

Die zweite Stelle ist der Belag. Bei uns kommt aufs Blech, was da ist: eine halbe Zucchini vom Vortag, drei Champignons, die letzten Maiskörner. Passierte Tomaten kannst du durch eine Dose gehackte Tomaten für 55 Cent ersetzen, kurz mit dem Pürierstab durchgehen und etwas länger einkochen lassen, damit sie nicht so wässrig sind.

Der Fehler wäre, beim Belag ins Restaurant-Denken zu rutschen. 100 g Salami kosten 1,49 €, eine Kugel Mozzarella 0,99 €, eine Schale Rucola 1,29 €. Damit landest du bei acht Euro fürs Blech und hast den ganzen Vorteil verschenkt. Nach demselben Prinzip funktioniert übrigens auch mein Gemüsekuchen vom Blech mit Quark-Öl-Teig: billiger Boden, günstiges Gemüse, wenig Käse obendrauf.

Die dritte Stelle ist die Menge. Ein Blech ergibt acht Stücke. Wir essen zu viert sechs davon, die anderen zwei kommen kalt in die Brotdose. Ein kaltes Stück Pizza am nächsten Mittag ist bei meinem Sohn beliebter als jedes belegte Brot, und ich spare mir Wurst und Käse fürs Pausenbrot.

Zwei kalte Pizzastücke in der Brotdose neben Apfel und Wasserflasche
Die zwei übrigen Stücke ersetzen bei uns das Pausenbrot.

Wenn die Kinder mitbelegen

Seit einem Jahr ist das Blech bei uns geteilt: Die linke Hälfte belegen die Kinder, die rechte ich. Meine Tochter legt den Mais in Reihen, mein Sohn stapelt die Paprikastreifen zu einem Turm, der im Ofen zusammenfällt. Es sieht hinterher aus wie zwei verschiedene Pizzen, und es wird deutlich mehr gegessen als früher, wo ich alles gleichmäßig verteilt habe.

Wenn Teig übrig bleibt, weil ich mich beim Ausziehen verschätzt habe, wandert der Rest zu Pizzaschnecken für die Brotdose — mit einem Löffel von der Tomatensoße und einer Handvoll Käse. Weitere Abendessen ohne Fleisch, die unter 1,50 € pro Portion bleiben, findest du in der Kategorie vegetarisch günstig.

Was kommt bei euch aufs Blech? Bei uns ändert sich das jede Woche mit dem, was donnerstags im Gemüsefach noch liegt und bis zum Wochenende nicht mehr durchhält.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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