Wie viele Beutel TK-Gemüse liegen bei dir gerade im Gefrierfach, und wann hast du den letzten davon aufgemacht? Bei mir waren es zeitweise vier, drei davon Brokkoli, alle im Angebot gekauft und dann vergessen. Aus zweien davon wird an einem Werktagabend eine Suppe, die vier Leute satt macht und einen Euro pro Teller kostet.
Das Prinzip ist simpel: Brokkoli, eine Kartoffel, eine Zwiebel, Brühe, alles weich kochen und pürieren. Die Kartoffel macht die Suppe cremig, ganz ohne Sahne. Obendrauf kommen Croutons aus Brot, das sonst niemand mehr essen würde. Weitere Suppen für die ganze Familie stehen unter Suppen für die Familie.
Das Grundrezept
- Ansatz. Eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein würfeln und in einem großen Topf mit einem Esslöffel Öl bei mittlerer Hitze glasig dünsten, etwa drei Minuten. Nicht braun werden lassen, sonst schmeckt die Suppe hinterher bitter.
- Kartoffeln dazu. 400 g mehligkochende Kartoffeln schälen, klein würfeln und mit in den Topf geben. Zwei Minuten mitdünsten.
- Aufgießen. 1,2 Liter Gemüsebrühe angießen und aufkochen. Die Kartoffelwürfel 10 Minuten kochen lassen — sie brauchen länger als der Brokkoli und bekommen deshalb Vorsprung.
- Brokkoli hinein. 750 g TK-Brokkoli direkt gefroren in den Topf geben, wieder aufkochen und 8 bis 10 Minuten kochen, bis die Röschen mit der Gabel leicht zerdrückbar sind. Länger nicht — dann verliert die Suppe ihr Grün und wird grau.
- Pürieren. Topf von der Platte ziehen und mit dem Pürierstab durchgehen, bis keine Stücke mehr da sind. Wer keinen Pürierstab hat, drückt alles durch ein Sieb oder stampft es kräftig — das wird gröber, schmeckt aber genauso.
- Cremig machen. 100 g Schmand einrühren und 100 g Reibekäse portionsweise unterrühren, bis er geschmolzen ist. Ab jetzt darf die Suppe nicht mehr kochen, sonst flockt der Käse aus. Mit Salz, Pfeffer und einer guten Prise Muskat abschmecken.
- Croutons obendrauf. Die Suppe in Teller füllen und die knusprigen Brotwürfel erst kurz vor dem Essen darüberstreuen. Wer sie mitkocht, hat Brei.

Die Croutons aus altem Brot
Vier Scheiben Brot, das ein paar Tage alt ist, in Würfel von einem Zentimeter schneiden. Rinde bleibt dran, Sorte ist egal — Graubrot, Toast, ein Kanten Baguette vom Sonntag, alles wird knusprig. Frisches Brot funktioniert schlechter, weil es das Fett aufsaugt und weich bleibt.
In einer Pfanne einen Esslöffel Öl und ein kleines Stück Butter erhitzen. Die Würfel hineingeben und bei mittlerer Hitze sechs bis acht Minuten rösten, dabei alle ein bis zwei Minuten mit dem Pfannenwender wenden. Wenn sie goldbraun sind, mit Salz und einer Prise Paprikapulver bestreuen und sofort aus der Pfanne auf einen Teller kippen. In der heißen Pfanne würden sie nachdunkeln.
Meine ersten Croutons kamen aus dem Backofen, weil ich es überall so gelesen hatte: Blech, Öl, 15 Minuten bei 180 Grad. Sie waren staubtrocken und schmeckten nach nichts, außerdem lief eine halbe Stunde der Ofen für vier Scheiben Brot. In der Pfanne dauert es acht Minuten, sie werden außen knusprig und innen noch ein bisschen weich, und das Butterstückchen macht den Geschmack, den der Ofen nie hinbekommen hat.
Fünf Abwandlungen
- Mit Lauch statt Zwiebel. Eine halbe Stange Lauch in Ringen mitdünsten, das macht die Suppe milder und ein bisschen süßer. Kostet rund 40 Cent mehr und lohnt sich vor allem, wenn ohnehin eine angebrochene Stange im Kühlschrank liegt.
- Halb Brokkoli, halb Blumenkohl. Je 400 g TK von beidem. Die Suppe wird blasser und deutlich milder — bei uns die Version, die auch das Kind isst, das „nichts Grünes“ mag.
- Mit Frischkäse statt Schmand. Zwei gehäufte Esslöffel Kräuterfrischkäse einrühren. Dann kannst du den Reibekäse weglassen, und die Suppe bleibt trotzdem cremig. Preislich landet man fast auf dem gleichen Punkt.
- Als Sattmacher mit Nudeln. Eine Handvoll kleine Suppennudeln separat kochen und erst im Teller unterrühren. Für zwölf Cent mehr wird aus der Vorspeisensuppe ein volles Abendessen — praktisch, wenn Besuch kommt und die Menge knapp wird.
- Mit Speckwürfeln. 75 g Schinkenwürfel in der Pfanne auslassen, bevor die Croutons hineinkommen. Die Brotwürfel braten dann im Speckfett, und beides zusammen wandert auf die Suppe. Etwa 60 Cent extra, dafür ist auch der Skeptiker am Tisch versorgt.

Wo das Geld gespart wird
Der ganze Topf kostet 4,01 €, das sind genau 1,00 € pro Teller. Der größte Posten ist der Brokkoli mit 1,49 € für 750 g, und genau da steckt auch der eigentliche Spartipp: TK statt frisch. Ein frischer Brokkolikopf wiegt mit Strunk rund 500 g und kostet je nach Saison 1,49 € bis 1,99 €. Nach dem Putzen bleiben davon vielleicht 350 g Röschen übrig, den Rest wirft man weg oder muss ihn extra schälen. Beim TK-Beutel sind 750 g drin, die zu 750 g in den Topf gehen. Aufs verwertbare Gewicht gerechnet zahle ich für frischen Brokkoli mehr als das Doppelte.
Die Kartoffel ist der zweite Trick. 400 Gramm für 50 Cent ersetzen einen Becher Sahne für 89 Cent — beim Pürieren gibt die Stärke der Suppe genau die Bindung, für die sonst Sahne zuständig wäre. Wer es noch sämiger mag, nimmt 100 g mehr Kartoffeln statt mehr Milchprodukt.
Die Brühe mache ich mit Instantpulver, ein gestrichener Teelöffel auf einen halben Liter. Ein Glas Fertig-Gemüsebrühe kostet über zwei Euro und schmeckt nicht besser. Wenn ich am Wochenende ein Hähnchen gekocht habe, nehme ich natürlich den Fond — aber dafür extra etwas anzusetzen, lohnt bei dieser Suppe nicht.
Der Fehler wäre, die Suppe nach dem Käse noch einmal aufkochen zu lassen. Ich habe das gemacht, weil sie mir zu lau geworden war, und hatte anschließend gelbe Flöckchen auf einer grauen Suppe. Sie war nicht ungenießbar, aber niemand wollte einen zweiten Teller. Wenn du sie aufwärmst, dann bei kleiner Hitze und mit Geduld.
Und was den Käse angeht: 100 g Reibekäse für 72 Cent klingen nach dem Posten, an dem man kürzen könnte. Kann man auch — mit 50 g schmeckt sie immer noch gut. Ganz ohne wird sie allerdings dünn, und dann rühren alle nur darin herum.
Beim nächsten Mal
Die Suppe hält sich im Kühlschrank drei Tage und lässt sich portionsweise einfrieren, am besten vor dem Käse. Wenn bei dir das alte Brot schneller nachwächst als der Brokkoli, ist die Brotsuppe aus hartem Brot der nächste logische Schritt, und für die Tage, an denen es orange statt grün sein soll, steht die sämige Möhrensuppe mit Kartoffeln bereit.
Ich probiere beim nächsten Mal eine Variante mit einem Teelöffel Currypulver, das ich zusammen mit der Zwiebel anröste. Bei der Möhrensuppe funktioniert das gut, und ich sehe keinen Grund, warum es beim Brokkoli anders sein sollte. Falls du schneller bist als ich: Fang mit einem halben Teelöffel an, Curry wird beim Ziehen kräftiger.
