Es war ein Mittwoch Ende Januar, kurz nach halb sieben, und ich stand vor einem Schrank, in dem eine Menge Zeug stand — nur nichts, woraus ein Abendessen wird. Eine angebrochene Packung Speisestärke. Vier Sorten Tee. Backpulver. Ein einzelner Zwieback in einer Tüte, die schon offen war. Im Kühlschrank Butter, ein Joghurt und die Reste vom Frühstück. Beide Kinder hatten Hunger, ich hatte gerade Feierabend, und bis zum Laden sind es zwölf Minuten hin und zwölf zurück.
Wir haben Pizza bestellt. 27,90 € für vier Stück plus Trinkgeld für den Fahrer. Das wurmt mich bis heute — nicht wegen des Geldes an sich, sondern weil ich am nächsten Tag im Laden ausgerechnet habe, was für dieses Geld in meinem Schrank hätte stehen können: Nudeln, Reis, Linsen, Dosentomaten, Öl und Gewürze. Genug für sechs, sieben Abendessen zu viert. Seitdem gibt es bei uns ein Grundgerüst im Schrank, das ich nicht antaste, um Platz für Kekse zu schaffen.

Alles, was jetzt kommt, steht bei mir tatsächlich im Schrank. Ich habe die Preise Anfang März 2026 bei Aldi und Lidl in Dortmund abgeschrieben, durchweg Eigenmarken. Bei dir liegen sie vielleicht ein paar Cent daneben, die Größenordnung stimmt trotzdem. Und ich habe nur aufgenommen, was ich mindestens zweimal im Monat wirklich in der Hand habe.
Die Liste
| Produkt | Menge | Preis | Wofür |
|---|---|---|---|
| Trockenware | |||
| Spaghetti | 500 g | 0,79 € | Aglio e Olio, Bolognese, Nudeln mit allem |
| Hörnchennudeln | 500 g | 0,79 € | Auflauf, Nudelsalat, Käsesauce |
| Langkornreis | 1 kg | 1,79 € | Beilage, Curry, gebratener Reis |
| Rote Linsen | 500 g | 1,49 € | Bolognese ohne Hack, Curry, Suppe |
| Weizenmehl Type 405 | 1 kg | 0,79 € | Pfannkuchen, Mehlschwitze, Pizzateig |
| Haferflocken, kernig | 500 g | 0,79 € | Frühstück, Bratlinge, Kekse |
| Zucker | 1 kg | 0,99 € | Backen, eine Prise in jede Tomatensauce |
| Weichweizengrieß | 500 g | 0,69 € | Grießbrei, Klößchen für die Suppe |
| Zwischensumme Trockenware | 8,12 € | ||
| Konserven und Gläser | |||
| Gehackte Tomaten | 3 × 400 g | 1,47 € | Sauce, Suppe, Eintopf — das Arbeitspferd |
| Passierte Tomaten | 2 × 500 g | 1,10 € | Pizzasauce, glatte Nudelsauce |
| Tomatenmark | 200 g | 0,45 € | Tiefe im Geschmack, mitrösten |
| Weiße Bohnen | 2 × 400 g | 1,30 € | Eintopf, Bohnen in Tomatensauce |
| Mais | 2 × 285 g | 1,10 € | Salat, Pizza, Reispfanne |
| Kokosmilch | 400 ml | 0,99 € | Linsencurry, milde Sauce für Kinder |
| Apfelmus | 720 ml | 0,89 € | Zu Pfannkuchen, Puffern, Milchreis |
| Zwischensumme Konserven | 7,30 € | ||
| Basics: Öl, Gewürze, Zwiebeln | |||
| Sonnenblumenöl | 1 l | 2,29 € | Braten, Backen, alles Heiße |
| Olivenöl | 500 ml | 3,29 € | Nudeln, Dressing, kalt drüber |
| Salz | 500 g | 0,39 € | Überall |
| Pfeffer, gemahlen | 50 g | 0,79 € | Überall |
| Paprikapulver edelsüß | 50 g | 0,79 € | Gulasch, Bratkartoffeln, Dips |
| Oregano, getrocknet | 10 g | 0,55 € | Alles mit Tomate |
| Currypulver | 50 g | 0,79 € | Linsencurry, Reispfanne |
| Gemüsebrühe, gekörnt | Glas für ca. 20 l | 1,49 € | Suppe, Sauce, Kochwasser |
| Trockenhefe | 4 × 7 g | 0,39 € | Pizzateig, Brot, Hefeschnecken |
| Backpulver | 6 × 15 g | 0,39 € | Rührkuchen, Waffeln |
| Weißweinessig | 750 ml | 0,89 € | Dressing, Säure in den Eintopf |
| Zwiebeln | 2-kg-Netz | 1,79 € | Grundlage von fast allem |
| Knoblauch | 3er-Netz | 0,89 € | Grundlage vom Rest |
| Zwischensumme Basics | 14,73 € | ||
| Gesamt | 30,15 € | ||
30,15 € für die komplette Liste, wenn du bei null anfängst. Das tut vermutlich niemand: Salz, Mehl, Zucker und ein Öl stehen in jeder Küche irgendwo herum, damit bist du eher bei 24 oder 25 €. Und ein Teil davon hält lange. Das Kilo Reis reicht bei uns für drei Abendessen zu viert, die 500 g roten Linsen für vier, das Glas Brühe für ungefähr acht Wochen. Nur die Zwiebeln und der Knoblauch werden regelmäßig leer, weil sie in fast jedem Topf landen.
Was auf der Liste fehlt, ist Absicht. Keine Konservenerbsen (die kaufe ich tiefgekühlt, sie schmecken einfach mehr nach etwas), kein Reibekäse, keine Milch, keine Butter — das sind Kühlschranksachen, die nach Datum leben und deshalb zum Wocheneinkauf gehören, nicht in den Vorrat. Der Schrank soll das können, was der Kühlschrank nicht kann: einfach dastehen und warten.
Was ich NICHT auf Vorrat kaufe
Ich habe im Sommer 2024 vier Kilo Vorräte in den Müll geworfen. Mehlmotten, angefangen in einer Tüte Haferflocken aus dem Angebot, von der ich gleich drei genommen hatte. Sie waren dann im Mehl, im Grieß, in den Nudeln, in der Packung Rosinen. Das war der Moment, in dem ich gelernt habe, dass „günstig gekauft“ und „günstig gegessen“ zwei verschiedene Dinge sind. Seitdem gilt bei mir: nur so viel, wie ich in ungefähr drei Monaten aufbrauche, und alles Offene in Schraubgläser oder Dosen mit Deckel.
Und diese Sachen kommen gar nicht erst in den Wagen:
- Fertige Nudelsaucen im Glas. 1,29 € für 400 g, in denen vor allem Tomate, Wasser und Zucker sind. Eine Dose gehackte Tomaten für 49 Cent plus Zwiebel, Knoblauch und Oregano ergibt mehr Sauce und schmeckt nach mehr.
- Gewürzmischungen für ein einziges Gericht. Taco-Gewürz, Gyros-Gewürz, Ofenkartoffel-Gewürz. Ich habe drei davon im Schrank gehabt, alle drei bestehen zum größten Teil aus Salz und Paprikapulver, und zwei sind abgelaufen, bevor sie halb leer waren.
- Große Mengen von etwas, das ich noch nie gekocht habe. Bei mir waren es fünf Dosen Kichererbsen im Angebot. Nach einem Jahr standen noch vier da. Erst das Rezept, dann der Vorrat — nicht umgekehrt.
- Tütensuppen und Fixprodukte. 0,69 € pro Tüte für zwei kleine Teller. Eine Kartoffelsuppe für vier aus echten Kartoffeln kostet mich etwa einen Euro insgesamt.
- Doppelt so viel, weil „ab 2 Stück günstiger“. Das funktioniert bei Dosentomaten und Nudeln, weil die ewig halten. Bei allem anderen kaufe ich damit vor allem Platz weg, den ich nicht habe. Mein Schrank ist 60 cm breit, und das ist die ehrlichste Mengenbegrenzung, die es gibt.
Drei Essen, die du sofort daraus kochen kannst
Die drei hier stehen bei uns fest im Programm, und für alle drei brauchst du fast nichts außer dem, was oben in der Tabelle steht.
Spaghetti Aglio e Olio
Spaghetti, Knoblauch, Olivenöl, Salz, Pfeffer. Mehr ist nicht nötig, und es ist trotzdem eines der Essen, nach denen meine Kinder von sich aus fragen — sie nennen es „Knoblauchnudeln“. Petersilie nehme ich aus dem Tiefkühlfach, wenn keine frische da ist, und wenn altes Brot herumliegt, werden daraus geriebene Semmelbrösel, die geröstet über die Nudeln kommen. 0,79 € pro Portion. Hier ist das ganze Rezept mit dem Trick, der aus Öl eine Sauce macht.
Weiße Bohnen in Tomatensauce
Eine Dose weiße Bohnen, eine Dose gehackte Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Tomatenmark, Paprikapulver, Oregano — steht in zwanzig Minuten auf dem Tisch. Dazu Brot, auch hartes, das ich in der Pfanne mit etwas Öl anröste. Mein Großer hat beim ersten Mal misstrauisch geguckt und dann nachgeholt. 0,79 € pro Portion. Zum Rezept.
Rote-Linsen-Curry mit Reis
Rote Linsen, Reis, Kokosmilch, gehackte Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Tomatenmark, Brühe, Currypulver — bis auf eine Handvoll TK-Erbsen kommt alles aus dem Schrank. Die Linsen zerfallen beim Kochen und machen die Sauce von allein sämig, da muss nichts angedickt werden. Bei uns gibt es das oft donnerstags, weil der Kühlschrank donnerstags am leersten ist. 1,03 € pro Portion. Zum Rezept.
Rechne mal nach: drei komplette Abendessen für vier Personen, zusammen unter elf Euro, und dein Schrank ist danach noch längst nicht leer.
Wie du den Vorrat nachfüllst, ohne dass es teuer wird
Der Aufbau kostet einmal 30 €. Alles danach läuft nebenher, wenn du zwei Regeln einhältst.
Erste Regel: aufschreiben beim Anbrechen, nicht beim Leerwerden. Innen an meiner Schranktür klebt ein Zettel und daneben hängt ein Bleistift an einer Schnur. Sobald ich die letzte Packung Nudeln aufmache, kommt „Nudeln“ auf den Zettel — nicht erst, wenn die auch leer ist. So habe ich immer noch eine Woche Puffer und muss nie zum vollen Preis irgendwo etwas Schnelles mitnehmen. Der Zettel geht Samstag mit zum Einkauf, und was nicht draufsteht, kommt auch nicht in den Wagen.

Zweite Regel: eine Position pro Woche. Ich packe bei jedem Wocheneinkauf ein bis zwei Vorratssachen extra dazu, nie mehr. Das sind zwei, drei Euro über dem normalen Einkauf und fällt in einem 90-Euro-Wagen nicht auf. In zehn Wochen ist der Schrank so von allein wieder voll, ohne dass es je einen Monat gab, in dem es eng wurde.
Beim Auffüllen stelle ich Neues immer nach hinten und ziehe die alten Dosen nach vorne. Klingt nach Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen einem Vorrat und einem Lager: Vorne steht, was als Nächstes drankommt. Bei mir hat sonst hinten in der Ecke eine Dose Mais von 2023 überlebt.
Angebote nutze ich nur für die drei Sachen, die bei uns garantiert weggehen und ewig halten: Nudeln, gehackte Tomaten, Reis. Wenn die 400-g-Dose Tomaten von 49 auf 35 Cent runtergeht, nehme ich sechs statt drei. Das sind 84 Cent gespart, und ich weiß hundertprozentig, dass sie gekocht werden. Bei allem anderen habe ich zu oft festgestellt, dass ein Angebot nur dann eins ist, wenn man das Zeug sowieso gekauft hätte.
Letzten Dienstag kam ich zwanzig nach sechs nach Hause, die Bahn hatte wieder Verspätung, und meine Tochter fragte auf halber Treppe, was es zu essen gibt. Ich habe gesagt: „Guck mal in den Schrank.“ Sie kam mit einer Dose Tomaten und einer Packung Spaghetti zurück und war ziemlich stolz auf sich. Um sieben saßen wir am Tisch.
