Ein Kilo Kartoffeln kostet 1,20 €. Das ist der Boden dieses Auflaufs und gleichzeitig der Grund, warum er so billig bleibt: Alles andere, was hineinkommt, lag ohnehin schon im Gemüsefach herum. Bei mir war es diese Woche eine halbe Zucchini, zwei Möhren und eine Paprika, die langsam schrumpelig wurde.
Die rohen Kartoffelscheiben garen in der Sahne-Milch-Mischung mit. Kein Vorkochen, kein zweiter Topf, kein Abgießen. Form einfetten, schichten, übergießen, fünfzig Minuten Ofen. In der Zeit räume ich die Küche auf und die Kinder machen Hausaufgaben.
Welches Gemüse funktioniert
Fast alles, was Reste sind — mit einer Einschränkung: Es muss ungefähr genauso lange garen wie dünne Kartoffelscheiben, oder es kommt roh und klein geschnitten in die Form. Möhren raspele ich deshalb, statt sie in Scheiben zu schneiden. Zucchini, Paprika, Lauch, Brokkoliröschen, Erbsen aus dem Gefrierfach und Champignons gehen direkt hinein.
Was nicht funktioniert: Tomaten und Salatgurke. Beide geben zu viel Wasser ab, die Soße wird dünn und setzt sich unten in der Form ab. Blattspinat nur, wenn er vorher ausgedrückt wurde. Kohl braucht länger als fünfzig Minuten, den koche ich fünf Minuten vor.

Schritt für Schritt
- Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform von etwa 30 mal 20 Zentimetern mit Öl auspinseln, auch an den Rändern.
- Kartoffeln schälen und in Scheiben von zwei bis drei Millimetern schneiden. Wer einen Gemüsehobel hat, nimmt ihn. Ich mache es mit dem Messer und lege dabei immer eine geschnittene Scheibe daneben als Maß.
- Das Gemüse klein schneiden: Möhren raspeln, Zucchini in dünne Halbmonde, Paprika in kleine Würfel. Die Zwiebel fein würfeln.
- Milch, Sahne und Eier in einer Schüssel verquirlen. Kräftig würzen — mindestens ein gestrichener Teelöffel Salz, Pfeffer, eine ordentliche Prise Muskat und ein halber Teelöffel Paprikapulver. Die Kartoffeln nehmen beim Garen viel Würze auf, eine zu zaghaft gesalzene Mischung schmeckt am Ende nach nichts.
- Die Hälfte der Kartoffelscheiben dachziegelartig in die Form legen. Darüber das gesamte Gemüse und die Zwiebel verteilen, etwas salzen. Dann die zweite Hälfte Kartoffeln darauf, möglichst gleichmäßig.
- Die Eiermilch langsam darübergießen, damit sie zwischen die Scheiben laufen kann. Sie soll das Gemüse gerade bedecken, die oberste Kartoffelschicht darf herausschauen — die wird später knusprig.
- Mit Alufolie abdecken und 35 Minuten backen. Dann Folie abnehmen, den Käse darüberstreuen und weitere 15 Minuten ohne Folie backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
- Vor dem Anschneiden zehn Minuten stehen lassen. Frisch aus dem Ofen läuft die Soße auseinander, nach zehn Minuten hält das Stück auf dem Teller zusammen.

Warum die Kartoffeln nicht vorgekocht werden
Vorgekochte Kartoffeln geben in der Form nichts mehr ab und nehmen nichts mehr auf. Sie liegen in der Soße wie Fremdkörper, und die Soße bleibt dünn, weil ihr die Stärke fehlt. Rohe Scheiben geben beim Garen genau diese Stärke ab, und die bindet die Milch-Sahne-Mischung zu etwas, das man tatsächlich cremig nennen kann.
Deshalb nehme ich auch vorwiegend festkochende Kartoffeln, nicht festkochende. Festkochende halten ihre Form zu gut und geben zu wenig ab. Mehligkochende zerfallen — das schmeckt, sieht aber aus wie Brei mit Kruste.
Wo genau das Geld gespart wird
Die Rechnung ist unspektakulär: 1,20 € Kartoffeln, 1,70 € Gemüse, 1,07 € Käse, dazu Milch, Sahne und zwei Eier. Zusammen 6,20 € für eine volle Form, also 1,55 € pro Portion. Ein fertiger Gemüseauflauf aus der Kühltheke kostet für 400 g rund 3,50 € — das ist eine Portion.
Der Punkt ist aber nicht der Vergleich mit dem Fertigprodukt, sondern das Gemüse. Die 1,70 € stehen nur deshalb in der Liste, weil ich irgendwo einen Preis hinschreiben muss. In Wirklichkeit hat mich dieses Gemüse an dem Abend nichts gekostet, weil es sonst am Wochenende in der Biotonne gelandet wäre. Wenn ich einmal die Woche so koche, spare ich über den Monat gut 15 € an weggeworfenem Gemüse — das ist ein halber Wocheneinkauf an Kartoffeln, Nudeln und Reis.
Sparen lässt sich noch an der Sahne. Statt 200 ml Sahne kannst du 200 ml Milch und einen Esslöffel Speisestärke nehmen, das spart 80 Cent und funktioniert genauso — nach dem Prinzip vom Kartoffelgratin ohne Sahne. Beim Käse gilt: 150 g sind großzügig, 100 g reichen für eine geschlossene Kruste. Was nicht gespart werden darf, ist das Salz.
Wenn du Gemüsereste hast, die für eine ganze Form nicht reichen, findest du unter den Gemüseresten kleinere Gerichte — die Gemüsepuffer aus Möhren und Zucchini brauchen zum Beispiel nur zwei Möhren und eine Zucchini.
Am nächsten Tag
Der Auflauf schmeckt kalt aufgeschnitten fast besser als warm, und er lässt sich in Stücken in die Brotdose packen. Zum Aufwärmen kommt er bei mir nicht in die Mikrowelle, sondern zugedeckt für zwölf Minuten bei 160 Grad zurück in den Ofen. Die Kruste wird dann wieder knusprig statt gummiartig.
Meine Kinder essen ihn am zweiten Tag lieber als am ersten, weil die Stücke dann fest sind und man sie mit der Hand nehmen kann. Ich habe irgendwann aufgehört, dagegen etwas zu sagen.
