Im Gemüsefach lagen gestern Abend: eine halbe rote Paprika von den Wraps, zwei Möhren, eine Zucchini mit einer schrumpeligen Stelle und eine einzelne Kartoffel, die vom Kartoffelsalat übrig geblieben war. Zusammen ergibt das noch kein Abendessen — außer, im Schrank steht eine Dose Kokosmilch.
Die kostet bei Aldi 99 Cent, steht im Regal mit den asiatischen Zutaten und ist das Einzige, was ich für dieses Curry wirklich einkaufen muss. Alles andere ist das, was ohnehin da ist. Mit Reis komme ich auf 5,59 € für vier Portionen, also 1,40 € pro Teller.
Das Grundgerüst: fünf Bausteine, immer gleich
Egal, welches Gemüse in der Schublade liegt — der Ablauf ändert sich nicht. Wenn du dir diese fünf Schritte merkst, brauchst du für ein Curry nie wieder ein Rezept:
- Basis: Zwiebel und Knoblauch in Öl glasig braten.
- Gewürze rösten: Currypulver und Tomatenmark eine Minute mitbraten, bis es duftet. Dieser Schritt ist der wichtigste und wird am häufigsten übersprungen.
- Hartes Gemüse zuerst: Kartoffeln und Möhren kommen als Erstes in den Topf, sie brauchen am längsten.
- Flüssigkeit: Kokosmilch plus etwas Brühe, dann köcheln lassen.
- Weiches Gemüse zuletzt: Paprika und Zucchini erst in den letzten sieben Minuten, sonst zerfallen sie.
Zubereitung
- 300 g Reis nach Packungsanweisung aufsetzen. Bei uns läuft er parallel, dann sind Reis und Curry gleichzeitig fertig.
- Zwiebel würfeln, Knoblauch fein hacken. Kartoffeln schälen und in kleine Würfel von etwa 1,5 cm schneiden, Möhren in dünne Scheiben. Paprika und Zucchini in mundgerechte Stücke.
- Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Hitze drei Minuten braten, bis sie glasig sind.
- Zwei gehäufte Teelöffel mildes Currypulver und das Tomatenmark dazugeben und unter Rühren eine Minute mitrösten. Es wird dunkler und riecht deutlich — genau darauf wartest du.
- Kartoffelwürfel und Möhrenscheiben dazugeben, kurz umrühren, dann die Kokosmilch und 200 ml Gemüsebrühe angießen. Aufkochen lassen, dann bei kleiner Hitze mit Deckel zwölf Minuten köcheln.
- Paprika und Zucchini dazugeben und weitere sieben Minuten ohne Deckel köcheln, bis die Kartoffeln weich sind und die Sauce leicht eingedickt ist.
- Mit Salz und einem gestrichenen Teelöffel Zucker abschmecken. Der Zucker klingt seltsam, nimmt der Kokosmilch aber die leicht seifige Note. Mit dem Reis servieren.

Varianten mit dem, was da ist
- Blumenkohl oder Brokkoli: Röschen in den letzten acht Minuten dazu. Auch die Strünke, wenn du sie schälst und würfelst.
- TK-Erbsen: eine Handvoll gefroren in den letzten drei Minuten. Kostet fast nichts und bringt Farbe.
- Reste-Klassiker: ein halber Weißkohl, in feine Streifen geschnitten, zusammen mit den Möhren. Ergibt eine Riesenmenge für kleines Geld.
- Süßkartoffel oder Kürbis statt der Kartoffel — dann brauchst du den Löffel Zucker nicht mehr.
- Sättigender: eine abgetropfte Dose Kichererbsen in den letzten fünf Minuten. Wer es lieber schärfer und mit Blattgemüse mag, findet das im Kichererbsen-Curry mit Spinat.
- Statt Reis: Nudeln gehen auch, oder einfach ein Stück Brot. Reis ist nur die günstigste Variante.
Wo hier gespart wird
Die Kokosmilch ist der Punkt, an dem am meisten Geld liegen bleibt. Die Dose im Asia-Regal kostet 99 Cent für 400 ml. Direkt daneben steht dieselbe Menge als Markenprodukt für 2,29 €, und im Kühlregal gibt es Currysaucen im Glas für 2,49 €, die schon fertig gewürzt sind. Der Unterschied im Topf ist gering, der Unterschied auf dem Kassenzettel ist das Doppelte.
Der zweite Punkt ist das Gemüse. Dieses Curry ist gebaut für Reste, und genau so rechne ich es: Was schon im Kühlschrank liegt, hätte ich sonst weggeworfen. Wenn ich extra einkaufe, nehme ich Möhren aus dem Kilonetz statt lose und Paprika aus dem Dreierpack — der kostet bei Aldi um 1,99 € und ist pro Stück deutlich günstiger als die einzelne aus der Kiste.
Was ich nicht ersetzen würde: das Tomatenmark. Zwei Esslöffel für 15 Cent geben der Sauce die Farbe und die Tiefe, die Kokosmilch allein nicht hat. Ohne schmeckt das Curry hell und flach — das war mein zweiter Fehler, gleich nach dem scharfen Pulver. Wie sich derselbe Kokosmilch-Trick mit Linsen statt Gemüse anfühlt, steht im Rote-Linsen-Curry mit Reis, und weitere Ideen für halbe Paprika und einsame Möhren sammle ich unter Reste verwerten.
Was liegt bei dir gerade im Gemüsefach und wartet? Wenn es fest ist, kommt es früh in den Topf, wenn es weich ist, spät — mehr musst du nicht wissen.
