🍲 Jedes Rezept mit ausgerechneten Kosten pro Portion Budget-Finder →
Aus Resten vom Vortag 0,95 € / Portion

Nudelfrittata aus der Pfanne

Goldbraune Nudelfrittata auf einem Holzbrett, in Stücke geschnitten
Vorbereitung: 10 Min.Kochzeit: 20 Min.Gesamt: 30 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Gekochte Nudeln vom Vortag 500 g (ca. 250 g roh) 0,40 €
Eier 6 Stück 1,37 €
Milch 100 ml 0,12 €
Reibekäse 125 g 0,90 €
Schnittlauch 1 Bund 0,69 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Öl, Salz, Pfeffer, Muskat nach Bedarf 0,20 €
Gesamtkosten: 3,80 € 0,95 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Mai 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Wenn ich abends die Kühlschranktür aufmache, steht im mittleren Fach fast immer dieselbe Schüssel: kalte Nudeln von gestern, ein Teller obendrauf als Deckel, zusammengeklebt zu einem einzigen Block. Bei uns bleiben regelmäßig 500 g übrig, weil ich lieber zu viel als zu wenig koche, wenn der Große vom Training kommt.

Diese Schüssel ist der Grund, warum es bei uns Nudelfrittata gibt. Sechs Eier, ein Schluck Milch, eine Handvoll Käse, Schnittlauch, Zwiebel — alles über die kalten Nudeln, umrühren, in die beschichtete Pfanne, von beiden Seiten goldbraun braten. Danach wird das Ganze wie eine spanische Tortilla in Stücke geschnitten. 3,80 € für vier Portionen, also 95 Cent pro Teller.

Meine Kinder nennen es seit dem ersten Mal „Nudelkuchen“, weil es in Tortenstücke geschnitten auf den Tisch kommt. Der Name ist geblieben, und wenn ich montags frage, was es geben soll, ist Nudelkuchen inzwischen eine ernst gemeinte Antwort.

Kalte Nudeln, verquirlte Eier, Käse und Schnittlauch in Schüsseln
Kalte Nudeln vom Vortag saugen die Eiermilch auf, frisch gekochte nicht.

Welche Nudeln kann ich nehmen?

Alle, die schon gekocht sind. Spaghetti, Penne, Fusilli, Hörnchen, auch gemischte Reste aus zwei verschiedenen Packungen. Lange Nudeln haben sogar einen Vorteil: Sie verhaken sich ineinander und halten die Frittata zusammen wie ein Netz. Bei Penne und Hörnchen sitzt das Ei zwischen den Röhrchen, das schmeckt anders, funktioniert aber genauso.

Wichtig ist nur, dass die Nudeln kalt sind. Frisch gekochte Nudeln sind zu weich und geben beim Braten Wasser ab, das dann in der Pfanne steht. Nudeln aus dem Kühlschrank sind fester und trockener, sie saugen die Eiermilch auf, statt sie abzuweisen. Falls du gar keine Reste hast: 250 g rohe Nudeln kochen, abgießen, kalt abschrecken und eine halbe Stunde stehen lassen reicht völlig aus.

Was nicht geht, sind Nudeln, die noch in Soße schwimmen. Bolognese oder Sahnesoße machen die Eiermasse flüssig und verhindern, dass sie stockt. Wenn dein Rest schon gesoßt ist, wird daraus besser ein Nudelauflauf aus Reste-Nudeln im Ofen.

Wie viele Eier brauche ich?

Auf 500 g gekochte Nudeln nehme ich sechs Eier und 100 ml Milch. Mit vier Eiern habe ich es auch schon probiert — dann klebt die Frittata zwar zusammen, aber sie schmeckt eher nach Nudeln mit Ei als nach einem eigenen Gericht. Sechs Eier geben eine Schicht, die man in Stücke schneiden kann, ohne dass etwas zerfällt.

Eier sind hier der teuerste Posten: 2,29 € für zehn Stück, davon brauche ich sechs, macht 1,37 €. Ich kaufe grundsätzlich die Zehnerpackung, nie die Sechserpackung. Zehn Eier für 2,29 € sind 23 Cent pro Ei, sechs Eier für 1,69 € sind 28 Cent. Das sind fünf Cent Unterschied, die sich über ein Jahr auf ein paar Euro summieren — und übrig bleiben Eier ja nie.

So gehe ich vor

  1. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Den Schnittlauch waschen und in feine Röllchen schneiden. Ein paar Röllchen für später beiseitelegen.
  2. Die kalten Nudeln in eine große Schüssel geben und mit der Hand oder zwei Gabeln auseinanderziehen, bis kein Klumpen mehr übrig ist. Das ist der wichtigste Handgriff im ganzen Rezept.
  3. Eier, Milch, Salz, Pfeffer und eine Prise Muskat in einer zweiten Schüssel gründlich verquirlen, bis keine Eiweißfäden mehr zu sehen sind.
  4. Käse, Schnittlauch und Zwiebelwürfel unter die Eiermilch rühren, dann alles über die Nudeln gießen und vorsichtig vermengen, bis jede Nudel benetzt ist.
  5. Zwei Esslöffel Öl in einer beschichteten Pfanne von 24 bis 26 cm Durchmesser bei mittlerer Hitze erhitzen.
  6. Die Nudelmasse hineingeben und mit dem Pfannenwender glatt streichen und leicht andrücken, sodass eine gleichmäßige Schicht entsteht.
  7. Bei mittlerer bis kleiner Hitze zehn bis zwölf Minuten braten. Nicht rühren, nicht wenden, nicht ungeduldig werden. Die Frittata ist fertig zum Wenden, wenn sich der Rand mit dem Pfannenwender lösen lässt und die Oberseite nur noch leicht feucht ist.
  8. Einen großen flachen Teller auf die Pfanne legen, Pfanne und Teller zusammen umdrehen, die Frittata zurück in die Pfanne gleiten lassen.
  9. Die zweite Seite fünf bis sieben Minuten braten, bis sie ebenfalls goldbraun ist.
  10. Auf ein Brett stürzen, zwei Minuten ruhen lassen, mit den restlichen Schnittlauchröllchen bestreuen und in acht Stücke schneiden.

Wie bekomme ich sie heil gewendet?

Das war mein Problem beim ersten Mal, und es lag nicht am Rezept, sondern an der Pfanne. Ich hatte die große 28er genommen, weil da alles bequem hineinpasste. Die Masse war dadurch nur anderthalb Zentimeter dick, und als ich sie wenden wollte, ist sie in drei Teile zerbrochen. Wir haben trotzdem alles aufgegessen, aber schön war es nicht.

Seitdem nehme ich die kleinere Pfanne mit 24 cm. Die Frittata wird dadurch drei Zentimeter hoch, hat mehr Stabilität und trägt sich selbst. Dazu kommen zwei Dinge: genug Öl, damit sich der Boden wirklich löst, und Geduld. Wer nach fünf Minuten das erste Mal am Rand hebelt, macht die Unterseite kaputt, bevor sie fest ist.

Katrins Tipp: Statt zu wenden kannst du die Pfanne auch für fünf Minuten unter den Backofengrill schieben, wenn sie einen Metallgriff hat. Die Oberseite wird dann fleckig braun statt gleichmäßig goldbraun — dafür kann nichts mehr schiefgehen. An Tagen, an denen die Kinder in der Küche stehen und alles kommentieren, mache ich es genau so.

Schmeckt sie kalt?

Besser als warm, finde ich. Frisch aus der Pfanne ist sie weich und ein bisschen unentschlossen, kalt wird sie fest, schnittfest und der Käse tritt deutlicher hervor. Ich schneide die Reste in Streifen, lege sie in eine Dose und stelle sie in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen wandern zwei Streifen in jede Brotdose.

In der Schule wird sie ohne Gabel gegessen, das funktioniert, weil nichts krümelt und nichts tropft. Sie hält sich zwei Tage im Kühlschrank. Wenn du regelmäßig etwas für unterwegs suchst, das kalt gut bleibt, schau dir auch den Nudelsalat mit Mais und Erbsen an — bei dem ist es dasselbe Prinzip mit gekochten Nudeln vom Vortag.

Kalte Streifen Nudelfrittata in einer Brotdose
Kalt wird sie fest und lässt sich ohne Gabel essen.

Was kann ich sonst noch hineingeben?

Alles, was klein geschnitten ist und nicht zu viel Wasser mitbringt. Bei uns landen regelmäßig darin: ein Rest gekochter Schinken, drei Scheiben Salami vom Wochenende, eine Handvoll TK-Erbsen (direkt gefroren, sie tauen in der Pfanne auf), gewürfelte Paprika, geriebene Möhre oder ein Rest Gemüse vom Vortag.

Was ich nicht mehr mache: frische Tomaten hineinschneiden. Sie geben beim Braten so viel Saft ab, dass die Frittata unten nass wird und nicht bräunt. Zucchini geht nur, wenn du sie vorher raspelst und ausdrückst. Und Kräuter nehme ich lieber frisch — getrockneter Schnittlauch schmeckt nach nichts, den kannst du dir sparen.

Ein Bund frischer Schnittlauch für 69 Cent ist in diesem Rezept übrigens der zweitteuerste Posten nach den Eiern. Wenn du einen Balkonkasten hast: Schnittlauch wächst dort ohne Aufwand und kommt jedes Jahr von selbst wieder. Meiner steht seit vier Jahren in demselben Topf neben der Küchentür.

Wo wird bei diesem Rezept gespart?

Der eigentliche Sparposten sind die Nudeln, und zwar nicht, weil sie billig sind, sondern weil sie sonst weggeworfen würden. 500 g gekochte Nudeln entsprechen 250 g rohen, also 40 Cent. Diese 40 Cent stehen schon auf dem Kassenbon von gestern. Alles, was ich heute noch dazukaufe, sind Eier, Milch, Käse und ein Bund Kräuter.

Beim Käse reicht die kleine Menge: 125 g Reibekäse für 90 Cent. Mehr braucht es nicht, weil der Käse hier nicht überbacken wird, sondern in der Masse steckt und dort Geschmack abgibt. Wer eine angebrochene Packung Gouda vom Frühstück im Kühlschrank hat, reibt einfach die letzten Ecken hinein — dann kostet die Frittata noch weniger.

Der Fehler wäre, für dieses Gericht extra einzukaufen. Eine Frittata aus frisch gekochten Nudeln, gekauftem Schinken und Sahne statt Milch kostet plötzlich zwei Euro pro Portion und ist trotzdem nicht besser. Das Rezept lebt davon, dass es aufbraucht, was ohnehin da ist. Weitere Ideen dieser Art findest du unter Aus Resten vom Vortag.

Bei uns steht die Schüssel mit den kalten Nudeln inzwischen nicht mehr zufällig im Kühlschrank. Ich koche montags absichtlich 100 g mehr, damit dienstags der Nudelkuchen sicher ist. Wenn du das auch so machst, sag deinen Kindern lieber nicht, dass es geplant war.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

Alle Rezepte von Katrin →