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Aus Resten vom Vortag 1,30 € / Portion

Käseüberbackener Nudelauflauf aus Reste-Nudeln

Käseüberbackener Nudelauflauf in der Auflaufform, ein Stück ist herausgeschnitten
Vorbereitung: 15 Min.Kochzeit: 35 Min.Gesamt: 50 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Gekochte Nudeln vom Vortag (aus 300 g roh) ca. 600 g 0,47 €
Milch 350 ml 0,40 €
Schlagsahne 200 ml 0,69 €
Eier 3 Stück 0,69 €
Geriebener Gouda 150 g 1,07 €
Kochschinken, gewürfelt 150 g 0,97 €
TK-Erbsen 250 g 0,50 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Butter für die Form 1 TL 0,10 €
Öl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Paprikapulver, Senf nach Bedarf 0,20 €
Gesamtkosten: 5,21 € 1,30 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: April 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Wie viel Nudeln kochst du für vier Personen? Ich habe jahrelang 500 g genommen, weil das die ganze Packung war, und jedes Mal stand hinterher ein Topf mit einem Rest im Kühlschrank, den am nächsten Tag keiner mehr wollte. Aufgewärmte Nudeln sind eine traurige Sache: außen glitschig, innen zäh.

Inzwischen ist dieser Rest eingeplant. Aus 600 g gekochten Nudeln vom Vortag, einem Guss aus Milch, Sahne und Ei und einer Handvoll Käse wird eine volle Auflaufform. Dazu, was gerade da ist — Kochschinken, Erbsen, ein Rest Gemüse. Vierzig Minuten später steht ein Abendessen auf dem Tisch, das 1,30 € pro Portion kostet, und der teuerste Posten darin sind 150 g Käse.

Das Schöne daran: Kalte Nudeln sind für einen Auflauf sogar besser als frisch gekochte. Sie sind trockener und saugen die Soße auf, statt sie abzuweisen.

Warum die Nudeln vom Vortag sein sollten

Frisch gekochte Nudeln haben gerade zwölf Minuten in Wasser verbracht und sind randvoll damit. Wenn du sie mit einer Eiermilch übergießt, kommt die Flüssigkeit nirgends hinein. Sie steht im Ofen unten in der Form, die Nudeln schwimmen darin, und was du am Ende herausziehst, ist ein Auflauf mit einer Pfütze.

Über Nacht im Kühlschrank geben die Nudeln Wasser ab und werden fester. Genau diese Nudeln nehmen im Ofen die Eiermilch auf und werden dabei wieder weich, ohne zu zerfallen. Der Auflauf schneidet sich danach in Stücke, statt vom Löffel zu tropfen.

Ob es Spirelli, Penne oder Hörnchen sind, ist egal. Spaghetti funktionieren auch, sind aber unpraktisch beim Portionieren; wenn ich nur die habe, schneide ich den kalten Nudelklumpen einmal kreuzweise durch, bevor er in die Schüssel kommt.

Kalte Nudeln vom Vortag in einer Schüssel, daneben Eiermilch, Kochschinken und TK-Erbsen
Kalte Nudeln sind trockener und nehmen den Guss auf, statt in ihm zu schwimmen.

Das Grundrezept

  1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Eine Auflaufform von etwa 20 × 30 cm mit Butter ausstreichen.
  2. Die kalten Nudeln in eine große Schüssel geben und mit den Fingern auseinanderzupfen, falls sie zusammenkleben. Ein Schuss Wasser hilft dabei, aber wirklich nur ein Schuss.
  3. Eine Zwiebel fein würfeln und in etwas Öl glasig braten, den gewürfelten Kochschinken zwei Minuten mitbraten. Beides zu den Nudeln geben, ebenso die noch gefrorenen Erbsen.
  4. 3 Eier mit 350 ml Milch und 200 ml Sahne verquirlen. Kräftig würzen: Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss, ein Teelöffel Paprikapulver. Der Guss muss vor dem Backen fast zu salzig schmecken, weil die Nudeln alles schlucken.
  5. Die Hälfte des geriebenen Käses unter die Nudeln mischen, alles in die Form füllen und glatt drücken. Den Guss darübergießen und die Form einmal kurz auf die Arbeitsplatte klopfen, damit er nach unten läuft.
  6. Den restlichen Käse darüberstreuen und 30 bis 35 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und in der Mitte nichts mehr wackelt.
  7. Fünf Minuten stehen lassen, dann in Stücke schneiden. Direkt aus dem Ofen fällt er noch auseinander, nach fünf Minuten hält er zusammen.

Den Teelöffel Senf, den ich inzwischen immer in den Guss rühre, habe ich aus Versehen entdeckt: Die Muskatnuss war leer, im Kühlschrank stand nur mittelscharfer Senf, und ich habe gedacht, schlimmer als fad kann es nicht werden. Man schmeckt ihn nicht heraus, aber die Soße wirkt danach weniger flach. Seitdem gehört er dazu.

Fünf Abwandlungen, je nach Kühlschrank

  • Mit Kochschinken. Die Standardvariante, 150 g gewürfelter Schinken für 0,97 €. Man kann ihn durch die zwei letzten Scheiben Fleischwurst ersetzen, klein gewürfelt, das ist noch günstiger.
  • Mit Erbsen und Möhren. Ein Beutel TK-Gemüse kostet 0,89 € und reicht für zwei Aufläufe. Gefroren in die Form geben, nicht vorher auftauen, sonst wird der Auflauf wässrig.
  • Mit Würstchen. Ein Glas Wiener für 1,49 €, in Scheiben geschnitten. Bei uns die Variante für Tage, an denen niemand diskutieren soll.
  • Mit Tomate. Statt Sahne 200 ml passierte Tomaten in den Guss, dazu ein Löffel Tomatenmark. Schmeckt kräftiger und spart 40 Cent.
  • Ganz ohne Fleisch. Zwei Handvoll Restgemüse aus dem Gemüsefach — Paprika, Zucchini, Lauch — klein geschnitten und kurz angebraten, bevor sie unter die Nudeln kommen. Roh wird das Gemüse in der halben Stunde nicht gar genug.
Nudelauflauf mit Erbsen, Schinken und geriebenem Käse vor dem Backen in der Form
Die Hälfte des Käses kommt unter die Nudeln, die andere Hälfte obendrauf.
Katrins Tipp: Ich koche montags absichtlich 100 g Nudeln mehr, als wir schaffen, und kippe den Rest sofort in eine flache Dose, bevor er auf dem Teller landet. Flach deshalb, weil er dann schneller durchkühlt und nicht zu einem Klumpen zusammenbackt. Ein Löffel Öl untergehoben, Deckel drauf, fertig. Diese 100 g kosten 16 Cent und sind der Grundstein für ein Abendessen, das mich am Mittwoch keine halbe Stunde Planung mehr kostet.

Wo hier gespart wird

Der Käse ist der teuerste Posten, und 150 g sind genug für die ganze Form. Das klingt wenig, reicht aber, weil die Hälfte davon untergemischt wird und im Inneren des Auflaufs schmilzt, statt oben zu liegen. Wenn du 250 g nimmst, wird es nicht besser, nur teurer und schwerer. Ein Rest Gouda vom Frühstück, selbst gerieben, ersetzt gekauften Reibekäse eins zu eins.

Die Sahne ist der Posten, an dem sich am einfachsten sparen lässt. 200 ml kosten 0,69 €. Ersetzt du sie durch 200 ml Milch mit einem gestrichenen Esslöffel Mehl, gut verquirlt, kostet der Guss gut 40 Cent weniger und wird trotzdem sämig. Ich nehme die Sahne, wenn eine offene Packung vom Wochenende im Kühlschrank steht, und Milch mit Mehl, wenn nicht.

Der Fehler wäre, an der Flüssigkeit zu sparen. 550 ml Guss auf 600 g Nudeln klingen nach viel, sind aber genau richtig. Mit weniger kommt ein trockener Auflauf aus dem Ofen, dessen obere Schicht hart wird — und der landet dann halb in der Tonne, was teurer ist als jede Sahne. Wenn deine Form größer ist als 20 × 30 cm, gib lieber noch 100 ml Milch dazu.

Nudeln kaufe ich grundsätzlich in der 500-g-Packung für 0,79 €, nie die Marken-Variante für 1,49 €. Bei Auflauf, Soße und Käse schmeckt kein Mensch einen Unterschied. Die 70 Cent Differenz sind bei uns zwei Drittel der Käseration.

Am nächsten Tag

Wenn etwas übrig bleibt, ist das kein Problem, im Gegenteil: Der Auflauf ist eines der wenigen Gerichte, die kalt fast besser schmecken als warm. Mein Mann schneidet sich morgens ein Stück ab und nimmt es in einer Dose mit zur Arbeit, wie ein Stück Quiche. Aufwärmen geht am besten im Ofen bei 160 °C für zehn Minuten, in der Mikrowelle wird die Kruste weich.

Und falls du gerade keinen Nudelrest hast, sondern einen Rest Fleisch vom Wochenende: Daraus wird bei uns aus dem Sonntagsbraten ein Montagsgulasch. Wer Nudeln und Schinken lieber in der Pfanne mag, ist bei den Schinkennudeln mit Ei richtig. Alles andere, was bei uns aus Übriggebliebenem entsteht, steht in der Kategorie Reste verwerten.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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