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Aus Resten vom Vortag 1,49 € / Portion

Pfannkuchen, gefüllt mit der Hackfleischsoße von gestern

Gefüllte Pfannkuchenrollen mit Hackfleischsoße und geschmolzenem Käse in der Auflaufform
Vorbereitung: 25 Min.Kochzeit: 35 Min.Gesamt: 60 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Mehl 250 g 0,28 €
Milch 500 ml 0,58 €
Eier 3 Stück 0,69 €
Gemischtes Hackfleisch 250 g 1,80 €
Gehackte Tomaten 1 Dose (400 g) 0,55 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Möhre 1 Stück 0,10 €
Tomatenmark 2 EL 0,15 €
Reibekäse 200 g 1,43 €
Öl, Salz, Pfeffer, Oregano nach Bedarf 0,25 €
Gesamtkosten: 5,95 € 1,49 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juni 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Vier Kellen. So viel Hackfleischsoße stand am Dienstagabend noch im Topf, nachdem alle satt vom Tisch aufgestanden waren. Knapp 400 g — zu wenig für vier Teller Spaghetti am nächsten Tag, zu schade zum Wegwerfen. Genau für diese Menge habe ich die gefüllten Pfannkuchen im Kopf, und seitdem koche ich die Soße absichtlich zu reichlich.

Der Trick ist simpel: Der Teig kostet fast nichts. 250 g Mehl sind 28 Cent, ein halber Liter Milch 58 Cent, drei Eier 69 Cent. Für 1,55 € bekomme ich acht bis zehn dünne Pfannkuchen aus der Pfanne, und die tragen den Soßenrest über die Ziellinie. Die Soße muss nicht mehr sättigen, sie muss nur noch schmecken. Am Ende kommt das Ganze mit Käse überbacken aus dem Ofen und kostet 1,49 € pro Portion.

Meine beiden essen die Rollen mit den Händen, wie ein Wrap. Der Große hält sie senkrecht, damit nichts hinten rausfällt, die Kleine tunkt sie in die Soße, die um die Rollen herum in der Form steht. Beschwert hat sich noch keiner, dass es „schon wieder Hackfleisch von gestern“ gibt — weil es eben nicht danach aussieht.

Stapel dünner Pfannkuchen neben einem Topf mit Hackfleischsoße und geriebenem Käse
Dünn gebraten und gestapelt — so lassen sich die Pfannkuchen später rollen, ohne zu reißen.

Wie viel Soßenrest brauche ich?

300 bis 450 g sind ideal. Das entspricht bei uns dem, was von einer Bolognese aus 250 g Hack für vier Personen übrig bleibt, wenn ich am Vortag etwas mehr Tomaten dazugebe als nötig. Weniger als 300 g wird knapp, dann verteile ich die Füllung dünner und gebe unten in die Form ein paar Löffel passierte Tomaten, damit die Rollen nicht trocken werden.

Es muss übrigens keine Bolognese sein. Alles, was gestern mit Hackfleisch gekocht wurde und nicht zu flüssig ist, passt hier hinein: der Rest einer Spaghetti-Bolognese, die Füllung von gefüllten Paprika, eine Hackpfanne mit Kohl. Ist die Soße sehr flüssig, lasse ich sie fünf Minuten offen einkochen. Nasse Füllung weicht den Pfannkuchen von innen auf, und dann reißt beim Rollen alles.

Der Teig muss dünn sein — das habe ich beim ersten Mal falsch gemacht

Mein erster Versuch war ein Reinfall. Ich hatte den Teig nach Gefühl angerührt, so wie für Pfannkuchen mit Apfelmus: dick, fast wie Pancake-Teig. Die Fladen waren fluffig und schön, ließen sich aber nicht rollen. Sie brachen quer durch, die Füllung fiel raus, und in der Auflaufform lagen am Ende acht Bruchstücke unter dem Käse. Geschmeckt hat es, ausgesehen hat es wie ein Unfall.

Seitdem halte ich mich an das Verhältnis 250 g Mehl auf 500 ml Milch plus drei Eier. Der Teig läuft dann von der Kelle wie flüssige Sahne und lässt sich in der Pfanne durch Schwenken hauchdünn verteilen. So ein dünner Pfannkuchen ist biegsam wie Stoff — den kannst du rollen, ohne dass etwas passiert. Wenn du ohnehin gern dünne Pfannkuchen aus drei Zutaten machst, kennst du die Konsistenz.

Und lass den Teig 20 Minuten stehen, bevor du losbrätst. Das Mehl zieht Flüssigkeit, der Teig wird geschmeidiger und reißt weniger. Ich rühre ihn an, während die Ofenform bereitsteht und der Käse gerieben wird — dann ist die Wartezeit sowieso vorbei.

So gehe ich vor

  1. Mehl, Milch, Eier und eine kräftige Prise Salz in einer Schüssel glatt rühren. Am besten erst die Eier mit einem Teil der Milch verquirlen, dann das Mehl unterrühren, zum Schluss die restliche Milch. So bleiben keine Klümpchen. Den Teig 20 Minuten stehen lassen.
  2. In der Zwischenzeit die Zwiebel und die Möhre schälen und sehr fein würfeln. Wer keine fertige Soße im Kühlschrank hat, brät jetzt beides in etwas Öl an, gibt das Hackfleisch dazu, brät es krümelig, rührt das Tomatenmark unter, löscht mit den gehackten Tomaten ab und lässt alles 15 Minuten leise köcheln. Mit Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken.
  3. Eine beschichtete Pfanne mit einem Tropfen Öl auf mittlere Hitze bringen. Eine kleine Kelle Teig hineingeben und die Pfanne sofort schwenken, bis der Boden dünn bedeckt ist. Nach etwa zwei Minuten wenden, die zweite Seite braucht nur noch eine Minute. Die fertigen Pfannkuchen aufeinanderstapeln, so bleiben sie warm und weich.
  4. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Auflaufform dünn einfetten.
  5. Jeden Pfannkuchen flach hinlegen, zwei bis drei Esslöffel Hackfleischsoße als Streifen auf das untere Drittel setzen und den Pfannkuchen fest aufrollen. Nicht überfüllen — lieber eine Rolle mehr machen.
  6. Die Rollen mit der Naht nach unten dicht nebeneinander in die Form legen. Bleibt Soße übrig, verteile sie in den Zwischenräumen.
  7. Den Reibekäse gleichmäßig darüberstreuen und die Form 15 bis 18 Minuten in den Ofen schieben, bis der Käse geschmolzen und an den Rändern goldbraun ist.
  8. Fünf Minuten stehen lassen, dann mit einem breiten Wender portionieren. Zwei Rollen pro Person, dazu passt ein Beutel Blattsalat, wenn du einen im Haus hast.
Pfannkuchen wird mit Hackfleischsoße gefüllt und aufgerollt
Zwei bis drei Esslöffel Füllung pro Rolle reichen — lieber eine Rolle mehr als eine platzende.
Katrins Tipp: Brate die Pfannkuchen nicht zu dunkel. Sie kommen ja noch einmal in den Ofen, und was in der Pfanne schon kräftig braun ist, wird unter dem Käse zäh. Hellgelb mit ein paar goldenen Flecken reicht völlig — die Farbe holst du dir später beim Überbacken.

Wo genau das Geld gespart wird

Der teuerste Posten ist hier nicht das Fleisch, sondern der Käse: 200 g Reibekäse kosten 1,43 €, das Hackfleisch 1,80 €. Zusammen sind das mehr als die Hälfte der 5,95 € für den ganzen Auflauf. Und genau da liegt der Hebel. Ich streue den Käse nicht flächig wie eine Decke, sondern in Streifen quer über die Rollen. Optisch fällt der Unterschied kaum auf, aber mit 150 g statt 250 g spare ich 70 Cent — bei einem Gericht, das insgesamt unter sechs Euro bleibt, ist das kein Kleingeld.

Der zweite Punkt ist die Menge Fleisch. Vier Portionen mit 250 g Hack sind nur möglich, weil die Pfannkuchen die Arbeit des Sattmachens übernehmen. Wer hier auf 500 g Hack geht, zahlt 1,80 € mehr und bekommt keine bessere Mahlzeit, sondern nur eine schwerere. Die Möhre in der Soße ist übrigens kein Deko-Gemüse: Sie gibt Süße und Volumen und kostet 10 Cent.

Der Fehler wäre, fertige Pfannkuchen aus der Kühltheke zu kaufen. Vier Stück kosten je nach Laden zwischen 1,29 € und 1,79 € — für die 1,55 €, die mein kompletter Teig kostet, bekomme ich das Doppelte an Pfannkuchen und weiß, was drin ist. Der einzige Aufwand sind zwölf Minuten am Herd.

Wenn kein Rest im Kühlschrank steht

Dann koche ich die Soße frisch, und zwar bewusst in dieser kleinen Menge. 250 g gemischtes Hack, eine Zwiebel, eine Möhre, eine Dose gehackte Tomaten, zwei Esslöffel Tomatenmark — 20 Minuten, mehr braucht das nicht. Das Ergebnis ist dasselbe, nur dass ich am Vortag nichts vorbereitet habe. Wer will, kocht gleich die doppelte Menge Soße und stellt die Hälfte für Nudeln am nächsten Tag beiseite. Weitere Ideen für den Umgang mit dem, was übrig bleibt, findest du in der Kategorie Aus Resten vom Vortag.

Übrig gebliebene Rollen wärme ich am nächsten Mittag in der Pfanne mit Deckel bei kleiner Hitze auf, nicht in der Mikrowelle — dort werden sie gummiartig. In der Pfanne bekommen sie unten sogar eine kleine Kruste, und ehrlich gesagt schmecken sie mir so am besten.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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