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Günstige Abendessen 1,57 € / Portion

Chili con Carne, das für zwei Abende reicht

Teller Reis mit dickem Chili con Carne aus Bohnen, Mais und Hackfleisch
Vorbereitung: 20 Min.Kochzeit: 45 Min.Gesamt: 65 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Gemischtes Hackfleisch 300 g 2,16 €
Kidneybohnen 2 Dosen à 400 g 1,10 €
Gehackte Tomaten 2 Dosen à 400 g 1,10 €
Langkornreis 300 g 0,54 €
Mais 1 Dose (340 g) 0,49 €
Zwiebeln 2 Stück 0,24 €
Tomatenmark 70 g 0,17 €
Knoblauch 2 Zehen 0,10 €
Brühe 250 ml 0,04 €
Öl, Salz, Pfeffer, Chilipulver, Paprikapulver, Kreuzkümmel, Zucker nach Bedarf 0,35 €
Gesamtkosten: 6,29 € 1,57 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juli 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 2 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Sonntagabend, halb sieben, bei uns in der Küche steht der größte Topf, den ich besitze, und er ist bis drei Finger unter den Rand voll. Vier Teller kommen auf den Tisch, und danach ist der Topf immer noch halb voll. Genau darum koche ich Chili sonntags: Der Montag ist bei uns der Tag, an dem ich um halb fünf aus der Arbeit komme und keine Lust auf Einkaufen habe.

300 g Hackfleisch für vier Personen klingt nach wenig. Es ist auch wenig — bis zwei Dosen Kidneybohnen dazukommen. Bohnen haben eine feste, leicht mehlige Konsistenz, die im Mund an gegartes Fleisch erinnert, und sie nehmen die Gewürze so bereitwillig auf, dass nach zwanzig Minuten Kochzeit alles zusammenschmeckt. Aus 300 g Hack wird auf diese Weise ein Topf für sechs bis acht Teller.

Gerechnet auf vier Portionen kostet mich das Ganze mit Reis 6,29 €, also knapp 1,60 € pro Person — und weil wir tatsächlich zweimal davon essen, liegt der echte Preis pro Teller noch darunter. Weitere Gerichte, die zweimal reichen, stehen bei den günstigen Abendessen.

Großer Topf voll Chili con Carne mit Bohnen und Mais
Der Topf ist randvoll — vier Teller gehen heute raus, der Rest steht morgen wieder auf dem Tisch.

Warum die Bohnen kein Füllmaterial sind

Ich habe lange gedacht, Bohnen im Chili seien der Trick armer Leute, mit dem man Fleisch streckt und hofft, dass es keiner merkt. Das stimmt so nicht. In dem Chili, das ich heute koche, sind die Bohnen der Hauptdarsteller und das Hack ist die Würze — es liefert Fett und den herzhaften Grundton, der sich in der ganzen Sauce verteilt.

Zwei Dosen Kidneybohnen kosten zusammen 1,10 € und ergeben abgetropft rund 480 g. Das ist mehr Masse als eine ganze Hackpackung für 3,60 €. Wichtig ist nur, sie gründlich abzuspülen: Die Flüssigkeit in der Dose ist dicklich und schmeckt streng, und wer sie mit in den Topf gibt, wundert sich hinterher über den seifigen Beigeschmack. Ich kippe sie in ein Sieb und spüle so lange kalt nach, bis kein Schaum mehr kommt.

Die Dose Mais ist der Teil, der bei meinen Kindern den Unterschied macht. Sie ist süß, sie ist gelb, und sie sorgt dafür, dass der Teller nicht komplett braun aussieht. Bei uns essen beide das Chili nur mit Mais — ohne wird es zu einer „Bohnensuppe“ erklärt und stehengelassen.

Schritt für Schritt

  1. Beide Dosen Kidneybohnen in ein Sieb geben und gründlich kalt abspülen, bis das Wasser klar ist. Abtropfen lassen. Den Mais ebenfalls abgießen.
  2. Zwiebeln fein würfeln, Knoblauch fein hacken. Beides erst mal beiseitestellen.
  3. Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf richtig heiß werden lassen. Das Hackfleisch hineingeben und mit dem Kochlöffel auseinanderdrücken. Fünf bis sechs Minuten braten, ohne ständig zu rühren, bis es an einigen Stellen braun ist und nicht mehr grau glänzt. Diese braunen Stellen sind der Geschmack — wer das Hack nur graugar dünstet, kann sich das Chili sparen.
  4. Zwiebeln dazugeben und drei bis vier Minuten mitbraten, bis sie weich sind. Knoblauch für die letzte halbe Minute dazu.
  5. Tomatenmark, ein Teelöffel Paprikapulver, ein halber Teelöffel Kreuzkümmel und ein halber Teelöffel Chilipulver hineinrühren. Zwei Minuten mitrösten, dabei rühren. Es riecht jetzt zum ersten Mal wirklich nach Chili.
  6. Mit 250 ml Brühe ablöschen und den Bodensatz mit dem Löffel loskratzen. Beide Dosen gehackte Tomaten dazu, salzen, pfeffern, eine Prise Zucker unterrühren.
  7. Aufkochen, dann die Bohnen und den Mais unterheben. Bei kleiner Hitze mindestens zwanzig Minuten, besser dreißig, offen köcheln lassen. Gelegentlich umrühren. Das Chili soll dabei einkochen, bis der Löffel eine kurze Spur hinterlässt.
  8. Parallel den Reis kochen: 300 g Reis in doppelter Menge Salzwasser, Deckel drauf, kleine Hitze, nach Packungsangabe garen. Danach mit einer Gabel auflockern.
  9. Zum Schluss abschmecken — Salz, dann noch mal Salz, dann Schärfe. Reis auf die Teller, Chili darüber.

Die Schärfe kommt an den Tisch, nicht in den Topf

Beim allerersten Mal habe ich mich an ein Rezept aus dem Internet gehalten, in dem zwei Teelöffel Chilipulver und eine frische Chilischote standen. Ich hatte vorher nicht probiert. Mein Sohn hat einen Löffel gegessen, ist rot angelaufen und hat sein Wasserglas in einem Zug geleert; meine Tochter hat den Teller wortlos weggeschoben. Wir haben dann Brot mit Butter gegessen, und der ganze Topf ist am nächsten Tag von meinem Mann allein aufgebraucht worden.

Seitdem koche ich das Chili mild — einen halben Teelöffel Chilipulver für den ganzen Topf, mehr nicht. Das schmeckt nach Chili, aber es brennt nicht. Auf den Tisch stelle ich ein kleines Schälchen mit Chiliflocken und die Tabascoflasche, und wer will, macht sich seinen Teller schärfer. Mein Mann streut sich mittlerweile so viel darüber, dass ich lieber nicht hinsehe.

Ein zweiter Punkt, den ich lange falsch gemacht habe: Ich habe zu früh probiert. Chili schmeckt nach zehn Minuten dünn und säuerlich. Erst nach einer guten halben Stunde ist die Säure der Dosentomaten weg und alles rundet sich ab. Wenn du also nachwürzen willst — mach es am Ende, nicht am Anfang.

Katrins Tipp: Ein gestrichener Teelöffel Kakaopulver, ungesüßt, in den letzten fünf Minuten untergerührt. Man schmeckt keine Schokolade heraus, aber die Sauce wird dunkler und bekommt einen tiefen, runden Ton, der sonst nur nach stundenlangem Köcheln entsteht. Ich hatte das aus Neugier probiert, weil noch ein halbes Päckchen Backkakao vom Kuchen übrig war, und mache es seitdem immer.

Der zweite Abend

Was übrig bleibt, kommt abgekühlt in eine Schüssel mit Deckel und hält im Kühlschrank drei Tage. Am nächsten Tag schmeckt Chili besser als frisch gekocht, weil die Gewürze durchgezogen sind — das ist einer der wenigen Fälle, wo aufgewärmt tatsächlich besser ist.

Bei uns läuft der zweite Abend selten wieder mit Reis. Meistens gibt es das Chili dann als dicke Suppe mit Brot, manchmal auf einer Ofenkartoffel, und einmal im Monat mache ich daraus Wraps: Chili erwärmen, etwas Käse darüber, in ein Fladenbrot rollen. Meine Tochter, die mich beim ersten Chili-Versuch fast rausgeworfen hätte, isst inzwischen zwei davon. Wer den Topf gleich mit anderem Gemüse aufbauen will, findet die Paprikaversion im serbischen Reistopf mit Hackfleisch und Paprika.

Einfrieren geht auch, in Portionsdosen, und zwar ohne Reis. Der Reis wird beim Auftauen weich und matschig; frisch gekochter Reis dauert zwanzig Minuten und schmeckt einfach besser.

Wo genau das Geld bleibt

Der größte Posten ist das Hack mit 2,16 €. Die beiden Dosen Tomaten kosten 1,10 €, die Bohnen ebenfalls 1,10 €, der Reis für vier Personen ganze 54 Cent. Zusammen 6,29 € — ein fertiges Chili aus dem Glas liegt bei 2,49 € für 400 g und reicht bei uns für anderthalb Teller.

Gespart wird hier vor allem über das Verhältnis. Die meisten Chili-Rezepte nehmen 500 g Hack auf zwei Dosen Bohnen; ich nehme 300 g und dafür großzügig Bohnen und Mais. Wenn du das Fleisch ganz weglassen willst, geht das ebenfalls: dritte Dose Bohnen statt Hack, einen zusätzlichen Löffel Tomatenmark und einen Schuss Sojasauce für den herzhaften Ton. Der Topf kostet dann rund 4,50 €.

Beim Hack achte ich auf das Kleingedruckte: gemischtes Hack im 500-g-Paket kostet meistens 3,60 €, die 250-g-Schale liegt bei 1,80 € — gleicher Kilopreis, aber ich brauche nur 300 g. Ich kaufe deshalb die große Packung, wenn sie reduziert ist, teile sie zu Hause in zwei Beutel und friere den Rest ein. Die Dosenpreise schwanken stärker, als man denkt: Kidneybohnen liegen zwischen 0,49 € und 0,79 €, je nach Woche und Laden.

Der Fehler wäre, an der Bratzeit zu sparen. Wenn das Hack nur hell gedünstet wird und die Gewürze nicht mitrösten, schmeckt das Chili nach Tomatensuppe mit Bohnen, egal wie lange es danach noch köchelt. Der zweite Fehler: Bohnen aus dem Glas statt aus der Dose kaufen. Sie kosten fast das Doppelte und sind hier nicht besser. Wer die Variante ohne Reis sucht, findet sie beim Chili con Carne für zwei Abende.

Noch ein Wort

Ich mag dieses Gericht, weil ich es einmal koche und zweimal davon habe, und weil ich am Sonntagabend beim Umrühren fünf Minuten für mich habe, während im Wohnzimmer die Kinder streiten. Es ist kein besonderes Essen. Es ist ein Topf, der funktioniert, und nach neun Jahren Familienküche weiß ich, dass das mehr wert ist als jedes Rezept, das ich einmal gekocht und dann nie wieder angefasst habe.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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