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Serbischer Reistopf mit Hackfleisch und Paprika

Serbischer Reistopf mit Hackfleisch und Paprika in einem großen Topf auf dem Familientisch
Vorbereitung: 15 Min.Kochzeit: 30 Min.Gesamt: 45 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Gemischtes Hackfleisch 400 g 2,89 €
Langkornreis 250 g 0,45 €
Rote Paprika 2 Stück 1,19 €
Gehackte Tomaten 1 Dose (400 g) 0,55 €
Zwiebeln 2 Stück 0,24 €
Tomatenmark 2 EL 0,20 €
Gemüsebrühe 750 ml 0,15 €
Öl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß 0,25 €
Gesamtkosten: 5,92 € 1,48 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juni 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

45 Cent. So viel kosten die 250 Gramm Reis, die in diesem Topf landen — und sie sind der Grund, warum vier Leute von 400 Gramm Hackfleisch satt werden. Ohne den Reis müsste ich die doppelte Menge Fleisch kaufen, und dann läge der Abend bei über acht Euro statt bei knapp sechs.

Serbischer Reistopf heißt bei uns zu Hause nur „der Paprikareis“. Das Prinzip ist schnell erzählt: Hack anbraten, Zwiebel und Paprika dazu, Tomatenmark kurz mitrösten, Reis untermischen, Brühe drauf, Deckel zu. Der Reis zieht die Flüssigkeit und nimmt dabei alles mit, was vom Anbraten unten im Topf klebt. Es gibt keine Beilage, weil sie schon drin ist, und es gibt keinen zweiten Topf, den ich hinterher abwaschen muss.

Weitere Töpfe dieser Sorte findest du bei den Eintöpfen und Aufläufen. Wer dieselbe Idee lieber im Ofen mag, nimmt den Djuvec-Reis aus dem Ofen — gleiche Zutaten, andere Technik, mehr Röstaromen.

Hackfleisch, Zwiebeln und Paprika braten im Topf, daneben der trockene Reis
Das Tomatenmark wird kurz mitgeröstet, bevor Reis und Brühe dazukommen.

Warum der Reis mitkocht statt nebenher

Reis, den du separat in Salzwasser kochst, schmeckt nach Reis. Reis, der in Brühe mit Bratensatz, Tomatenmark und Paprikaöl quillt, schmeckt nach dem ganzen Gericht. Das ist der komplette Unterschied, und er kostet nichts — nur die Entscheidung, ihn nicht abzugießen.

Das Verhältnis, mit dem ich arbeite: 250 g Langkornreis brauchen 750 ml Brühe. Dazu kommt die Flüssigkeit aus der Dose Tomaten und das Wasser, das die Paprika beim Schmoren abgibt. Das klingt nach viel, ist es aber nicht — nach 20 Minuten unter dem Deckel ist alles aufgesogen und der Topf sieht aus wie ein sehr sattes Risotto mit roten Stücken darin.

Beim allerersten Mal ist mir der Boden angebrannt. Ich hatte den Topf auf Stufe sechs stehen lassen, weil ich dachte, unter dem Deckel passiert schon nichts, und war nebenbei bei den Hausaufgaben meines Großen. Nach zwanzig Minuten war der Reis oben noch bissfest und unten schwarz. Seitdem geht die Platte auf die kleinste Stufe, sobald die Brühe einmal aufgekocht ist, und ich rühre nach zehn Minuten einmal kurz vom Boden hoch. Das reicht.

Einkaufen für diesen Topf

Beim Hackfleisch nehme ich gemischtes, nicht reines Rind. 250 g liegen bei Aldi bei etwa 1,80 €, für 400 g zahle ich also rund 2,89 € — das ist mit Abstand der teuerste Posten und gleichzeitig der, an dem ich am wenigsten drehen muss, weil der Reis die Arbeit übernimmt.

Paprika kaufe ich im Netz, nicht einzeln. Drei rote Schoten im Netz kosten bei Lidl oft 1,49 €, einzeln liegt der Kilopreis fast immer höher. Im Winter, wenn frische Paprika bei 2,99 € für 500 g steht, greife ich zu tiefgekühlten Paprikastreifen: 600 g für etwa 1,29 €, und für einen Schmortopf merkt beim Essen niemand den Unterschied. Für dieses Rezept nimmst du davon rund 300 g, direkt gefroren in den Topf, dann aber fünf Minuten länger schmoren.

Beim Reis bitte einfachen Langkornreis, 1 kg für rund 1,79 €. Basmati ist doppelt so teuer und geht in einem Schmortopf mit Tomate völlig unter — sein feiner Duft hat gegen Paprikapulver keine Chance.

Schritt für Schritt

  1. Zwiebeln schälen und würfeln. Paprika halbieren, Kerne und weiße Trennwände herausschneiden, das Fruchtfleisch in Streifen und dann in etwa zwei Zentimeter große Stücke schneiden. Größere Stücke zerfallen nicht so leicht.
  2. Einen großen Topf mit dickem Boden bei mittlerer bis hoher Hitze mit zwei Esslöffeln Öl erwärmen. Das Hackfleisch hineingeben und mit dem Holzlöffel auseinanderdrücken.
  3. Das Hack in Ruhe lassen, bis es unten braun ist — mindestens drei Minuten, ohne Rühren. Erst dann durchrühren und weiterbraten, bis keine rosa Stellen mehr zu sehen sind. Wer sofort rührt, bekommt graues, gekochtes Hack ohne Röstgeschmack.
  4. Zwiebelwürfel dazugeben und zwei bis drei Minuten mitbraten, bis sie glasig sind.
  5. Paprikastücke einrühren und fünf Minuten mitschmoren. Sie sollen an den Kanten leicht weich werden.
  6. Zwei gehäufte Esslöffel Tomatenmark dazugeben und eine gute Minute mitrösten, bis es dunkler wird und der Topfboden anfängt zu kleben. Das ist der wichtigste Handgriff im ganzen Rezept — geröstetes Tomatenmark bringt die Tiefe, für die andere Leute Rotwein nehmen.
  7. Ein bis zwei Teelöffel Paprikapulver edelsüß einrühren und sofort weitermachen. Paprikapulver verbrennt schnell und wird dann bitter.
  8. Den trockenen Reis dazugeben und eine Minute unterrühren, damit sich jedes Korn mit Fett überzieht.
  9. Die Dose Tomaten und 750 ml heiße Brühe angießen. Alles einmal kräftig vom Boden hochrühren, damit sich der Bratensatz löst. Salzen und pfeffern.
  10. Einmal aufkochen lassen, dann Deckel drauf und die Platte auf die kleinste Stufe stellen. 20 Minuten ziehen lassen.
  11. Nach zehn Minuten einmal kurz vom Boden hochrühren, Deckel wieder drauf.
  12. Nach 20 Minuten Deckel abnehmen und probieren. Ist der Reis noch bissfest, einen kleinen Schluck heißes Wasser dazugeben und fünf Minuten weiterziehen lassen. Zum Schluss abschmecken — meistens fehlt noch Salz und ordentlich Pfeffer.
  13. Vor dem Servieren fünf Minuten ohne Deckel stehen lassen. Der Reis zieht nach und der Topf wird von matschig zu locker.

Wo genau das Geld gespart wird

Der Reis ist das Sparschwein. 250 g kosten 45 Cent und ersetzen im Teller etwa 250 g zusätzliches Hackfleisch, das mit 1,80 € zu Buche schlagen würde. Das sind 1,35 € Unterschied bei einem Abendessen, das insgesamt 5,92 € kostet — fast ein Viertel.

Der zweite Hebel sind die 400 g Hack statt der üblichen 500 g. Weil der Reis den Fleischgeschmack aufnimmt und verteilt, merkt am Tisch niemand, dass hundert Gramm fehlen. Bei einer Nudelsoße, in der das Hack als Einlage schwimmt, fällt so etwas auf. Hier nicht.

Ersetzen kannst du fast alles: Paprika durch tiefgekühlte Streifen, gemischtes Hack durch 400 g Hähnchenhack (kostet oft dasselbe), die Dosentomaten durch 200 ml passierte Tomaten plus etwas mehr Brühe. Was du nicht ersetzen solltest, ist das Tomatenmark — ohne den Röstschritt schmeckt der Topf flach und du willst dann Sahne oder Käse hineinkippen, was das Ganze wieder teurer macht.

Der klassische Fehler: den Reis vorher separat gar kochen und am Schluss unterrühren. Dann nimmt er nichts mehr auf, die Brühe steht als Suppe daneben und du hast einen zweiten Topf zum Spülen. Ich habe es probiert, weil ich Angst vor dem Anbrennen hatte. Es funktioniert, aber es schmeckt eben nur halb so gut.

Am nächsten Tag

Reste sind bei diesem Topf eingeplant. Kalt aus dem Kühlschrank ist der Reis fest, mit einem Schluck Wasser in der Pfanne wird er wieder locker. Meine Tochter nimmt sich davon kalt eine Portion in die Brotdose mit, dazu ein Stück Gurke, und ist zufrieden.

Die zweite Variante für Reste: in eine Auflaufform füllen, eine Handvoll Reibekäse darüber und 15 Minuten bei 200 Grad überbacken. Kostet 30 Cent extra und fühlt sich an wie ein anderes Gericht.

Und falls du das Ganze mal ohne Fleisch kochen willst — 200 g rote Linsen statt Hack funktionieren im selben Ablauf, brauchen aber 100 ml mehr Brühe. Das habe ich an einem Donnerstag ausprobiert, an dem der Kühlschrank leer war, und der Topf war trotzdem leer gegessen.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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