Freitagnachmittag, Gemüsefach: eine halbe Kohlrabi in Frischhaltefolie, zwei Möhren mit weichen Enden, ein Rest Lauch vom Dienstag und eine Handvoll Kartoffeln, die schon Augen bekommen. Nichts davon reicht für sich allein für ein Essen. Zusammen reicht es für einen ganzen Topf Suppe.
Ich koche diese Nudelsuppe fast jeden Freitag, bevor ich samstags einkaufen gehe. Der Kühlschrank wird leer, vier Teller werden voll, und mit 84 Cent pro Portion ist es das günstigste Essen der Woche. Ein Bund Suppengrün für 99 Cent bildet die Basis, alles andere ist das, was übrig ist. Weitere Töpfe dieser Art findest du bei den Eintöpfen und Aufläufen.

Das Grundrezept
- Suppengrün putzen: Möhre und Sellerie schälen, den Lauch längs aufschneiden und waschen, die Petersilie beiseitelegen. Die Zwiebel würfeln.
- Möhre und Sellerie in kleine Würfel schneiden, den Lauch in Ringe. Alles etwa gleich groß — dann ist alles gleichzeitig gar.
- Etwas Öl im großen Topf erhitzen, Zwiebel und Suppengrün darin fünf Minuten anschwitzen, bis der Sellerie zu duften beginnt. Dieser Schritt macht den Unterschied zwischen Gemüsewasser und Suppe.
- Die Kartoffeln und den Kohlrabi schälen, würfeln und mit in den Topf geben. Kurz mitschwitzen.
- Mit 1,5 Litern heißer Gemüsebrühe auffüllen, aufkochen und 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
- Die TK-Erbsen dazugeben und drei Minuten mitziehen lassen. Sie brauchen kaum Zeit und werden matschig, wenn sie zu früh hineinkommen.
- Die Suppennudeln in die kochende Suppe geben und so lange kochen, wie auf der Packung steht, meistens sechs bis acht Minuten.
- Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat abschmecken, die gehackte Petersilie unterrühren und den Topf vom Herd nehmen.
Die Austauschliste: was rein darf
Das Grundgerüst sind Zwiebel, Suppengrün, Brühe und Nudeln. Alles andere ist verhandelbar. Was bei mir schon in dieser Suppe gelandet ist:
- Statt Kohlrabi: Weißkohlreste vom Krautsalat, ein Stück Wirsing, Blumenkohlröschen, Brokkolistiele (schälen, dann sind sie zart).
- Statt Erbsen: TK-Bohnen, TK-Buttergemüse, Mais aus der Dose, ein Rest grüne Bohnen vom Vortag.
- Statt Kartoffeln: ein Rest gekochter Reis (erst am Ende dazu), eine Süßkartoffel, Pastinake.
- Zusätzlich für mehr Sättigung: eine Dose weiße Bohnen, abgespült, für 55 Cent. Oder zwei Wiener Würstchen in Scheiben, in den letzten fünf Minuten dazu.
- Was ich nicht mehr hineingebe: Zucchini und Gurke — sie zerfallen zu Brei und machen die Suppe trüb. Rote Bete färbt alles rosa. Und Paprikaschalen lösen sich nicht auf, die stören zwischen den Zähnen.
Warum die Nudeln bei Resten getrennt gekocht werden
Einmal habe ich einen großen Topf für zwei Tage gekocht, mit den Nudeln direkt darin. Am nächsten Abend war die Suppe weg — die Nudeln hatten über Nacht die gesamte Brühe aufgesogen und lagen als weicher Klumpen im Topf. Aus vier Tellern Suppe war ein trauriger Nudelauflauf ohne Käse geworden.
Seitdem gilt bei mir: Koche ich für einen Abend, kommen die Nudeln mit in den Topf, das spart einen Kochtopf und die Stärke bindet die Suppe leicht an. Koche ich auf Vorrat, koche ich 150 Gramm Suppennudeln separat in Salzwasser, gebe sie beim Servieren in den Teller und schöpfe die Suppe darüber. Der Rest hält sich dann drei Tage im Kühlschrank und schmeckt am zweiten Tag sogar kräftiger.

Wo bei dieser Suppe das Geld bleibt
Größter Posten ist das Suppengrün mit 99 Cent, gefolgt vom Kohlrabi mit 79 Cent. Zusammen sind das gut die Hälfte der 3,34 €, die der ganze Topf kostet. Beim Suppengrün lohnt sich der Blick auf die Reduziert-Kiste: Möhre, Sellerie und Lauch dürfen ruhig etwas welk aussehen, sie werden ohnehin gekocht. Für 49 Cent nehme ich dann gleich zwei Bündel und friere eines geputzt und gewürfelt ein.
Die Suppennudeln sind mit 24 Cent für 150 Gramm der günstigste Sattmacher im Topf. Eine 500-Gramm-Packung kostet 79 Cent und reicht bei mir für drei solcher Suppen. Ersetzen kannst du sie durch gebrochene Spaghetti — einfach in der Hand durchbrechen, kostet dasselbe und ist im Vorrat sowieso da.
Sparen würde ich nicht an der Petersilie. Sie kommt im Suppengrün mit, kostet also nichts extra, und ohne sie schmeckt die Suppe eintönig. Der Fehler wäre, statt Brühe eine fertige Gemüsesuppe aus dem Glas als Basis zu nehmen: Ein Glas kostet 1,49 €, ergibt zwei Portionen und enthält weniger Gemüse als mein halbes Suppengrün. Wenn du das Prinzip magst, schau dir auch die bunte Gemüsesuppe aus Kühlschrankresten an oder die Hühnersuppe mit Nudeln vom Suppenhuhn, wenn es etwas Kräftigeres sein soll.
Ein Wort in eigener Sache
Ich habe früher jede Woche Gemüse weggeworfen und mich dabei geärgert, ohne etwas zu ändern. Diese Suppe ist der Grund, warum das aufgehört hat. Sie ist kein Rezept, das man auswendig lernt, sondern eine Gewohnheit: Freitag, großer Topf, alles rein, was noch da ist. Zwei Kinder essen sie inzwischen ohne Diskussion, und ich habe seit zwei Jahren keine weiche Möhre mehr in die Biotonne geworfen.
