19 Cent. So viel kostet ein Stück von diesem Apfelblechkuchen, wenn ich das fertige Blech in zwanzig Teile schneide. Das ganze Blech kommt auf 3,85 €: ein Netz Äpfel, Mehl, Zucker, drei Eier, ein Schuss Milch und ein Block Margarine. Für ein einziges Stück Apfelkuchen zahle ich beim Bäcker um die Ecke 2,20 €.
Gebacken wird er immer dann, wenn etwas ansteht: Kuchenbasar in der Grundschule, Sonntagsbesuch, der Nachmittag, an dem beide Kinder Freunde mitbringen. Ein Blech reicht für zwölf Leute mit Nachschlag. Und wenn nichts ansteht, hält er zugedeckt drei Tage und wird durch die Äpfel eher saftiger als trockener.
Der Teig ist ein Rührteig. Kein Hefeteig, kein Gehen, keine Frage nach der Zimmertemperatur. Alles in eine Schüssel, verrühren, aufs Blech streichen, Äpfel darauf, Streusel darüber, in den Ofen. Bei mir vergehen vom Auspacken bis zur geschlossenen Ofentür 25 Minuten.
Welche Äpfel funktionieren
Ein Blechkuchen verzeiht viel, aber nicht jede Apfelsorte. Was du brauchst, ist ein Apfel, der beim Backen die Form behält und etwas Säure mitbringt.
- Elstar – meine erste Wahl. Säuerlich, fest, liegt bei Aldi und Lidl fast immer im Netz.
- Braeburn und Jonagold – fest genug und etwas süßer. Dann nehme ich einen Esslöffel Zucker weniger für den Teig.
- Boskop – der klassische Backapfel, sehr sauer, behält jede Spalte. Im Winter oft der günstigste im Regal.
- Was ich weglasse: mehlige Sorten wie Golden Delicious und alte, weiche Äpfel aus der Obstschale. Die zerfallen zu Mus, und der Teig darunter wird nass.
Beim Einkauf greife ich zum 1-Kilo-Netz und nicht zur losen Ware daneben. Das Netz kostet bei uns 1,59 €, lose bezahle ich für dieselbe Sorte oft 2,49 € pro Kilo. Kleine Äpfel und welche mit Druckstellen sind völlig in Ordnung — sie werden ohnehin geschält und in Spalten geschnitten. Wenn im Laden eine Kiste mit reduziertem Obst steht, greife ich zu.
Zubereitung
- Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech beziehungsweise die Fettpfanne des Ofens (etwa 30 × 40 cm) mit Margarine einfetten oder mit Backpapier auslegen.
- Zuerst die Streusel, dann steht die Schüssel später nicht im Weg: 150 g Mehl, 100 g Zucker, 2 gestrichene Teelöffel Zimt und 75 g kalte Margarine in eine Schüssel geben und mit den Fingerspitzen zu Krümeln verreiben. Die Schüssel bis zum Schluss in den Kühlschrank stellen.
- Die Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse herausschneiden und in etwa 5 mm dünne Spalten schneiden. Ein Spritzer Zitrone hält sie hell — nötig ist er nicht, sie verschwinden ohnehin unter den Streuseln.
- 175 g weiche Margarine mit 150 g Zucker, dem Vanillezucker und einer Prise Salz mit dem Handrührgerät zwei Minuten hell und schaumig rühren.
- Die drei Eier einzeln unterrühren, jedes etwa eine halbe Minute, bis die Masse wieder glatt ist.
- 250 g Mehl mit dem Backpulver mischen, zur Margarinemasse geben, 100 ml Milch dazugießen und alles nur kurz auf niedriger Stufe verrühren, bis kein Mehl mehr zu sehen ist. Je länger du rührst, desto zäher wird der Teig.
- Den Teig auf dem Blech verteilen und mit einem Teigschaber glatt streichen. Er ist fest und die Schicht dünn — das ist richtig so, im Ofen geht er deutlich auf.
- Die Apfelspalten dicht an dicht auf dem Teig verteilen, dachziegelartig in Reihen oder einfach kreuz und quer. Dann die kalten Streusel gleichmäßig darüberstreuen.
- 35 bis 40 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis die Streusel goldbraun sind. Stäbchenprobe an einer Stelle ohne Apfel: Bleibt kein Teig kleben, ist er fertig. Auf dem Blech vollständig auskühlen lassen und erst dann schneiden.

Die Streusel: 3 – 2 – 1 und fertig
Für Streusel braucht man kein Rezept, sondern ein Verhältnis: drei Teile Mehl, zwei Teile Zucker, ein Teil Fett. Bei mir also 150 g, 100 g, 75 g. Wer eine dickere Streuselschicht mag, rechnet hoch — 200 g, 130 g, 100 g — und schmeckt beim Zimt nach.
Eine Sache entscheidet über Krümel oder Kruste, und die habe ich beim ersten Mal falsch gemacht: Die Margarine muss kalt sein. Meine stand damals seit dem Frühstück neben dem Herd, war weich wie Creme, und statt Streuseln bekam ich einen Teppich, der im Ofen zu einer festen Zuckerplatte verlief. Geschmeckt hat es, ausgesehen hat es wie ein Missgeschick. Seitdem kommt der Block erst zwei Minuten vor dem Verreiben aus dem Kühlschrank, und ich arbeite nur mit den Fingerspitzen — Handflächen sind zu warm.
Falls die Krümel trotzdem zu fein werden: die Schüssel zehn Minuten ins Gefrierfach, danach lassen sich die Krümel wieder zu größeren Brocken zusammendrücken. Dieselbe Streuselmasse benutze ich übrigens auch für die Puddingschnitten mit Streuseln, dort kommt sie auf eine Puddingschicht statt auf Obst.
Wo hier gespart wird
Der größte Posten sind die Äpfel mit 1,59 €, also gut 40 Prozent der Gesamtkosten. Genau da lohnt sich das Hinschauen. Im Spätsommer und Herbst kostet das Netz bei uns oft nur 1,29 €, im Frühjahr klettert es Richtung zwei Euro. Wer dann noch Äpfel im Angebot bekommt, schält einfach ein paar mehr und legt sie dichter.
Der zweite Punkt ist das Fett. Ein Block Backmargarine kostet bei Aldi rund 1,10 € für 500 g, Butter liegt bei 1,80 € bis 2,20 € für 250 g. In einem Rührteig, über dem Zimtstreusel und Apfelspalten liegen, schmeckt den Unterschied kaum jemand. Bei Butterplätzchen ist das anders, da ist die Butter der Geschmack — hier ist sie nur das Fett.
Was ich nicht kaufe, sind fertige Streusel. 200 g im Beutel kosten etwa 1,20 €. Die drei Zutaten dafür liegen für rund 25 Cent im Schrank, und der Aufwand ist eine Minute. Genauso wenig brauchst du eine Springform oder eine spezielle Backmischung: Das Blech, das beim Ofen dabei war, ist das richtige Werkzeug.
Der Fehler wäre, an den Eiern zu sparen. Mit zwei statt drei Eiern wird der Teig fester und trockener, und dann hilft auch der Apfel nicht mehr. 69 Cent für drei Eier sind hier gut angelegt. Weitere Rezepte in dieser Richtung findest du in der Kategorie Günstig backen.
Aufbewahren, einfrieren, mitnehmen
- Zugedeckt bei Zimmertemperatur: drei Tage. Ich lege ein sauberes Geschirrtuch über das Blech, keine Frischhaltefolie — darunter werden die Streusel innerhalb einer Nacht weich.
- Einfrieren: funktioniert gut. Stücke einzeln in Gefrierbeutel, etwa drei Monate haltbar. Abends herausnehmen, morgens ist der Kuchen wie frisch.
- Für den Basar oder das Schulfest: auf dem Blech transportieren und erst vor Ort schneiden. Geschnittene Stücke trocknen an den Rändern schneller aus.
- Am zweiten Tag: zwei Minuten bei 150 °C in den Ofen, dann sind die Streusel wieder knusprig.
Ein Blech, zwanzig Stücke – reicht das?
Ich schneide das ausgekühlte Blech in vier Reihen längs und fünf quer, das ergibt zwanzig Stücke von etwa 7 × 8 cm. Für einen Kindergeburtstag mit acht Kindern und vier Erwachsenen bleibt davon regelmäßig ein Rest übrig, den ich am nächsten Tag in die Brotdosen packe. Wenn Erwachsene zum Kaffee da sind, rechne ich zwei Stücke pro Person und komme mit einem Blech durch zehn Leute.
Beim letzten Kuchenbasar hatte ich das Blech in kleinere Quadrate geschnitten, weil sie zu 50 Cent das Stück verkauft wurden. Aus einem Blech wurden dreißig Stücke, verkauft für 15 € — bei 3,85 € Einsatz. Der Apfelblechkuchen war vor den zwei Sahnetorten daneben weg, und das lag nicht am Preis, sondern daran, dass man ihn ohne Teller und Gabel essen kann.
Was schiefgehen kann
- Boden zu weich: zu viele oder zu dicke Apfelspalten. 1 kg ist die Obergrenze für ein Blech dieser Größe.
- Streusel zu dunkel, Kuchen innen roh: Der Ofen war zu heiß. 175 °C Ober-/Unterhitze, nicht 200 °C, und nicht auf Umluft umschalten.
- Teig zäh: zu lange gerührt, nachdem das Mehl drin war. Kurz und auf kleiner Stufe reicht.
Wenn Pflaumenzeit ist, tausche ich die Äpfel gegen halbierte Pflaumen aus, lasse den Zimt in den Streuseln und nehme etwas mehr Zucker im Teig. Wie das mit einem noch schnelleren Boden geht, steht beim Pflaumenkuchen auf Quark-Öl-Teig — der braucht nicht einmal ein Handrührgerät.
