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Günstige Abendessen 1,04 € / Portion

Überbackene Schinken-Toasts vom Blech

Überbackene Schinken-Toasts mit Ananas und goldbraunem Käse auf dem Backblech
Vorbereitung: 10 Min.Kochzeit: 8 Min.Gesamt: 18 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Toastbrot 8 Scheiben 0,34 €
Kochschinken 8 Scheiben (125 g) 1,29 €
Käsescheiben (junger Gouda) 8 Scheiben (ca. 160 g) 1,10 €
Ananasscheiben aus der Dose 4 Scheiben (halbe Dose) 0,50 €
Butter zum Bestreichen 20 g 0,16 €
Salatgurke als Beilage 1 Stück 0,69 €
Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß nach Bedarf 0,08 €
Gesamtkosten: 4,16 € 1,04 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juli 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Kühlschranktür auf, kurz hineingeschaut: eine angebrochene Packung Kochschinken, ein Rest Käsescheiben, Butter, eine halbe Gurke. Im Brotkasten liegt Toastbrot vom Wochenanfang. Es ist zwanzig nach sechs, beide Kinder haben Hunger, und ich habe an diesem Tag schlicht vergessen, mir etwas zu überlegen.

Zwanzig Minuten später standen acht überbackene Schinken-Toasts auf dem Tisch, dazu Gurkenstifte, und alles zusammen hat 4,16 € gekostet. Ein Euro und vier Cent pro Person für ein Abendessen, das keiner als Notlösung erkannt hat. Genau dafür gibt es dieses Rezept.

Ich schreibe es auf, weil es bei uns inzwischen einen festen Platz hat — nicht als Highlight der Woche, sondern als Rettungsanker für die Abende, an denen der Plan nicht aufgeht.

Der Abend, an dem nichts geplant war

Das erste Mal war ein Mittwoch nach dem Schwimmkurs. Wir kamen um zehn nach sechs zur Tür herein, meine Haare waren noch feucht, die Kleine quengelte, und im Kopf hatte ich exakt nichts. Aufschnitt und Brot wären die ehrliche Antwort gewesen, aber kaltes Abendbrot nach dem Schwimmen kommt bei meinen beiden nicht gut an. Sie wollen etwas Warmes.

Also habe ich Toast belegt und ihn unter den Grill geschoben. Und beim ersten Mal prompt verbrannt. Ich hatte das Blech auf die oberste Schiene gestellt, den Grill auf volle Leistung, und war dann drei Minuten im Flur, um Schwimmsachen aufzuhängen. Als ich zurückkam, war der Käse schwarz gesprenkelt und die Toastränder waren Kohle. Vier Scheiben in den Müll, das ist ärgerlich, wenn man aufs Geld schaut.

Seitdem steht das Blech auf der mittleren Schiene, der Ofen läuft auf Ober- und Unterhitze bei 220 Grad statt auf Grill, und ich bleibe in der Küche stehen. Acht Minuten, mehr braucht es nicht. Der Käse wird gleichmäßig goldbraun, statt an drei Stellen zu verbrennen, während der Rest noch bleich ist.

Belegte Toastscheiben mit Schinken, Ananas und Käse vor dem Backen auf dem Blech
Acht Scheiben passen nebeneinander aufs Blech — alle sind gleichzeitig fertig.

Warum das Blech und nicht der Toaster

Es gibt diese Toaster mit Aufsatz, in die man ein belegtes Brot schiebt. Ich habe so einen Aufsatz noch von meiner Mutter, und er kann genau ein Toast auf einmal. Für zwei Personen mag das reichen. Bei vier Personen und acht Scheiben stehe ich damit zwanzig Minuten in der Küche und schiebe nach, während die Ersten schon essen und die Letzten warten.

Auf dem Backblech liegen alle acht Scheiben nebeneinander. Sie gehen gleichzeitig rein, sie kommen gleichzeitig raus, wir setzen uns gemeinsam hin. Das ist bei uns wichtiger, als es klingt: Wenn ich noch am Herd stehe, während die Kinder essen, ist das Essen vorbei, bevor ich sitze.

Dazu kommt der Stromverbrauch. Der Ofen läuft acht Minuten plus fünf Minuten Vorheizen. Ein Toaster mit Aufsatz läuft für dieselbe Menge deutlich länger, weil er achtmal von vorne anfängt. Ich lege außerdem Backpapier aufs Blech — dann muss ich hinterher nichts schrubben, und der geschmolzene Käse an den Rändern lässt sich einfach abziehen.

So mache ich sie

  1. Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Acht Scheiben Toastbrot nebeneinander auf das Blech legen und dünn mit Butter bestreichen. Die Butter ist keine Deko: Sie hält das Brot unten trocken und verhindert, dass die Scheibe vom Schinken durchweicht.
  3. Auf jede Scheibe eine Scheibe Kochschinken legen. Passt sie nicht ganz, falte ich sie einmal um — Überstand verbrennt.
  4. Vier Ananasscheiben aus der Dose abtropfen lassen und halbieren, sodass acht Halbmonde entstehen. Je einen auf den Schinken legen. Wer keine Ananas mag, lässt sie weg (dazu gleich mehr).
  5. Eine Scheibe Käse obenauf, sodass sie die Ananas möglichst abdeckt. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Paprikapulver bestreuen.
  6. Blech auf die mittlere Schiene, acht Minuten backen. Ab Minute sechs danebenstehen bleiben und hinsehen: Der Übergang von goldbraun zu verbrannt dauert keine halbe Minute.
  7. Während der Ofen arbeitet, die Gurke waschen und in Stifte schneiden. Sie kommt roh auf den Tisch und ist in zwei Minuten fertig.
  8. Toasts kurz auf dem Blech abkühlen lassen, dann mit dem Pfannenwender abheben. Direkt aus dem Ofen ist der Käse so heiß, dass sich Kinder den Gaumen verbrennen.

Bei uns isst mein Mann drei Scheiben, ich zwei, der Große zwei und die Kleine eine — macht genau acht. Wenn wir alle sehr hungrig sind, lege ich zwei weitere Scheiben mit aufs Blech; das kostet zusammen keine 50 Cent zusätzlich.

Die Sache mit der Ananas

Ananas auf herzhaftem Toast ist eine Glaubensfrage, und in meiner Küche verläuft die Front mitten durch die Kinder. Mein Neunjähriger pult die Scheibe grundsätzlich herunter und legt sie an den Tellerrand, mit einem Gesicht, als hätte ich ihm Obst ins Rührei geschmuggelt. Die Sechsjährige isst danach seine Ananas mit und findet den Deal hervorragend.

Ich lege deshalb zwei Scheiben ohne Ananas mit aufs Blech, links außen, damit ich sie wiederfinde. Das ist der ganze Aufwand. Wer generell keine Ananas mag: Eine dünne Tomatenscheibe funktioniert genauso, sie muss nur vorher kurz auf Küchenpapier abtropfen, sonst wird das Brot nass. Eine halbe Dose Ananas kostet 50 Cent und die Reste esse ich am nächsten Tag mit Quark — weggeworfen wird nichts.

Wo hier gespart wird

Der größte Posten ist der Kochschinken mit 1,29 € für die 125-g-Packung. Direkt dahinter der Käse mit rund 1,10 € für acht Scheiben. Zusammen sind das über die Hälfte der Rechnung — und genau dort lohnt sich der Blick aufs Regal.

Käse in Scheiben aus der Selbstbedienungspackung kostet bei Aldi und Lidl je nach Sorte zwischen 1,49 € und 1,99 € für 250 g. Der junge Gouda ist fast immer der günstigste und schmilzt am besten. Ich nehme nie den Schmelzkäse in Einzelfolie: Der ist pro Kilo teurer und wird beim Backen eher fettig als knusprig. Beim Schinken greife ich zur einfachen Kochschinken-Packung, nicht zum Delikatess-Aufschnitt in der Sichtpackung — 40 Cent Unterschied bei acht Scheiben, die ohnehin unter Käse verschwinden.

Beim Toastbrot rechne ich mit rund 4 Cent pro Scheibe. Eine große Packung mit 20 Scheiben kostet etwa 85 Cent, und das Brot vom Wochenanfang ist für dieses Rezept sogar besser als frisches: Es ist trockener und wird im Ofen knuspriger. Etwas härteres Brot ist hier also kein Mangel, sondern der Grund, warum ich es mache — ähnlich wie bei der Brotpizza vom Blech, für die ich absichtlich Brot liegen lasse.

Der Fehler wäre, hier auf fertig belegte Sandwiches oder Tiefkühl-Baguettes auszuweichen. Ein Tiefkühl-Baguette mit Schinken kostet um 1,79 € und reicht für eine Person. Acht selbst belegte Toasts kosten insgesamt weniger als zweieinhalb solcher Baguettes und ergeben ein Abendessen für vier. Wer noch mehr aus Brot und Aufschnitt herausholen will, findet unter günstige Abendessen weitere Gerichte dieser Sorte, etwa den Strammen Max für die ganze Familie.

Wenn der Kühlschrank etwas anderes hergibt

Statt Schinken funktioniert alles, was flach ist und salzig schmeckt: Reste von Fleischwurst, ein paar Scheiben Salami, Frühstücksspeck, sogar Thunfisch aus der Dose, gut abgetropft und mit der Gabel verteilt. Ohne Fleisch nehme ich eine dünne Schicht Tomatenmark und zwei Champignonscheiben — dann ist es eher eine kleine Pizza, aber der Ofen macht keinen Unterschied.

Was nicht funktioniert: alles Nasse. Gurkenscheiben, Tomaten ohne Abtropfen, Krautsalat. Das Brot saugt sich voll und liegt am Ende als weicher Fladen auf dem Blech. Die Gurke gehört daneben auf den Teller, nicht obendrauf.

Übrig bleibt bei uns selten etwas, aber falls doch: Kalt am nächsten Morgen schmeckt so ein Toast erstaunlich gut, und in der Brotdose hält er sich bis zur großen Pause. Wieder aufbacken lohnt sich dagegen nicht — der Käse wird zäh und das Brot ledrig. Lieber eine Scheibe weniger belegen und dafür alles frisch aus dem Ofen essen.

Ich bin ehrlich: An einem Mittwochabend nach dem Schwimmkurs ist mir nicht nach Kochen. Und ich habe aufgehört, mich dafür zu rechtfertigen. Ein warmes Blech, das nach zwanzig Minuten auf dem Tisch steht und pro Person einen Euro kostet, ist mir lieber als eine geplante Mahlzeit, die ich um halb acht wütend hinstelle. Meine Kinder erinnern sich sowieso eher daran, dass wir zusammen gegessen haben.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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