Wie viel Brot wirfst du in der Woche weg? Bei uns waren es lange zwei, drei Scheiben pro Tag — das Ende vom Graubrot, das halbe Baguette vom Samstag, die Toastscheiben, die niemand mehr anfassen wollte. Auf ein Jahr gerechnet sind das gut fünfzig Euro, die in der Biotonne landen.
Brotpizza hat das bei uns beendet. Alte Scheiben aufs Blech, passierte Tomaten mit Oregano drauf, Käse, was der Kühlschrank hergibt, zwölf Minuten bei 220 Grad. Vier Personen essen davon satt für 4,54 €, also 1,14 € pro Kopf. Und weil jedes Kind seine eigenen Scheiben belegt, gibt es keine Diskussion über Paprika.
Das Grundrezept
Zwölf Scheiben altbackenes Brot bilden die Grundlage. Graubrot, Mischbrot, Toast, Baguette, Brötchenhälften — alles funktioniert, solange es einen Tag alt oder älter ist. Frisches Brot zieht die Sauce sofort auf, wird schwammig und lässt sich nicht mehr in die Hand nehmen.
Auf jede Scheibe kommen ein bis zwei Esslöffel passierte Tomaten, gewürzt mit Oregano, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker. Die Sauce muss dick sein, nicht flüssig. Dann der Belag, dann der Käse obendrauf — in dieser Reihenfolge, denn der Käse schützt alles darunter vor dem Austrocknen. 200 Gramm Reibekäse reichen locker für zwölf Scheiben, wenn man ihn dünn verteilt statt in Häufchen zu legen.

So wird es gemacht
- Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
- 250 Gramm passierte Tomaten mit einem Teelöffel Oregano, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker verrühren. Wer mag, gibt noch etwas Knoblauchpulver dazu.
- Zwiebel in feine Ringe schneiden, Paprika würfeln, Mais abtropfen lassen, Schinken in Streifen schneiden. Alles in kleine Schüsseln auf den Tisch stellen.
- Die Brotscheiben nebeneinander aufs Blech legen. Bei sehr harten Scheiben eine Seite kurz unter fließendes Wasser halten und wieder abschütteln — nur befeuchten, nicht einweichen.
- Jede Scheibe mit ein bis zwei Esslöffeln Tomatensauce bestreichen, dabei einen halben Zentimeter Rand frei lassen. Sonst tropft die Sauce aufs Blech und brennt an.
- Belegen lassen. Bei uns kommt an dieser Stelle das Blech auf den Küchentisch und jeder bekommt vier Scheiben, die er selbst gestaltet.
- Den Reibekäse gleichmäßig darüberstreuen und mit ein paar Tropfen Öl beträufeln.
- 12 Minuten backen, bis der Käse Blasen wirft und die Brotränder dunkelbraun sind. Zwei Minuten auf dem Blech ruhen lassen, dann mit dem Pfannenwender abheben.
Beläge, die bei uns durchgelaufen sind
- Schinken und Mais. Der Klassiker, an dem sich niemand stört. 100 Gramm Kochschinken und eine kleine Dose Mais reichen für alle zwölf Scheiben.
- Paprika und Zwiebel. Beides sehr fein schneiden, sonst ist es nach zwölf Minuten noch roh. Die Zwiebelringe verbrennen leicht, deshalb lege ich sie unter den Käse.
- Salami-Enden. Die letzten Scheiben aus der Packung, die zum Aufs-Brot-Legen zu trocken sind, werden im Ofen wieder gut.
- Reste vom Vortag. Übriges Hackfleisch, ein Löffel Bolognese, gekochtes Gemüse, sogar Erbsen aus dem Gefrierfach. Ich nehme, was in kleinen Mengen im Kühlschrank steht und für sich allein zu wenig wäre.
- Nur Tomate, Käse, Oregano. Die billigste Variante mit rund 70 Cent pro Person. Meine Tochter isst sie am liebsten so und lässt alles andere links liegen.
- Süß am Wochenende. Statt Tomate ein dünner Aufstrich aus Quark und Zucker, Apfelscheiben und Zimt darüber. Wird kein Kuchen, aber die Kinder finden es großartig.
Wo hier gespart wird
Der Kern der Sache: Das Brot kostet nichts extra. Es liegt schon da und wäre sonst weggeflogen. Ich rechne die zwölf Scheiben trotzdem mit 60 Cent, weil sie ja irgendwann bezahlt wurden — aber in meinem Wochenbudget tauchen sie nicht auf.
Der teuerste Posten ist der Käse mit 1,40 €. Fertig geriebener Käse kostet in der 200-Gramm-Tüte oft 1,79 €, ein 400-Gramm-Stück Gouda liegt bei 2,79 € — auf 200 Gramm gerechnet also 1,40 €. Ich reibe selbst, das dauert zwei Minuten und spart aufs Jahr gerechnet ein paar Euro.
Passierte Tomaten kaufe ich in der 500-Gramm-Packung für 79 Cent. Für ein Blech brauche ich die Hälfte, der Rest hält im Kühlschrank drei Tage und kommt am Mittwoch an die Nudeln. Wer Ketchup nimmt, spart nichts und bekommt eine deutlich süßere Pizza.
Was ich nicht mache: Extra einkaufen für den Belag. Sobald ich für eine Brotpizza Paprika, Salami und Mozzarella kaufe, kostet das Blech vier Euro mehr und der ganze Sinn ist weg. Das Rezept lebt davon, dass es aus dem besteht, was ohnehin da ist. Weitere Ideen dieser Art findest du unter Reste verwerten, und wenn das Brot schon steinhart ist, hilft die Brotsuppe aus hartem Brot weiter.
Der Fehler beim ersten Mal
Beim allerersten Blech habe ich frisches Toastbrot genommen, weil gerade kein altes da war. Nach zwölf Minuten hatte ich zwölf feuchte Lappen mit Käse obendrauf, die beim Anheben in der Mitte durchgehangen sind. Mein Sohn hat seinen mit Messer und Gabel gegessen und dabei geschaut, als hätte ich ihn bestraft.
Seitdem gilt: mindestens einen Tag altes Brot. Muss es doch frisches sein, röste ich die Scheiben vorher fünf Minuten bei 200 Grad ohne alles an — kostet nur mehr Strom und Zeit.
Wenn Scheiben übrig bleiben, wickle ich sie in Alufolie und packe sie am nächsten Tag in die Brotdose. Kalt sind sie nicht schlechter, nur anders — und die Alternative wäre wieder der Mülleimer, an dem ja alles angefangen hat. Wie sieht dein Kühlschrank am Donnerstagabend aus? Genau daraus wird das Blech.
