99 Cent für eine 500-Gramm-Packung Schupfnudeln, 55 Cent für den Beutel Sauerkraut daneben. Beides liegt bei Aldi fast im selben Gang, und an Dienstagen, an denen ich erst um halb sechs zu Hause bin, wandert es ohne großes Nachdenken in den Wagen.
Der Auflauf daraus ist das Faulste, was ich kenne. Nichts wird vorgekocht, nichts angebraten, keine zweite Pfanne. Schupfnudeln, Kraut, Speckwürfel, Zwiebel und Schmand kommen roh in die Form, Käse darüber, dreißig Minuten Ofen. Meine Arbeitszeit: zwölf Minuten. Den Rest erledigt der Backofen, während ich am Küchentisch die Hausaufgaben des Großen kontrolliere.
Für vier Personen kostet das 5,45 €, also 1,36 € pro Teller. Weitere Gerichte, die komplett in einer Form fertig werden, findest du bei den Eintöpfen und Aufläufen.

Der eine Handgriff, den du nicht auslassen darfst
Beim ersten Mal habe ich das Kraut genommen, wie es aus der Tüte kam, samt Lake. Der Auflauf sah wunderbar aus. Mein Sohn, damals acht, hat einmal probiert, das Gesicht verzogen und gesagt: „Das beißt.“ Er hatte recht. Die Säure zieht beim Backen in die Schupfnudeln, und am Ende schmeckt jeder Löffel gleich scharf-sauer.
Seitdem gilt bei mir: Kraut in ein Sieb, kurz kalt abspülen, mit den Händen fest ausdrücken, dann ein Teelöffel Zucker dazu. Das Kraut bleibt kräftig, es sticht nur nicht mehr. Beide Kinder essen inzwischen mit, und bei Sauerkraut ist das keine Kleinigkeit.
Zubereitung: zwölf Minuten Arbeit, dreißig Minuten Ofen
- Ofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform von etwa 30 × 20 cm dünn mit Öl ausstreichen.
- Sauerkraut in ein Sieb geben, kurz kalt abspülen und portionsweise fest ausdrücken. In eine große Schüssel geben, einen Teelöffel Zucker und einen halben Teelöffel Kümmel untermischen. Mögen deine Kinder keinen Kümmel: weglassen, der Auflauf funktioniert auch ohne.
- Zwiebel schälen, fein würfeln und zusammen mit den Speckwürfeln roh zum Kraut geben. Beides gart im Ofen mit, Anbraten ist wirklich nicht nötig.
- Schmand mit vier Esslöffeln Wasser glatt rühren, kräftig pfeffern, nur sparsam salzen — Speck und Kraut bringen genug Salz mit. Zur Krautmischung geben.
- Schupfnudeln dazugeben und alles mit zwei Löffeln locker durchheben, bis jede Nudel etwas Schmand abbekommen hat.
- In die Form füllen, glatt streichen, den Reibekäse gleichmäßig darüber verteilen.
- 30 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Wird der Käse schon nach zwanzig Minuten sehr dunkel, legst du ein Stück Backpapier auf.
- Fünf Minuten stehen lassen, bevor du portionierst. Dann bleibt jede Portion in Form, statt auf dem Teller auseinanderzufallen.

Wo genau das Geld bleibt
Die Eigenmarke bei den Schupfnudeln kostet 99 Cent, die Markenpackung daneben 1,79 €. Zwischen Kraut, Speck und Käse schmeckt niemand einen Unterschied — das sind 1,60 € pro Abendessen, die ich spare, ohne etwas zu merken.
Sauerkraut aus der Tüte kostet 55 Cent für 500 g. Im Glas zahlst du für dieselbe abgetropfte Menge rund 30 Cent mehr, und ausdrücken musst du es so oder so.
Beim Speck reichen 100 g für vier Personen. Er ist hier Gewürz und nicht Hauptzutat: Die Würze kommt aus dem Kraut, aus dem Käse und aus dem bisschen Kümmel. Wer eine 200-g-Packung nimmt, macht das Gericht nicht besser, sondern nur fettiger und 89 Cent teurer.
Der Fehler wäre, den Schmand durch Sahne oder Crème fraîche zu ersetzen. Sahne wird im Ofen dünn und läuft am Boden zusammen, Crème fraîche kostet für 200 g fast einen Euro mehr. Schmand ist hier genau richtig — dick genug, um an den Nudeln zu bleiben, und mit 69 Cent das günstigste von allen dreien.
Drei Abwandlungen
- Ohne Speck: Zwei Wiener Würstchen in Scheiben schneiden und untermischen, oder den Speck einfach weglassen und stattdessen einen halben geriebenen Apfel unter das Kraut geben. Das nimmt die Säure zusätzlich und macht die Sache milder.
- Mit mehr Farbe: Eine Handvoll TK-Erbsen direkt mit unter die Masse heben. Kostet 20 Cent, sieht bunter aus und die Kinder picken sie erstaunlicherweise nicht heraus.
- Ohne Ofen: Wenn du keine halbe Stunde Backzeit hast, gibt es dieselben Zutaten als Pfannenvariante mit Schupfnudeln und Sauerkraut — die steht nach zwanzig Minuten auf dem Tisch. Und wenn du Lust auf etwas Ähnliches ohne Kraut hast, ist der Gnocchi-Auflauf mit Tomatensoße nach demselben Prinzip gebaut: alles roh in die Form.
Bei uns bleibt fast immer eine Portion übrig, weil ich lieber eine Nummer zu groß rechne. Die kommt am nächsten Tag mit einem Schuss Öl in die Pfanne und wird zehn Minuten braun gebraten — knusprige Ränder, weiche Mitte. Mein Mann behauptet inzwischen, der zweite Tag sei der bessere, und ich widerspreche ihm nicht mehr.
