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Günstige Abendessen 0,97 € / Portion

Kartoffelgulasch mit Paprika

Tiefer Teller Kartoffelgulasch mit Paprika und Brot
Vorbereitung: 20 Min.Kochzeit: 35 Min.Gesamt: 55 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Vorwiegend festkochende Kartoffeln 1 kg 1,20 €
Rote Paprikaschoten 2 Stück 1,58 €
Zwiebeln 2 Stück 0,24 €
Knoblauch 1 Zehe 0,05 €
Tomatenmark 2 EL 0,16 €
Edelsüßes Paprikapulver 2 gehäufte EL 0,25 €
Gemüsebrühe (Instantpulver) für 700 ml 0,12 €
Öl, Salz, Pfeffer, Kümmel, Lorbeer, Essig nach Bedarf 0,29 €
Gesamtkosten: 3,89 € 0,97 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: August 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Im Gemüsefach lagen am Donnerstag zwei rote Paprikaschoten, die schon leicht schrumpelig wurden, dazu eine halbe Tüte Zwiebeln und ein Netz Kartoffeln, das ich am Montag im Angebot mitgenommen hatte. Genau daraus ist dieser Topf entstanden, und inzwischen kaufe ich die Paprika absichtlich dafür ein.

Kartoffelgulasch kommt bei uns ohne Fleisch aus. Nicht aus Überzeugung, sondern weil der Topf ohne besser schmeckt als die zusammengestrichene Variante mit 150 Gramm Gulaschfleisch, die nach nichts schmeckt und trotzdem drei Euro mehr kostet. Die Würze kommt hier aus Zwiebeln, Tomatenmark und einer wirklich großzügigen Menge edelsüßem Paprikapulver. Vier tiefe Teller für 3,89 € — 97 Cent pro Person.

Gewürfelte Kartoffeln, Paprikastücke und Zwiebeln auf dem Brett
Kartoffeln in drei Zentimeter große Würfel — kleiner geschnitten zerfallen sie.

Schritt für Schritt

  1. Ein Kilo Kartoffeln schälen und in Würfel von etwa drei Zentimetern schneiden. Nicht kleiner, sonst zerfallen sie später zu Brei. Zwei Zwiebeln grob würfeln, zwei Paprikaschoten entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden, eine Knoblauchzehe fein hacken.
  2. Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze acht bis zehn Minuten braten, bis sie weich sind und an den Rändern goldbraun werden. Das ist der wichtigste Schritt und der, bei dem die meisten zu früh weitermachen.
  3. Paprikastücke und Knoblauch dazugeben, drei Minuten mitbraten. Zwei Esslöffel Tomatenmark einrühren und eine gute Minute mitrösten, bis es dunkler wird und leicht am Topfboden ansetzt.
  4. Jetzt den Topf vom Herd ziehen. Zwei gehäufte Esslöffel edelsüßes Paprikapulver einrühren und sofort mit 700 Millilitern heißer Gemüsebrühe ablöschen. Warum vom Herd, dazu gleich mehr.
  5. Kartoffelwürfel einrühren, einen Teelöffel Kümmel und ein Lorbeerblatt zugeben. Die Flüssigkeit soll die Kartoffeln knapp bedecken, notfalls einen Schluck Wasser nachgießen.
  6. Zugedeckt bei kleiner Hitze 25 bis 30 Minuten leise köcheln lassen. Zweimal umrühren, dabei jedes Mal am Topfboden entlangschaben.
  7. Deckel abnehmen und ein paar Kartoffelwürfel mit dem Löffel an der Topfwand zerdrücken. Die Stärke, die dabei austritt, bindet den ganzen Topf — Mehl oder Speisestärke braucht es nicht.
  8. Fünf Minuten offen weiterköcheln lassen, dann abschmecken: Salz, Pfeffer, ein Spritzer Essig. Lorbeerblatt herausfischen und servieren.

Das Paprikapulver ist der ganze Trick

Beim ersten Mal habe ich das Pulver in den heißen Topf gestreut und noch eine halbe Minute mitgeröstet, so wie ich es beim Tomatenmark gelernt hatte. Was danach im Topf war, schmeckte bitter und ein bisschen verbrannt, und ich habe die ganze Ladung mit Sahne und Zucker zu retten versucht. Hat nicht funktioniert, wir haben an dem Abend Brot mit Wurst gegessen.

Paprikapulver enthält Zucker und wird bei großer Hitze innerhalb von Sekunden bitter. Deshalb: Topf vom Herd, Pulver einrühren, sofort mit heißer Brühe ablöschen. Zwei gehäufte Esslöffel klingen nach viel, aber genau diese Menge macht aus Kartoffelwasser einen Gulaschtopf. Ich nehme edelsüßes Pulver aus der 50-Gramm-Dose für rund 0,89 € und kaufe bewusst nicht das rosenscharfe — das ist für Kinderteller zu heftig. Wer Schärfe mag, streut sie sich am Tisch selbst darüber.

Katrins Tipp: Kauf Paprikapulver nie in der kleinen Streudose vom Gewürzregal, sondern im Beutel bei den Grundzutaten oder im Regal mit den ungarischen Produkten. 100 Gramm im Beutel kosten oft weniger als 25 Gramm in der Dose. Ich fülle es zu Hause in ein leeres Marmeladenglas um und stelle es dunkel — im Licht verliert es innerhalb weniger Monate Farbe und Geschmack.
Kartoffelgulasch köchelt im Topf, Kartoffeln werden am Rand zerdrückt
Ein paar Würfel an der Topfwand zerdrücken — das bindet den Topf ganz ohne Mehl.

Wo hier gespart wird

Der ganze Topf kostet weniger als eine einzige Portion Fertiggulasch aus der Dose, und dabei ist die größte Ersparnis das Fleisch, das gar nicht drin ist. Ein Kilo Gulaschfleisch liegt selbst im Angebot bei acht bis zehn Euro. Wenn du es trotzdem willst, ist die ehrlichere Lösung eine Fleischwurst: 200 Gramm gewürfelt für rund 1,20 €, in den letzten zehn Minuten mitgezogen. So mache ich es, wenn Besuch kommt — daraus ist bei uns das Kartoffelgulasch mit Paprika und Fleischwurst geworden.

Bei der Paprika lohnt der Blick auf die Auslage statt auf den Preis pro Stück. Einzeln kosten die roten Schoten 0,79 €, im Dreierbeutel „gemischte Farben“ oft 1,79 € — das sind 60 Cent pro Stück. Und die etwas unförmigen aus der Reste-Kiste am Eingang, die manche Filialen für die Hälfte anbieten, sind für diesen Topf perfekt: Sie werden ohnehin klein geschnitten, ob sie schön aussehen, interessiert im Gulasch niemanden.

Bei den Kartoffeln nehme ich vorwiegend festkochende. Festkochende bleiben zu bissfest und binden nicht, mehligkochende zerfallen komplett zu Brei. Die Sorte dazwischen macht beides richtig: Sie hält die Form und gibt trotzdem genug Stärke ab. Das ist keine Preisfrage, alle drei kosten dasselbe, aber es entscheidet darüber, ob der Topf sämig wird oder wässrig bleibt.

Der Fehler, der am meisten kostet, ist Speisestärke oder Mehl zum Andicken. Das ist nicht teuer, aber es macht den Geschmack flach und legt sich wie ein Film auf die Zunge. Die zerdrückten Kartoffelwürfel machen dieselbe Arbeit umsonst und besser.

So streckst du den Topf auf sechs Teller

Wenn plötzlich mehr Leute am Tisch sitzen, kommen zwei zusätzliche Kartoffeln, eine Möhre und noch ein Schluck Brühe dazu — für etwa 30 Cent wird aus einem Topf für vier einer für sechs. Eine Dose weiße Bohnen für 0,55 € in den letzten fünf Minuten funktioniert genauso und macht den Topf noch sättigender. Denselben Handgriff nutze ich bei den weißen Bohnen im Tomatentopf.

Am zweiten Tag ist das Gulasch tatsächlich besser. Die Kartoffeln haben über Nacht Flüssigkeit gezogen, alles ist dichter und die Paprikawürze rundet sich ab. Zum Aufwärmen kommt ein Schluck Wasser dazu, sonst brennt es an. Dazu reicht bei uns eine Scheibe Brot pro Person, mehr braucht es nicht. Weitere Töpfe für Abende, an denen es schnell gehen muss, findest du unter Günstige Abendessen.

Wenn du Lust auf eine Abwandlung hast: Probier einmal einen gehäuften Esslöffel Schmand pro Teller, direkt vor dem Essen eingerührt, und darüber ein paar Ringe Frühlingszwiebel. 200 Gramm Schmand kosten 0,69 € und reichen für vier Portionen und noch einen Rest fürs Brot am nächsten Morgen.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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