3,58 € für vier Personen, davon 1,68 € für die Kartoffeln. Fünf Minuten stehe ich dafür in der Küche, den Rest macht der Ofen alleine, während ich die Wäsche aufhänge und mein Sohn seine Leseminuten absitzt. An Tagen, an denen ich um halb sechs nach Hause komme und um sieben etwas auf dem Tisch stehen soll, ist das mein Rettungsanker.
Wichtig sind nur zwei Dinge: große Kartoffeln und genug Quark. Bei den Kartoffeln habe ich lange den Fehler gemacht, das Netz mit der Aufschrift „Backkartoffeln“ zu kaufen — 1,5 kg für 2,49 €, also 1,66 € das Kilo. Im Sack daneben liegen dieselben Knollen für 1,20 € das Kilo, nur ungleich sortiert. Seitdem kaufe ich den normalen 2,5-kg-Sack und suche mir die vier größten Kartoffeln für den Ofen heraus. Die kleinen wandern in der Woche darauf in den Salat.

Das Grundrezept
- Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft 180 Grad).
- Vier große Kartoffeln, zusammen etwa 1,4 kg, unter fließendem Wasser mit einer Bürste sauber schrubben. Nicht schälen. Faule Stellen großzügig ausschneiden.
- Jede Kartoffel mit einer Gabel drei- bis viermal einstechen. Wer das vergisst, hört irgendwann einen dumpfen Knall im Ofen — mir ist das einmal passiert, und ich habe eine halbe Stunde lang Kartoffelstücke von der Backofenwand geholt.
- Jede Kartoffel einzeln in Alufolie wickeln. Kein Öl, kein Salz nötig.
- Direkt auf den Rost in die mittlere Schiene legen, ein Blech darunter schieben, damit nichts tropft. 55 bis 65 Minuten backen, je nach Größe.
- Nach 55 Minuten mit einem spitzen Messer durch die Folie stechen. Gleitet es ohne Widerstand bis zur Mitte, ist die Kartoffel fertig. Fühlt es sich hart an, gib zehn Minuten dazu.
- Folie öffnen, die Kartoffel längs kreuzweise einschneiden und mit beiden Händen an den Enden zusammendrücken, damit sie aufgeht. Salzen, Quark hinein, fertig.
Der Quark, die Grundmischung
500 g Magerquark in eine Schüssel, drei bis vier Esslöffel Milch dazu und mit der Gabel glatt rühren, bis er cremig ist und nicht mehr in Klumpen steht. Ohne Milch ist er trocken und pappt am Gaumen, das ist der ganze Unterschied. Dann Salz, Pfeffer und einen Topf Schnittlauch in feinen Röllchen unterrühren.
Den Schnittlauch kaufe ich als Topf für 79 Cent und stelle ihn auf die Fensterbank. Der lässt sich drei- bis viermal nachschneiden, ein geschnittener Bund kostet fast dasselbe und ist nach zwei Tagen matschig. Rühre den Quark ruhig eine Stunde vorher an und stell ihn kalt — er schmeckt dann kräftiger.
Sieben Abwandlungen für den Quark
- Zwiebelquark: eine sehr fein gewürfelte Zwiebel und einen Teelöffel Essig unterrühren. Kostet 12 Cent extra und ist bei meinem Mann der Favorit.
- Maisquark: eine halbe Dose Mais (55 Cent) untermischen. Die Variante, die bei uns am Tisch nie diskutiert wird, weil beide Kinder sie mögen.
- Paprikaquark: zwei Teelöffel Paprikapulver edelsüß, eine Prise Zucker, etwas Zwiebelpulver. Für Tage, an denen kein einziges frisches Kraut im Haus ist.
- Gurkenquark: ein Stück Salatgurke grob raspeln, ausdrücken und unterrühren. Im Sommer, wenn die Gurke 59 Cent kostet.
- Kräuterquark aus der Truhe: zwei Esslöffel Tiefkühlkräuter direkt in den Quark, sie tauen darin auf. Eine Packung kostet 79 Cent und hält den ganzen Winter.
- Röstzwiebelquark: erst kurz vor dem Essen zwei Esslöffel Röstzwiebeln unterheben, sonst weichen sie durch.
- Thunfischquark: eine kleine Dose Thunfisch (99 Cent) abtropfen lassen und mit einer Gabel zerpflücken. Damit wird aus der Ofenkartoffel ein richtiges Abendessen für Erwachsene.

Was noch auf die Kartoffel passt
Wenn Reste da sind, kommen sie hier unter: ein Löffel Bolognese von gestern, geriebener Käse, der in der heißen Kartoffel schmilzt, gebratene Zwiebeln oder ein paar Speckwürfel aus der Pfanne. Bei uns ist die Ofenkartoffel deshalb oft der Tag vor dem Einkauf, weil alles darauf passt, was noch in kleinen Mengen im Kühlschrank steht.
Wenn du den Ofen ohnehin anhast, schiebe gleich noch ein Blech Blechgemüse mit Kräuterquark mit hinein. Dieselbe Quarkschüssel reicht für beides, und du zahlst den Strom nur einmal.
Wo hier gespart wird
Die Rechnung hat vier Zeilen: 1,4 kg Kartoffeln 1,68 €, 500 g Magerquark 89 Cent, ein Topf Schnittlauch 79 Cent, ein Schuss Milch und Gewürze 22 Cent. Zusammen 3,58 €, also 90 Cent pro Person. Günstiger wird ein warmes Abendessen bei uns nur noch mit Nudeln.
Am Quark solltest du nicht sparen. Der halbe Becher reicht optisch, aber nach einer Stunde stehen die Kinder wieder in der Küche. Der ganze Becher kostet 89 Cent, ein fertiger Kräuterquark mit 200 g liegt bei 1,19 € — pro Kilo also fast das Dreifache, und die Kräuter darin muss man suchen.
Sparen kannst du beim Strom, und das ist hier der größte Posten neben den Kartoffeln. Eine Stunde Backofen kostet je nach Gerät zwischen 30 und 50 Cent. Deshalb backe ich nie vier Kartoffeln alleine, sondern nutze den Ofen voll: das Blech Gemüse dazu, einen Kuchen hinterher, oder gleich acht Kartoffeln, von denen vier kalt in den Kartoffelsalat mit Fleischwurst wandern. Der Fehler wäre die Mikrowelle als Abkürzung: Die Kartoffel wird darin weich, aber wässrig, und die Schale bleibt lappig.
Was kommt bei dir in den Quark? Ich bin nach dem vierten Jahr Schnittlauch für jeden Vorschlag dankbar, der nicht mehr als 50 Cent kostet.
