5,70 € für drei Zimtschnecken. So stand es am Sonntagmorgen an der Theke des Bäckers, an dem wir auf dem Weg zum Spielplatz vorbeikommen. Drei Stück – das reicht bei uns nicht einmal für die Kinder allein.
Zu Hause kostet mich ein volles Blech mit zwölf Schnecken knapp 3,70 €. Rund 31 Cent pro Stück, und dabei ist an dem Rezept nichts Kompliziertes: Hefeteig, weiche Butter, Zimt, Zucker. Der Aufwand liegt nicht im Können, sondern im Zeitpunkt.
Eine Frischkäseglasur, wie sie inzwischen in jedem zweiten Rezept steht, gibt es bei uns nicht. Ein Becher Doppelrahm-Frischkäse kostet allein mehr als der ganze Teig. Wir nehmen dünnen Zuckerguss aus Puderzucker und ein paar Tropfen Zitronensaft. Meine Kinder haben in vier Jahren kein einziges Mal gefragt, wo die Creme bleibt.
Warum der Teig über Nacht in den Kühlschrank gehört
Beim ersten Versuch habe ich den Teig samstagabends geknetet, ein Handtuch über die Schüssel gelegt und sie auf der Anrichte stehen lassen. Um halb sieben am nächsten Morgen hing der Teig in langen Fäden über den Schüsselrand, die Küche roch säuerlich, und die Schnecken wurden flach und schmeckten nach abgestandenem Bier. Die Hefe hatte über Nacht bei Zimmertemperatur alles verarbeitet, was sie kriegen konnte.
Im Kühlschrank passiert genau dasselbe, nur in Zeitlupe. Bei fünf bis sieben Grad geht der Teig langsam auf, wird geschmeidiger und bekommt nebenbei mehr Aroma. Am Morgen hole ich die Schüssel heraus, lasse sie eine Viertelstunde stehen und rolle aus. Kalter Hefeteig klebt deutlich weniger als warmer, das macht das Ausrollen fast angenehm.
Wenn du sonntags spontan Lust bekommst, geht es auch ohne Vorabend: Dann braucht der Teig etwa 60 Minuten an einem warmen Platz, und die Schnecken stehen knapp zwei Stunden später auf dem Tisch.

Schritt für Schritt zu zwölf Schnecken
- Die Milch lauwarm erwärmen – ein hineingehaltener Finger darf nichts spüren. Trockenhefe und einen Esslöffel Zucker einrühren, fünf Minuten stehen lassen, bis sich Schaum bildet.
- Mehl, 60 g Zucker und eine kräftige Prise Salz in eine große Schüssel geben. Hefemilch, Ei und 80 g weiche Butter dazu. Sechs Minuten mit der Maschine oder zehn Minuten mit der Hand kneten, bis der Teig sich vom Schüsselrand löst.
- Die Schüssel abdecken und entweder über Nacht in den Kühlschrank stellen oder eine Stunde an einen warmen Platz, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat.
- Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 30 × 40 cm ausrollen.
- Die restlichen 100 g Butter weich, aber nicht geschmolzen, gleichmäßig aufstreichen und an einer Längsseite zwei Zentimeter frei lassen.
- Den übrigen Zucker mit dem Zimt mischen und über die Butter streuen. Mit der flachen Hand kräftig andrücken, sonst rieselt beim Rollen alles wieder heraus.
- Von der langen Seite her satt aufrollen, den freien Rand andrücken und die Rolle in zwölf gleich breite Scheiben schneiden.
- Die Schnecken mit der Schnittfläche nach oben in eine gefettete Auflaufform setzen. Noch einmal 25 Minuten gehen lassen, währenddessen den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- 22 bis 25 Minuten backen, bis die Oberseite goldbraun ist. Die Schnecken in der Mitte brauchen manchmal zwei Minuten länger als die am Rand.
- Puderzucker mit zwei bis drei Esslöffeln Wasser oder Zitronensaft glatt rühren, bis der Guss zäh vom Löffel läuft, und über die warmen, nicht mehr heißen Schnecken ziehen.

Wo bei diesem Blech das Geld bleibt
Der teuerste Posten ist mit Abstand die Butter: 180 g machen fast die Hälfte der Gesamtkosten aus. Mit Margarine fällt das Blech auf rund 2,40 €, also 20 Cent pro Schnecke. Ich mache es je nach Woche unterschiedlich – im Teig merkt man den Unterschied kaum, in der Füllung schon eher.
Der zweite Punkt ist die Glasur. Frischkäse, Puderzucker und Butter zusammen kosten für ein Blech gut 1,60 € extra. Reiner Zuckerguss kostet 38 Cent und zieht in die warme Oberfläche ein, statt oben draufzusitzen.
Am Zimt würde ich nicht sparen: Die 79-Cent-Dose reicht für zehn Bleche. Zu wenig Zimt merkt man dagegen sofort. Und die Butter in der Füllung durch Öl zu ersetzen, funktioniert nicht – das Öl läuft beim Backen unten aus der Form und die Schnecken werden trocken. Einmal ausprobiert, danach nie wieder.
Wenn du ohnehin Hefeteig ansetzt, lohnt sich die doppelte Menge. Aus der einen Hälfte werden Schnecken, aus der anderen mache ich Pizzaschnecken für die Brotdose – gleicher Teig, andere Füllung. Weitere günstige Backideen sammle ich unter Günstig backen.
Wenn welche übrig bleiben
Von zwölf Schnecken bleiben bei uns meistens drei übrig, und die sind am Montag schon spürbar trockener. Ich lege sie sonntagabends einzeln in einen Gefrierbeutel und friere sie ein. Am Morgen kommen sie acht Minuten bei 150 Grad in den Ofen und schmecken in der Brotdose fast wie frisch. Genauso mache ich es mit Bananenbrot, das sich scheibenweise einfrieren lässt.
