Sieben Zucchini. So viele standen Ende Juli bei uns auf der Anrichte, in einer Aldi-Tüte, die mir die Nachbarin über den Zaun gereicht hat — ihr Schrebergarten macht das jedes Jahr, und jedes Jahr klingelt sie irgendwann mit dieser Tüte. Drei davon waren so lang wie mein Unterarm.
Zwei Tage später waren noch fünf übrig, und mir war klar: Puffer und Pfanne allein schaffen das nicht. Was das Problem löst, ist ein Auflauf, weil dort fast ein Kilo Zucchini verschwindet, ohne dass es nach „viel Gemüse“ aussieht. Zwischen die Scheiben kommt eine Hackmasse mit Tomaten, obendrauf Käse, und der Ofen macht den Rest.
Kosten: 6,28 € für die ganze Form, 1,57 € pro Portion. Wenn du die Zucchini geschenkt bekommst wie ich in dieser Woche, sind es 1,25 €. Im Sommer kostet ein Stück von 400 bis 500 g bei Aldi und Lidl zwischen 49 und 79 Cent — das ist von Juni bis September das billigste frische Gemüse im Laden. Weitere Formen und Töpfe für die ganze Familie stehen unter Eintöpfe und Aufläufe.
Der erste Versuch schwamm
Ich sage das gleich am Anfang, damit es dir nicht auch passiert: Mein erster Zucchini-Auflauf stand nach fünfzig Minuten im Ofen in einer Pfütze. Ich habe die Form schräg gehalten und mit einem Löffel Flüssigkeit abgeschöpft, dreimal, und trotzdem war die unterste Schicht Suppe. Der Geschmack war in Ordnung, aber auf dem Teller lief alles auseinander, und Jonas hat sein Brot hineingetunkt und gesagt, das sei jetzt eher Eintopf.
Der Grund ist simpel: Eine Zucchini besteht fast vollständig aus Wasser. Im Ofen kommt es heraus, und wenn es keinen Weg nach draußen findet, sammelt es sich unten in der Form. Es gibt drei Wege, das zu verhindern, und ich nutze alle drei gleichzeitig.
Erstens: Die Scheiben werden gesalzen und liegen fünfzehn Minuten in einem Sieb. Da tropft messbar etwas heraus, bei einem Kilo gut ein halber Becher. Zweitens: Die Hackmasse wird deutlich dicker gekocht, als sie am Ende sein soll — sie darf ruhig fast trocken wirken, das Wasser der Zucchini kommt ja noch dazu. Drittens: Der Auflauf steht nach dem Backen zehn Minuten außerhalb des Ofens, bevor ich ihn anschneide. In dieser Zeit zieht sich alles zusammen. Wer sofort eine Portion herausnimmt, hat wieder die Pfütze.

Die Zubereitung
Rechne mit zwanzig Minuten Vorbereitung und vierzig Minuten Ofen, in denen du nichts mehr tun musst. Ich nutze die Zeit meistens, um die Küche schon aufzuräumen, dann ist nach dem Essen wirklich Feierabend.
- Zucchini waschen, die Enden abschneiden, nicht schälen. In Scheiben von etwa einem halben Zentimeter schneiden. In ein Sieb geben, kräftig salzen, durchmischen und fünfzehn Minuten stehen lassen. Danach mit einem sauberen Geschirrtuch trocken tupfen.
- Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Zwiebel würfeln, Knoblauch fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, das Hackfleisch hineingeben und richtig braun braten — nicht nur grau werden lassen. Mit dem Löffel zerdrücken, bis keine großen Klumpen mehr da sind. Das dauert gut fünf Minuten.
- Zwiebeln zum Fleisch geben, drei Minuten mitbraten, dann den Knoblauch. Tomatenmark einrühren und eine Minute mitrösten.
- Passierte Tomaten angießen, Brühe dazu, mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Oregano würzen. Zehn bis zwölf Minuten offen einkochen lassen, bis die Masse dick ist und der Löffel eine Spur hinterlässt.
- Eine Auflaufform (etwa 20 × 30 cm) dünn einölen. Ein Drittel der Zucchinischeiben dachziegelartig hineinlegen, die Hälfte der Hackmasse darauf verstreichen. Wieder Zucchini, wieder Hack, zum Schluss die letzte Lage Zucchini.
- Käse gleichmäßig darüberstreuen. 40 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und es an den Rändern blubbert.
- Zehn Minuten ruhen lassen, dann in Stücke schneiden.
Was unten in die Form darf
Die Hackmasse ist ein Baukasten, sie funktioniert mit fast jeder Unterlage. Wenn ich merke, dass ein Kilo Zucchini für vier hungrige Leute knapp wird, lege ich unten eine sättigende Schicht ein — dann reicht dieselbe Menge Fleisch für einen deutlich volleren Teller.
- Kartoffelscheiben: 500 g festkochende Kartoffeln dünn hobeln, roh als unterste Schicht einlegen und 10 Minuten längere Backzeit einplanen. Kosten: plus 0,60 €.
- Reis: 200 g Reis nach Packung kochen und als Boden verteilen. Der saugt das Zucchiniwasser auf und ist damit gleichzeitig die Versicherung gegen die Pfütze. Kosten: plus 0,36 €.
- Altes Brot: Zwei bis drei trockene Scheiben in Würfeln unten hinein. Klingt merkwürdig, funktioniert aber genauso wie beim Ofenschlupfer und kostet nichts, weil das Brot sonst weggeworfen würde.
Was ich nicht mehr mache: eine Bechamel oder Sahnesauce dazugeben. Ich habe es zweimal probiert, weil ich dachte, es würde cremiger. Es wurde vor allem teurer und schwerer, und die Kinder haben weniger gegessen als bei der Tomatenvariante. 200 g Schmand über die letzte Hackschicht sind der bessere Kompromiss, wenn du es milder brauchst — 69 Cent statt einer ganzen Sauce.
Wo hier gespart wird
Der größte Posten ist das Hackfleisch mit 2,52 € für 350 g. Das ist bewusst weniger, als in den meisten Rezepten steht: 500 g Hack für vier Personen sind bei einem Auflauf mit so viel Gemüse schlicht nicht nötig, denn die Zucchini bringt Volumen. Wenn du das Fleisch gut anbrätst — richtig braun, nicht nur durch — schmeckt weniger davon nach mehr. Das ist der Schritt, an dem die meisten sparen, obwohl er nichts kostet außer fünf Minuten Geduld.
Der zweite Posten ist der Käse mit 1,07 € für 150 g. Weniger geht, dann wird die Kruste allerdings fleckig statt geschlossen. Mein Trick: den billigen geriebenen Gouda nehmen (250 g für 1,79 €) und ihn mit ein paar Bröseln von altem Brot mischen, die sich unter der Reibe fein machen lassen. Die Kruste wird knuspriger, und du brauchst 30 g weniger Käse.
Beim Einkauf gilt für Zucchini dasselbe wie für alles andere Gemüse: Große sind pro Kilo fast immer billiger als kleine, und Ende Juli, Anfang August liegen sie regelmäßig als Aktionsware da. Was sich nicht lohnt, ist der lose Kauf im Supermarkt außerhalb der Saison — im Februar kostet dieselbe Zucchini das Dreifache, und dann würde ich einen anderen Auflauf mit Kartoffeln und Hackfleisch kochen.

Vorbereiten, wenn der Abend knapp wird
An Dienstagen bin ich erst um halb sechs zu Hause, und dann ist eine Stunde Küche nicht drin. Für solche Tage teile ich die Arbeit auf: Die Hackmasse koche ich am Vorabend, sie hält abgedeckt drei Tage im Kühlschrank und wird durchs Stehen sogar besser. Die Zucchini schneide ich morgens vor der Arbeit und lasse sie gesalzen im Sieb mit einem Teller darüber stehen — bis abends hat sie so viel Wasser verloren, dass ich die Backzeit sogar um fünf Minuten kürzen kann.
Zusammengesetzt ist die Form dann in fünf Minuten, und der Rest passiert im Ofen, während die Kinder Hausaufgaben machen. Einfrieren geht auch, allerdings nur die fertig gebackene Version in Portionsstücken. Roh geschichtet und eingefroren wird die Zucchini beim Auftauen matschig — das habe ich einmal ausprobiert und danach nie wieder. Aufgetaut aus dem Kühlschrank, dann 25 Minuten bei 170 Grad in den Ofen, und das Stück ist wieder wie am ersten Tag.
Am nächsten Tag
Aufgewärmt ist dieser Auflauf besser als frisch, und das meine ich ernst. Über Nacht im Kühlschrank zieht die Restfeuchtigkeit in die Zucchini zurück, die Stücke lassen sich sauber schneiden, und die Würzung ist runder. Ich stelle die abgedeckte Form am nächsten Mittag zwanzig Minuten bei 160 Grad in den Ofen — in der Mikrowelle wird der Käse zäh.
Kalt in Stücken schmeckt er auch, das haben wir im Sommer beim Grillen im Hof getestet. Lina hat ihr Stück ohne Besteck aus der Hand gegessen und behauptet seitdem, das sei „Zucchini-Pizza“. Soll sie, solange sie es isst.
Wenn dir jemand im August auch eine Tüte über den Zaun reicht: Zwei große Zucchini gehen in diese Form, für den Rest reicht die Zucchini-Hack-Pfanne mit Nudeln am Tag darauf. Damit sind fünf Stück weg, und niemand am Tisch merkt, dass zweimal dasselbe Gemüse auf dem Tisch stand.
