Welches Essen kochst du, wenn du weißt, dass wirklich alle mitessen? Bei uns ist es dieses hier. Kein Gemüse, über das verhandelt wird, keine Sauce, die jemand verdächtig anschaut: Frikadellen und Kartoffelpüree. Zwei Sachen, die zusammen 7,03 € kosten und für vier Personen mit Nachschlag reichen — 1,76 € pro Person.
Das Ganze steht und fällt mit einem altbackenen Brötchen. Eingeweicht und ausgedrückt macht es aus 500 g Hackfleisch acht große Frikadellen statt sechs kleiner, und die Masse wird dabei lockerer statt fester. Semmelbrösel aus der Packung können das nicht, die saugen nur und machen die Frikadelle kompakt. Das Brötchen vom Wochenende kostet mich nichts extra, die Packung Semmelbrösel 59 Cent.
Das Püree kommt aus echten Kartoffeln, nicht aus der Tüte. Ich habe beides ausgerechnet, weil ich das Pulver jahrelang im Schrank hatte: Eine Packung für drei Portionen kostet 0,59 €, für vier hungrige Esser brauche ich anderthalb Packungen, also 0,89 €. 1,5 kg mehligkochende Kartoffeln kosten 1,80 € und ergeben deutlich mehr, plus Milch und Butter, die beim Pulver ohnehin dazukommen. Der Preisunterschied ist am Ende klein — der Unterschied auf dem Teller ist es nicht.
Das Grundrezept: acht Frikadellen aus 500 g Hack
- Das altbackene Brötchen in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken und zehn Minuten stehen lassen. Dann mit beiden Händen kräftig ausdrücken, bis kein Wasser mehr läuft, und mit den Fingern zerpflücken.
- Eine Zwiebel sehr fein würfeln. Je feiner, desto weniger Diskussionen am Tisch.
- 500 g gemischtes Hackfleisch mit dem Brötchen, der Zwiebel, 1 Ei, 1 EL mittelscharfem Senf, 1 TL Salz, Pfeffer, 1 TL Paprikapulver und einer Prise Majoran verkneten. Zwei Minuten mit den Händen reichen — je länger du knetest, desto zäher wird die Masse.
- Die Masse zehn Minuten stehen lassen. In dieser Zeit zieht die Feuchtigkeit gleichmäßig ein und die Frikadellen halten später besser zusammen.
- Mit nassen Händen acht gleich große Kugeln formen und flach drücken, etwa zwei Zentimeter dick. Nasse Hände sind der ganze Trick, damit nichts kleben bleibt.
- Zwei Esslöffel Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Frikadellen bei mittlerer Hitze 5 bis 6 Minuten je Seite braten. Nur einmal wenden, nicht ständig drücken — dabei läuft der Saft heraus.
- Wenn die Pfanne nicht groß genug ist: in zwei Runden braten und die erste Fuhre im Ofen bei 80 °C warm halten.

Das Püree: 1,5 kg Kartoffeln, 250 ml Milch, 40 g Butter
- Die Kartoffeln schälen und in gleich große Stücke schneiden. Gleich groß heißt: gleichzeitig gar — das ist wichtiger, als es klingt.
- Knapp mit Salzwasser bedecken, zugedeckt aufsetzen und ab dem Kochen 18 bis 20 Minuten garen. Sie sind fertig, wenn ein Messer ohne Widerstand hineingleitet.
- Abgießen und im offenen Topf eine Minute ausdampfen lassen. Diese Minute entscheidet, ob das Püree locker oder wässrig wird.
- 250 ml Milch mit 40 g Butter in einem kleinen Topf erwärmen, nicht kochen. Kalte Milch macht das Püree stumpf und klebrig.
- Kartoffeln mit dem Stampfer zerdrücken, die warme Buttermilch nach und nach untermischen, bis die Konsistenz passt. Mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
Die zweite Zwiebel brate ich in der Frikadellenpfanne in Ringen goldbraun, sobald das Fleisch heraus ist. Der Bratensatz löst sich dabei, und aus 100 ml Wasser und den Zwiebeln wird in zwei Minuten eine dunkle Sauce, für die ich keinen Fertigfond brauche.

Fünf Abwandlungen, die bei uns funktionieren
- Aus dem Ofen statt aus der Pfanne. Als ich zum Kindergeburtstag die doppelte Menge gebraucht habe, kamen sechzehn Frikadellen auf ein Backblech mit Backpapier: 200 °C Ober-/Unterhitze, 20 bis 25 Minuten, nach der Hälfte wenden. Sie werden weniger knusprig, aber ich stand nicht vierzig Minuten am Herd.
- Mit Möhre gestreckt. Eine grob geraspelte Möhre in der Masse ersetzt gut 80 g Hack und macht die Frikadellen saftiger. Sichtbar ist sie, wenn du grob raspelst — bei uns muss sie fein sein, sonst wird sie kommentiert.
- Reines Schweinehack statt gemischt. Kostet 30 bis 50 Cent weniger pro 500 g und schmeckt milder. Reines Rinderhack ist die teuerste Variante und für Frikadellen die trockenste.
- Püree mit Röstzwiebeln. Ein Löffel der gebratenen Zwiebeln unter das fertige Püree gehoben — das ist bei meinem Mann inzwischen Pflicht.
- Käse in der Mitte. Ein Würfel Gouda in die Kugel gedrückt, bevor du sie flach drückst. Kostet 15 Cent für vier Frikadellen und bringt am Tisch mehr Begeisterung als jede andere Änderung.
Wo hier gespart wird
Mit 3,60 € ist das Hackfleisch mehr als die Hälfte der Gesamtkosten. Genau deshalb wird es gestreckt: Brötchen, Zwiebel und Ei bringen zusammen 65 Cent und machen aus 500 g Fleisch eine Masse von gut 700 g. Wer 700 g Hack kaufen würde, zahlt 5,04 € — die Ersparnis liegt bei knapp 1,80 € für ein Essen.
Beim Hack kaufe ich nie die kleine 250-g-Schale, wenn ich 500 g brauche. Zweimal 250 g kosten bei uns 3,60 €, die 500-g-Schale liegt bei 3,29 € bis 3,60 € — mal ist es gleich, mal spare ich 30 Cent. Das ist der Blick auf das kleine Schild mit dem Kilopreis, der bei mir inzwischen automatisch passiert.
Bei den Kartoffeln greife ich zum 2,5-kg-Sack statt zum 1-kg-Netz. Der Sack kostet 2,49 €, also knapp einen Euro pro Kilo, das Netz 1,20 €. Was übrig bleibt, wird am nächsten Tag zu Bratkartoffeln oder Kartoffelpuffern. Ähnlich rechne ich bei den Frikadellen mit Erbsen und Möhren, nur dass dort das Gemüse den Teller füllt.

Was am nächsten Tag übrig bleibt
Von acht Frikadellen bleiben bei uns meistens zwei liegen, und die sind kalt fast noch beliebter als warm. Am nächsten Morgen halbiere ich sie und lege sie mit einer Scheibe Gurke ins Brötchen — fertig ist die Brotdose, ohne dass ich etwas dazukaufen muss.
Für Püree-Reste habe ich nur eine Regel: nicht aufwärmen. Aufgewärmtes Püree wird zäh. Stattdessen kommt es am nächsten Tag als Bodenschicht in eine Auflaufform, so wie beim Hackauflauf aus Kartoffelbrei vom Vortag, oder ich forme mit etwas Mehl und einem Ei kleine Puffer daraus und brate sie in der Pfanne. Weitere Gerichte, bei denen bei uns niemand meckert, stehen unter Kinder-Klassiker.
Übrigens formt mein Neunjähriger die Frikadellen inzwischen selbst — und produziert dabei jedes Mal eine riesige, die in der Pfanne innen roh bleibt und die er trotzdem verteidigt. Ich lasse ihn machen. Wenn ein Kind Fleischmasse durch die Finger drückt, isst es hinterher mit einer Selbstverständlichkeit, für die ich sonst zehn Minuten diskutieren müsste.
