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Eintöpfe & Aufläufe 0,73 € / Portion

Tomatensuppe mit Reis – aus zwei Dosen Tomaten

Schale Tomatensuppe mit Reis, Schmand und gerösteten Brotwürfeln
Vorbereitung: 10 Min.Kochzeit: 25 Min.Gesamt: 35 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Gehackte Tomaten 2 Dosen à 400 g 1,10 €
Schmand 200 g 0,69 €
Langkornreis 120 g 0,22 €
Altbackenes Brot für Croutons 3 Scheiben 0,20 €
Möhre 1 Stück 0,13 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Gemüsebrühe 750 ml 0,12 €
Knoblauch 2 Zehen 0,10 €
Öl, Salz, Pfeffer, Zucker, Oregano nach Bedarf 0,25 €
Gesamtkosten: 2,93 € 0,73 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juli 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Jahrelang habe ich geglaubt, eine anständige Tomatensuppe braucht frische Tomaten. Also habe ich im Sommer ein Kilo Strauchtomaten für 2,49 € gekauft, sie gehäutet, entkernt, püriert — und am Ende stand eine blasse, wässrige Suppe auf dem Tisch, für die ich vierzig Minuten gebraucht hatte. Im Winter mit den harten, hellroten Tomaten aus dem Regal war es noch schlimmer.

Zwei Dosen gehackte Tomaten für zusammen 1,10 € machen es besser. Dosentomaten werden reif geerntet und direkt verarbeitet, sie sind süßer und intensiver als alles, was ich hier im Discounter frisch bekomme. Der ganze Topf kostet mich 2,93 € und ergibt vier ordentliche Teller — also gut 73 Cent pro Person.

Der zweite Teil des Rezepts ist eine Handvoll Reis. Der kocht in der Suppe mit, gibt Stärke ab und macht aus einer Vorspeise ein Abendessen, nach dem meine Kinder nicht nach einer Stunde wieder in der Küche stehen. Mehr Töpfe dieser Art findest du bei den Eintöpfen und Aufläufen.

Zwei Dosen gehackte Tomaten, Reis, Zwiebel, Knoblauch und Möhre
Mehr braucht der Topf nicht — die zwei Dosen kosten zusammen 1,10 €.

Der Blindtest gegen die Tüte

Meine Tochter hatte bei einer Freundin Tomatensuppe aus der Tüte gegessen und war überzeugt, dass die besser sei als meine. Also habe ich eine Tüte gekauft — 0,79 € für 500 ml, macht mit Wasser angerührt zwei kleine Teller — und beide Suppen in gleiche Schalen gefüllt, ohne zu sagen, welche welche ist.

Sie hat die Tüte nach zwei Löffeln erkannt und dann meine leergegessen. Ihre Begründung, wörtlich: „Die andere schmeckt wie Ketchup mit Wasser.“ Ich habe das nicht kommentiert und den Rest der Tüte weggeworfen. Seitdem gibt es diese Diskussion nicht mehr, und die Suppe steht bei uns etwa alle zwei Wochen auf dem Tisch, meistens montags, wenn vom Wochenende noch Brot übrig ist.

Was der Tütensuppe fehlt, ist genau das, was hier fünf Minuten Arbeit kostet: eine echte angebratene Zwiebel, Knoblauch, und eine Prise Zucker, die die Säure der Dosentomaten abfängt. Ohne den Zucker schmeckt die Suppe spitz und sauer — das ist der häufigste Fehler und in dreißig Sekunden behoben.

Warum Reis und nicht Nudeln

Ich habe beides ausprobiert. Nudeln in der Suppe saugen sich voll und werden bis zum nächsten Tag zu Matsch, außerdem trinken sie die Flüssigkeit weg, sodass am Ende ein Nudeleintopf im Topf steht statt einer Suppe. Reis quillt langsamer, bleibt körnig und gibt beim Kochen Stärke ab, die die Suppe leicht sämig macht — man braucht dadurch weniger Schmand.

Ich nehme normalen Langkornreis, 120 g für den ganzen Topf. Das klingt wenig, reicht aber vollkommen: Reis wird beim Garen etwa dreimal so viel. Wer mehr nimmt, hat am nächsten Tag Reisbrei mit Tomatengeschmack. Parboiled Reis funktioniert genauso, Milchreis nicht — der zerkocht komplett.

Das Grundrezept

  1. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, die Möhre schälen und fein raspeln.
  2. Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Möhre bei mittlerer Hitze sechs bis sieben Minuten braten, bis die Zwiebel weich und leicht goldgelb ist. Nicht abkürzen — hier entsteht die Grundlage für den Geschmack.
  3. Knoblauch dazugeben und eine halbe Minute mitbraten.
  4. Beide Dosen gehackte Tomaten hineingeben, mit 750 ml Gemüsebrühe auffüllen. Einen gestrichenen Teelöffel Zucker, Salz, Pfeffer und einen Teelöffel getrockneten Oregano dazu.
  5. Aufkochen lassen, dann den Reis einrühren. Bei kleiner Hitze und halb aufgelegtem Deckel achtzehn bis zwanzig Minuten köcheln lassen. Zweimal umrühren, damit der Reis nicht am Boden festbackt.
  6. In der Zwischenzeit das alte Brot in Würfel schneiden und in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze rösten, bis die Ecken braun sind. Braucht fünf Minuten und ein paarmal Schwenken.
  7. Wenn der Reis weich ist, den Topf vom Herd nehmen. Die Hälfte des Schmands unterrühren, den Rest als Klecks auf die Teller geben.
  8. Abschmecken. Zu sauer? Noch eine Prise Zucker. Zu dick? Ein Schuss heißes Wasser. Zu fad? Salz, und zwar mehr, als du denkst. Croutons erst auf dem Teller darüberstreuen, sonst weichen sie durch.
Tomatensuppe mit Reis köchelt im Topf
Nach zwanzig Minuten ist der Reis weich und die Suppe von allein leicht sämig.

Von der ersten Zwiebel bis zum vollen Teller vergehen bei mir fünfunddreißig Minuten, und davon stehe ich höchstens zehn wirklich am Herd. Den Rest der Zeit köchelt der Topf allein vor sich hin. Wenn es schneller gehen muss, koche ich den Reis nicht in der Suppe mit, sondern nehme gekochten Reis vom Vortag und rühre ihn in den letzten fünf Minuten unter — dann ist die Suppe in zwanzig Minuten fertig, wird aber etwas weniger sämig, weil die Stärke fehlt.

Katrins Tipp: Wenn du die Suppe fein statt stückig magst, pürier sie kurz mit dem Stabmixer, bevor der Reis hineinkommt — nicht danach. Püriert man mit dem Reis zusammen, wird die Suppe klebrig und schmeckt nach Kleister. Ich mache das immer, wenn Besuchskinder da sind: Stücke werden bei uns am Tisch grundsätzlich für verdächtig gehalten, eine glatte rote Suppe nicht.

Fünf Abwandlungen

Das Grundrezept steht, und ab hier hängt es davon ab, was gerade im Haus ist. Alle fünf Varianten habe ich bei uns durchgekocht, keine davon kostet mehr als 60 Cent zusätzlich pro Topf.

Mit Paprika. Eine rote Paprika klein gewürfelt mit der Zwiebel anbraten. Kostet etwa 0,55 € mehr und macht die Suppe deutlich süßer — die Variante, die bei uns am häufigsten läuft, wenn Paprika im Angebot ist.

Mit Wiener Würstchen. Zwei Würstchen aus dem Glas in Scheiben schneiden und in den letzten fünf Minuten dazugeben. Aus der Suppe wird damit ein sattes Abendessen, und der Preis steigt um rund 50 Cent pro Topf.

Mit Käse überbacken. Suppe in ofenfeste Schalen füllen, eine Scheibe Brot darauflegen, Reibekäse darüber und fünf Minuten unter den Grill. Sieht nach mehr aus, als es ist. Wie das mit Zwiebelsuppe funktioniert, steht bei der überbackenen Zwiebelsuppe mit Käsebrot.

Ohne Schmand. Wenn keiner da ist, kommt ein Esslöffel Öl und ein zusätzlicher Löffel Tomatenmark hinein. Die Suppe wird kräftiger statt cremiger und ist immer noch gut.

Mit Resten aus dem Gemüsefach. Ein Stück Sellerie, der Rest vom Lauch, eine halbe Zucchini — alles klein geschnitten mit der Zwiebel anbraten. Mehr als eine gute Handvoll sollte es nicht sein, sonst schmeckt es nach Gemüsesuppe und nicht mehr nach Tomate.

Brotwürfel rösten in der trockenen Pfanne
Das harte Ende vom Brot wird in fünf Minuten zur Einlage — ganz ohne Öl.

Wo genau das Geld bleibt

2,93 € für vier Teller — das ist der Preis von zwei Tüten Fertigsuppe, mit denen ich meine Familie nicht satt bekomme. Die größten Posten sind die Dosentomaten mit 1,10 € und der Schmand mit 0,69 €. Alles andere zusammen kostet keinen Euro.

Beim Einkauf achte ich auf drei Dinge. Erstens: gehackte Tomaten, nicht passierte. Passierte kosten oft 20 Cent mehr pro Dose und sind hier unnötig, weil die Stücke beim Kochen ohnehin weich werden. Zweitens: Ich kaufe Dosentomaten immer im Sechserpack, wenn sie im Prospekt stehen — bei Aldi und Lidl liegt die günstige Eigenmarke zwischen 0,49 € und 0,65 €, und der Unterschied summiert sich, wenn man sie so oft braucht wie ich. Drittens: Der Reis kommt aus dem 1-kg-Beutel für 1,79 €, nicht aus dem Kochbeutel. Kochbeutelreis kostet fast das Doppelte pro Kilo und bringt hier gar nichts, weil er direkt in der Suppe garen soll.

Ersetzen kannst du den Schmand durch Sahne, saure Sahne oder einen Löffel Frischkäse, je nachdem, was offen im Kühlschrank steht. Die Croutons müssen nicht sein, aber sie kosten fast nichts und machen aus der Suppe eine Mahlzeit — genau dafür hebe ich das harte Ende vom Brot auf, statt es wegzuwerfen. Wenn du keinen Reis nehmen willst, funktioniert die schnellere Variante mit Röstbrot statt Einlage, die bei der schnellen Tomatensuppe mit Röstbrot steht.

Der Fehler wäre, an der Brühe zu sparen und nur Wasser zu nehmen. Ein Brühwürfel kostet 4 Cent und ist der Unterschied zwischen einer Suppe und heißem Tomatensaft. Der zweite Fehler: zu wenig salzen, weil Dosentomaten sauer sind. Eine Tomatensuppe braucht mehr Salz, als man ihr ansieht.

Und bei euch?

Bei uns kommt am nächsten Tag oft noch ein Rest auf den Tisch, dann ist die Suppe durch den Reis fast ein Eintopf und wird mit einem Schuss Wasser wieder flüssig gerührt. Was ich immer noch nicht rausgefunden habe: ob Basilikum am Ende wirklich etwas bringt oder ob ich mir das nur einbilde, weil es auf den Bildern in Kochbüchern immer draufliegt. Falls du eine Zutat hast, die deine Tomatensuppe von gut auf richtig gut hebt — schreib sie mir, ich probiere sie beim nächsten Mal aus.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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