Im Gemüseregal bei Aldi liegen zwei Sorten Möhren nebeneinander: die geputzten im 500-g-Beutel für 89 Cent und die krummen, erdigen im Zwei-Kilo-Netz für 1,99 €. Ich nehme immer das Netz. Für die Suppe werden sie ohnehin geschält, klein geschnitten und püriert — ob eine Möhre gerade gewachsen ist, sieht danach niemand mehr.
Aus einem Kilo davon wird ein voller Topf Suppe für vier Personen. Mit Kartoffeln, Zwiebel, Brühe und einem Stich Butter kostet das Ganze 3,21 €, also 80 Cent pro Teller. Das zweite Kilo aus dem Netz liegt dann noch für die Woche im Vorrat.

Das Grundrezept in vier Zutaten
Möhren, Kartoffeln, Zwiebel, Brühe. Mehr ist der Kern dieser Suppe nicht. Die Möhren bringen Farbe und Süße, die Zwiebel die Würze, die Brühe das Salz — und die Kartoffeln sind der Grund, warum sie sämig wird, ohne dass du Sahne oder Mehlschwitze brauchst.
Zwei mittelgroße Kartoffeln auf ein Kilo Möhren, das ist das Verhältnis. Kartoffelstärke bindet beim Pürieren, die Suppe wird dick und bleibt es auch, wenn sie abkühlt. Meine Mutter hat für ihre Möhrensuppe immer einen Becher Sahne genommen. Das schmeckt auch, kostet aber 89 Cent extra für etwas, das zwei Kartoffeln für 36 Cent genauso gut können.
Der Stich Butter am Ende ist kein Luxus, sondern Technik: Farbe und Aroma der Möhre brauchen Fett, um sich zu entfalten. Fünfundzwanzig Gramm reichen für den ganzen Topf.
Zubereitung
- Zwiebel schälen und würfeln, Knoblauchzehe fein hacken. Beides in einem großen Topf in der Butter bei mittlerer Hitze glasig dünsten, etwa drei Minuten. Nicht braun werden lassen, sonst wird die Suppe bitter.
- Möhren schälen und in etwa einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden, Kartoffeln schälen und würfeln. Beides mit in den Topf geben und fünf Minuten mitdünsten. Dieser Schritt sieht überflüssig aus, macht geschmacklich aber den größten Unterschied.
- Mit 1,2 Litern heißer Gemüsebrühe aufgießen, sodass alles knapp bedeckt ist. Deckel drauf, aufkochen, dann bei kleiner Hitze zwanzig Minuten köcheln lassen.
- Wenn die Möhren mit der Gabel mühelos zerdrücken lassen, alles mit dem Pürierstab fein pürieren. Ein bis zwei Minuten länger als du denkst — je feiner, desto samtiger wird die Suppe.
- Den Schmand einrühren, mit Salz, Pfeffer und reichlich frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Ist die Suppe zu dick, mit heißem Wasser strecken; ist sie zu dünn, offen noch fünf Minuten einkochen.
- Für die Croutons das Brot in Würfel schneiden, in einer Pfanne mit zwei Esslöffeln Öl bei mittlerer Hitze rundum knusprig braten und erst zum Schluss salzen. Beim Servieren über die Suppe streuen.
Varianten aus demselben Topf
- Mit Ingwer und Orange: Ein daumengroßes Stück Ingwer mitdünsten und zum Schluss den Saft einer halben Orange einrühren. Kostet etwa 60 Cent mehr und macht aus dem Alltagsgericht etwas, das du auch Gästen vorsetzt.
- Deftiger: Zwei Wiener Würstchen in Scheiben schneiden und in der letzten Minute in der heißen Suppe ziehen lassen. Bei uns die Version für Tage, an denen mein Mann Spätschicht hatte und abends noch richtig satt werden will — ähnlich wie bei der Möhren-Kartoffel-Suppe mit Würstchen.
- Ohne Schmand: Statt Schmand einen weiteren Stich Butter und einen Schuss Milch. Wird etwas dünner, dafür sparst du 69 Cent.
- Mit Linsen: Vier Esslöffel rote Linsen mit der Brühe zugeben. Sie zerkochen vollständig, machen die Suppe noch dicker und sättigender und kosten 25 Cent.
- Als Vorrat: Doppelte Menge kochen und die Hälfte ohne Schmand einfrieren. Beim Aufwärmen erst dann den Schmand einrühren — sonst flockt er.
Wo du sparst
Das Netz statt des Beutels ist der eine Punkt: 2 kg für 1,99 € gegen 500 g für 89 Cent, das ist knapp die Hälfte pro Kilo. Möhren halten im kühlen Flur oder im Gemüsefach zwei bis drei Wochen, wenn du das Grün abschneidest und sie aus der Plastiktüte nimmst.
Der zweite Punkt ist die Brühe. Ich nehme Gemüsebrühe aus dem Glas oder als Pulver, ein Löffel kostet umgerechnet vier Cent. Fertige Suppen aus dem Regal liegen bei 1,29 € für zwei kleine Portionen — das ist gut das Dreifache dessen, was mich der ganze Topf pro Teller kostet.
Beim Brot für die Croutons sparst du, indem du gar nichts kaufst. Das Ende vom Kastenbrot, das seit Dienstag hart in der Tüte liegt, ist dafür genau richtig. Ich habe es einmal mit frischem Toastbrot versucht: Die Würfel wurden in der Pfanne weich und ölig statt knusprig. Altbackenes Brot hat weniger Feuchtigkeit und wird deshalb erst richtig knusprig. Nach demselben Prinzip funktioniert auch die Brokkolisuppe mit Croutons.
Was du nicht tun solltest: die Möhren im Wasser ohne Fett kochen und am Ende pürieren. Das geht schneller, schmeckt aber wässrig und dünn, und dann rührst du am Ende doch Sahne hinein, um es zu retten. Die fünf Minuten Andünsten am Anfang sparen dir also am Ende Geld.
Wie hältst du es bei Suppen — Croutons, Brot am Stück oder gar nichts dazu? Bei uns kommt der ganze Topf auf den Tisch, jeder schöpft sich selbst, und der Brotkorb steht daneben. Mehr Töpfe dieser Art findest du bei den Eintöpfen und Aufläufen.
