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Gemüse, das gegessen wird 1,13 € / Portion

Kürbisspalten aus dem Ofen wie Pommes

Geröstete Kürbisspalten vom Blech mit einer Schüssel Quarkdip
Vorbereitung: 15 Min.Kochzeit: 35 Min.Gesamt: 50 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Hokkaido-Kürbis 1,5 kg (2 kleine) 2,49 €
Speisequark 500 g 0,89 €
Schmand 200 g 0,69 €
Knoblauch 1 Zehe 0,05 €
Getrocknete Kräuter 1 EL 0,10 €
Öl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver nach Bedarf 0,30 €
Gesamtkosten: 4,52 € 1,13 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: April 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

„Warum sind die Pommes orange?“ Das war der erste Satz meines Sohnes, als ich das Blech auf den Tisch gestellt habe. Der zweite Satz kam eine Viertelstunde später und lautete: „Sind noch welche da?“

Dazwischen lagen Kürbisspalten aus dem Ofen. Nichts weiter: Hokkaido, Öl, Salz, Paprikapulver, fünfunddreißig Minuten bei 200 Grad. Dazu eine Schüssel Quarkdip zum Eintunken, weil Eintunken bei Kindern die halbe Miete ist.

Vier Portionen kosten mich 4,52 €. Das sind 1,13 € pro Kopf für ein Abendessen, das komplett aus Gemüse besteht und trotzdem restlos weggeht.

Der Herbst, in dem ich zu viel Kürbis gekauft habe

Angefangen hat das im Oktober vor zwei Jahren. Beim Gemüsehändler an der Ecke lagen Hokkaido für 1,29 € das Kilo, und ich habe drei Stück mitgenommen, weil es billig war und ich dachte, mir fällt schon was ein. Mir fiel Suppe ein. Zweimal. Danach wollte niemand mehr Suppe sehen, und im Flur lag immer noch ein Kürbis.

Der dritte kam also in Spalten aufs Blech, einfach weil ich keine Idee mehr hatte. Und dann saßen wir vor etwas, das aussah wie dicke Pommes, sich mit den Fingern essen ließ und süßlich schmeckte, ohne süß zu sein.

Beim allerersten Versuch habe ich zwei Fehler gemacht, die sich lohnen zu erwähnen. Ich habe den Kürbis geschält, was eine halbe Stunde gedauert und meine Hand mehrfach abrutschen lassen hat. Und ich habe ihn zu dick geschnitten, gut drei Zentimeter, weshalb er innen weich und außen nicht knusprig wurde. Beides kann man sich sparen.

Zwei Hokkaido-Kürbisse auf dem Brett, einer halbiert mit Kernen
Anderthalb Kilo Hokkaido für 2,49 € — die Schale bleibt dran.

So mache ich die Spalten

  1. Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (Umluft: 180 °C).
  2. Den Hokkaido gründlich abwaschen und abtrocknen. Die Schale bleibt dran — sie wird im Ofen weich und ist der Grund, warum die Spalten überhaupt Form behalten.
  3. Den Kürbis mit einem großen Messer halbieren. Wenn er wackelt, schneide zuerst unten eine dünne Scheibe ab, damit er sicher steht.
  4. Die Kerne mit einem Esslöffel herauskratzen, samt der faserigen Mitte.
  5. Jede Hälfte in Spalten von etwa anderthalb Zentimeter Dicke schneiden. Dünner als du denkst, das ist der wichtigste Schritt.
  6. Die Spalten in einer Schüssel mit zwei Esslöffeln Öl, Salz, Pfeffer und einem gehäuften Teelöffel Paprikapulver mischen, bis alle gleichmäßig glänzen.
  7. Auf ein Blech mit Backpapier legen, nebeneinander und mit einer Schnittfläche nach unten. Nichts stapeln.
  8. 30 bis 35 Minuten backen, nach 20 Minuten einmal wenden. Fertig sind sie, wenn die Kanten dunkelbraun sind und sich eine Spalte beim Anheben leicht durchbiegt.
Rohe Kürbisspalten mit Öl und Paprika auf dem Backblech
Nebeneinander, nicht gestapelt: sonst dämpfen sie statt zu bräunen.

Der Dip macht den Unterschied

Ohne Dip sind es gebackene Kürbisstücke. Mit Dip sind es Pommes. Ich verrühre 500 Gramm Quark mit 200 Gramm Schmand, einer sehr fein geriebenen Knoblauchzehe, getrockneten Kräutern, Salz und Pfeffer. Wenn er zu fest ist, kommt ein Schluck Wasser oder Milch dazu, bis er vom Löffel fällt.

Bei uns steht die Schüssel in der Mitte des Tisches und jeder tunkt selbst. Genau das ist der Trick: Kinder, die Gemüse eigentlich nicht anfassen, fassen es an, wenn sie es in etwas Weißes stippen dürfen.

Katrins Tipp: Die Kürbiskerne nicht wegwerfen. Wasch sie kurz ab, tupfe sie trocken, misch sie mit einem halben Teelöffel Öl und Salz und schieb sie die letzten zehn Minuten mit aufs Blech. Sie werden knusprig wie Knabberkram und kosten dich exakt nichts, weil du sie ohnehin schon bezahlt hast.

Was der Kürbis kostet und wo ich spare

Im April, wenn ich das hier aufschreibe, liegt Hokkaido aus Lagerware bei 1,66 € das Kilo. Meine anderthalb Kilo kosten also 2,49 €. Im Oktober und November zahle ich für dieselbe Menge oft nur die Hälfte, und dann ist dieses Blech eines der billigsten warmen Essen, die ich kenne.

Ein Vergleich, den ich gern ziehe: Eine Packung Tiefkühlpommes mit 750 Gramm kostet etwa 1,49 € und reicht bei uns für zwei Erwachsene und zwei Kinder gerade so. Anderthalb Kilo Kürbis kosten 2,49 €, machen aber deutlich mehr Menge und sind hier das Hauptgericht und nicht die Beilage.

Ersetzen kannst du den Schmand im Dip durch mehr Quark plus einen Schuss Milch, das spart 35 Cent. Statt Paprikapulver geht auch Currypulver oder einfach nur Salz. Wenn der Kürbis gerade teuer ist, mische ich Kartoffelspalten unter, dann kommt die Portion sogar unter einen Euro.

Was ein Fehler wäre: den Kürbis zu schälen. Bei Hokkaido ist das nicht nötig, die Schale wird beim Backen völlig weich. Der zweite Fehler wäre zu wenig Platz auf dem Blech. Liegen die Spalten übereinander, dämpfen sie im eigenen Wasser und werden matschig statt knusprig. Lieber zwei Bleche und die Schienen nach der Hälfte tauschen.

Schüssel mit Kräuter-Quarkdip neben gebackenen Kürbisspalten
Quark und Schmand verrührt — dafür fassen Kinder auch Gemüse an.

Wenn dir das gefällt, probier beim nächsten Mal eine Prise Zimt und ein paar Chiliflocken zusammen mit dem Salz. Klingt komisch, ist aber die Version, die bei uns inzwischen häufiger auf dem Blech landet als die mit Paprika. Und wenn doch mal ein halber Kürbis übrig bleibt, wird daraus am Folgetag Hokkaido-Kürbissuppe mit Kartoffeln — oder du hältst dich an Zucchinipuffer mit Quarkdip, für die du denselben Dip noch einmal verwenden kannst. Mehr Ideen dieser Art findest du unter Gemüse versteckt.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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