Ganz unten in der Gefriertruhe liegt bei uns immer eine Packung Fischstäbchen. Nicht, weil ich sie besonders liebe, sondern weil ich weiß, was an manchen Tagen passiert: Die Kleine kommt um halb sechs mit knurrendem Magen aus der Betreuung, ich habe noch die Wäsche im Arm, und niemand hat Lust auf Diskussionen. Fünfzehn Stäbchen für 3,19 €, dazu Kartoffeln und Erbsen, und wir sitzen keine halbe Stunde später am Tisch.
Es gibt Rezepte, mit denen kann man angeben. Das hier ist keines davon. Das hier ist der ehrliche Mittwochsteller, von dem ich noch nie etwas wegwerfen musste. 1,84 € pro Person, und da ist der Schmand-Dip schon eingerechnet, den ich statt gekaufter Remoulade anrühre.

Warum aus dem Ofen und nicht aus der Pfanne?
Weil fünfzehn Stäbchen in keine Pfanne passen. Ich müsste zweimal braten, in der zweiten Runde wird die Panade dunkel, und die erste Fuhre ist bis dahin lauwarm. Auf dem Blech liegen alle fünfzehn nebeneinander, brauchen kein Fett und werden gleichzeitig fertig – und ich habe beide Hände frei für Kartoffeln und Erbsen.
200 °C Ober-/Unterhitze, mittlere Schiene, etwa 20 Minuten, nach der Hälfte einmal wenden. Wichtig ist nur, dass sie sich nicht berühren. Liegen sie aneinander, bleibt die Panade an den Kontaktstellen weich und man reißt sie beim Wenden ab.
Wie wird das Püree cremig und nicht klebrig?
Indem man den Pürierstab in der Schublade lässt. Ich habe das genau einmal ausprobiert, an einem Abend, an dem ich den Kartoffelstampfer nicht wiederfand. Was aus der Schüssel kam, war zäh wie Tapetenkleister und ließ sich vom Löffel kaum abstreifen. Die Stärke in der Kartoffel verträgt keine schnell drehenden Messer. Stampfer oder Gabel, mehr braucht es nicht.
Zweiter Punkt: mehligkochende Kartoffeln kaufen, nicht festkochende. Auf dem Netz steht es klein am Rand, der Unterschied ist am Ende aber größer als der Preisunterschied – beide kosten dasselbe. Und die Milch immer warm angießen. Kalte Milch lässt die Butter im Topf wieder fest werden und das Püree wird stumpf statt seidig.

Wie kommt alles gleichzeitig auf den Tisch?
- Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
- 1,2 kg mehligkochende Kartoffeln schälen, in gleich große Stücke schneiden, mit Salzwasser knapp bedecken und zugedeckt aufsetzen. Ab dem Kochen brauchen sie 18 bis 20 Minuten.
- Sobald das Wasser kocht, die Fischstäbchen mit Abstand auf das Blech legen und in den Ofen schieben. Nach 10 Minuten einmal wenden.
- 200 ml Milch mit 40 g Butter in einem kleinen Topf erwärmen, nicht kochen lassen.
- Für den Dip 200 g Schmand mit dem Saft einer halben Zitrone, Salz, Pfeffer und getrockneter Petersilie verrühren. Kalt stellen.
- 400 g TK-Erbsen mit zwei Fingerbreit Wasser und einer Prise Salz in einen Topf geben, zugedeckt 5 Minuten köcheln, abgießen, ein kleines Stück Butter unterschwenken.
- Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen, dann stampfen. Die warme Buttermilch nach und nach untermischen, bis die Konsistenz passt. Mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.
- Alles zusammen auf die Teller, die zweite Zitronenhälfte in Spalten dazu.
Wo spare ich bei so einem Teller überhaupt noch?
Beim Fisch selbst am wenigsten – Fischstäbchen sind bei Aldi und Lidl auf den Cent genau gleich teuer, ich habe es oft genug verglichen. Die Markenpackung mit zehn Stück kostet 3,49 €, die Eigenmarke fünfzehn Stück 3,19 €. Das sind 21 Cent gegenüber 35 Cent pro Stäbchen, und unsere Kinder haben den Unterschied auf dem Teller noch nie bemerkt.
Der zweite Posten ist die Sauce. Ein Glas Remoulade kostet um 1,29 € und steht danach drei Wochen im Kühlschrank, bis es niemand mehr anfasst. Ein Becher Schmand für 69 Cent, Zitrone, Salz, Pfeffer, Petersilie: fertig ist ein Dip, der frischer schmeckt und von dem am Sonntag noch der Rest zu Ofenkartoffeln passt.
Der Fehler wäre, an den Kartoffeln zu sparen und Püreepulver zu nehmen. Die Tüte kostet 0,79 € für zwei Portionen, ich brauche also zwei Tüten. 1,58 € gegen 1,45 € für 1,2 kg echte Kartoffeln, aus denen viermal so viel wird. Fertigpüree ist teurer, nicht billiger – das hat mich damals ehrlich überrascht.

Wer den ganzen Winter über solche Wochentagsteller sucht, findet in den schnellen Küchen noch ein paar mehr davon.
Was mache ich mit dem Rest?
Bei uns bleibt fast immer Püree übrig, weil ich lieber zu viel als zu wenig koche. Kalt wird es fest, und genau dann ist es die Grundlage für den Hackauflauf aus Kartoffelbrei vom Vortag – der schmeckt meinen beiden fast besser als der ursprüngliche Teller. Übrige Fischstäbchen wandern am nächsten Mittag kalt und in Scheiben geschnitten in den Kartoffelsalat, das ist im Sommer unser Samstagsessen. Weggeworfen wird von diesem Abendessen also wirklich nichts.
