„Der Käse muss knacken.“ Mehr Anforderungen hat mein Sohn nicht, wenn diese Form auf den Tisch kommt. Nicht mehr Schinken, nicht weniger Erbsen — nur eine Kruste, die beim Löffel Widerstand leistet. Seit ich weiß, dass es daran hängt, gehen die letzten zehn Minuten ohne Alufolie und auf der oberen Schiene.
Der Auflauf kostet für vier Personen 5,64 €, also 1,41 € pro Teller. Drin sind eine ganze Packung Nudeln, 200 g Kochschinken, vier Eier, Milch, ein Schuss Sahne, Erbsen aus der Tiefkühltüte und Käse. Wenn vom Vortag noch gekochte Nudeln in der Schüssel stehen, wird er sogar noch billiger und geht doppelt so schnell.
Der Guss entscheidet, nicht die Nudel
Ein Nudelauflauf ohne Sauce wird trocken, mit zu viel Flüssigkeit wird er zur Suppe. Meine Faustregel für eine große Form: vier Eier, 300 ml Milch, 100 ml Sahne. Das ergibt gut einen halben Liter Guss auf 500 g Nudeln, und der stockt im Ofen zu einer weichen Schicht, die alles zusammenhält.
Die 100 ml Sahne sind der einzige Posten, den ich für Luxus halten könnte, und ich habe es ohne probiert. Nur mit Milch schmeckt es dünner, das Ergebnis ist eher Eierstich als Auflauf. Ein halber Becher Sahne kostet 35 Cent, das ist mir der Unterschied wert. Der Rest im Becher kommt am nächsten Tag in die Champignonrahmsauce oder in den Kaffee.
Würzen musst du kräftiger, als du denkst: reichlich Salz, Pfeffer und geriebene Muskatnuss. Nudeln und Eier schlucken Salz, und ein fader Auflauf ist die häufigste Enttäuschung bei diesem Gericht.
Zubereitung
- Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform (etwa 30 × 20 cm) mit Öl oder Butter ausstreichen.
- 500 g Nudeln in reichlich Salzwasser kochen — aber drei Minuten kürzer als auf der Packung steht. Sie garen im Ofen weiter. Abgießen, kurz abtropfen lassen.
- Die Zwiebel fein würfeln und in einem Löffel Öl glasig dünsten. Die 200 g Schinkenwürfel dazugeben und zwei Minuten mitbraten, bis sie an den Kanten leicht bräunen. Das bringt Röstaroma, das der Ofen allein nicht hinbekommt.
- 200 g gefrorene Erbsen direkt aus der Tüte unter die abgetropften Nudeln mischen. Auftauen ist nicht nötig, sie ziehen im Ofen durch.
- Nudeln, Erbsen sowie Zwiebel-Schinken-Mischung in der Form verteilen und einmal grob durchheben.
- 4 Eier mit 300 ml Milch und 100 ml Sahne verquirlen, kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und gleichmäßig über die Nudeln gießen. Die Form kurz rütteln, damit der Guss nach unten läuft.
- Die Hälfte des Käses untermischen, die andere Hälfte darüberstreuen.
- 25 Minuten auf der mittleren Schiene backen, dann auf die obere Schiene schieben und 8 bis 10 Minuten weiterbacken, bis die Kruste goldbraun ist und Blasen wirft.
- Fünf Minuten stehen lassen, bevor du portionierst. Frisch aus dem Ofen läuft der Guss sonst auseinander.

Zwei Fehler, die ich hinter mir habe
Der erste: Nudeln zu Ende kochen. Ich habe es genau einmal gemacht, weil ich dachte, im Ofen passiert ohnehin nichts mehr. Nach 35 Minuten war die obere Schicht knusprig und darunter lag Brei. Seitdem stelle ich den Wecker auf die Packungszeit minus drei Minuten und gieße konsequent ab, auch wenn die Nudeln noch bissfest wirken.
Der zweite: Nudeln vom Vortag eins zu eins übernehmen. Kalte Nudeln aus dem Kühlschrank sind trockener als frisch gekochte und saugen mehr Flüssigkeit. Beim ersten Versuch mit Resten war der Auflauf pappig. Heute gebe ich 50 ml Milch extra dazu, wenn ich Reste verwende — das reicht.
Wo hier gespart wird
Die Nudeln sind mit 79 Cent für 500 g der billigste Sattmacher im Regal, und genau darauf ist der Auflauf gebaut: viel Nudel, wenig Fleisch. 200 g Schinken für vier Personen klingt nach wenig, verteilt sich aber in jeder Gabel. Wer noch weiter runter will, nimmt 150 g und gleicht mit einer zweiten Handvoll Erbsen aus.
Beim Käse lohnt der Blick auf den Kilopreis: 250 g geriebener Gouda kosten 1,79 €, ein 400-g-Stück am Block 2,49 €. Selbst gerieben komme ich auf gut 30 Prozent weniger, und der Block hält im Kühlschrank wochenlang. Die Reibe muss man spülen — das ist der ganze Nachteil.
Und die Erbsen: 450 g aus der Tiefkühlung kosten 89 Cent, ich brauche knapp die Hälfte. Frisches Gemüse in dieser Menge bekomme ich für den Preis nicht, und es liegt auch nicht bereits geputzt im Fach. Mehr Rechnungen dieser Art stehen bei den Aufläufen aus dem Ofen, zum Beispiel beim Nudelauflauf mit Hackfleisch.

Was am nächsten Tag damit passiert
Kalt ist er fest genug, um ihn in Stücke zu schneiden und in die Brotdose zu legen. Aufgewärmt geht er in der Pfanne besser als in der Mikrowelle: ein Stück mit einem Teelöffel Öl bei mittlerer Hitze fünf Minuten, Deckel drauf. Dann wird die Unterseite knusprig, statt dass alles gummiartig wird.
Was bei dir übrig bleibt, entscheidet vermutlich, wie hungrig deine Familie ist. Bei uns steht selten etwas für den nächsten Tag im Kühlschrank — was ich, ehrlich gesagt, als Kompliment nehme. Wie ist das bei dir: Reicht eine 500-g-Packung Nudeln für vier, oder kochst du grundsätzlich mehr?
