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Kinder-Klassiker 1,89 € / Portion

Ein Topf, ein Löffel: Hähnchen-Reis mit Mais

Hähnchenschenkel auf goldgelbem Reis mit Mais und Erbsen im großen Topf
Vorbereitung: 15 Min.Kochzeit: 35 Min.Gesamt: 50 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Hähnchenschenkel 1,2 kg (ca. 6 Stück) 5,39 €
Langkornreis 300 g 0,54 €
Mais aus der Dose 1 Dose (285 g abgetropft) 0,59 €
TK-Erbsen 150 g 0,30 €
Zwiebel 1 große 0,15 €
Möhre 1 Stück 0,15 €
Hühnerbrühe (aus Pulver) 700 ml 0,12 €
Tomatenmark 1 EL 0,06 €
Öl, Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß nach Bedarf 0,25 €
Gesamtkosten: 7,55 € 1,89 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: Juli 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 2 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

In meiner Spüle stapeln sich an einem normalen Abend ein Topf für die Kartoffeln, eine Pfanne für das Fleisch, ein kleiner Topf für die Soße und ein Sieb. Vier Teile, und das, bevor überhaupt jemand gegessen hat. An dem Abend, an dem ich zum ersten Mal alles zusammen in einen Topf gegeben habe, stand danach genau ein Topf da — und ich habe mich gefragt, warum ich das nicht schon längst so mache.

Hähnchenschenkel, Reis, eine Dose Mais, Zwiebel, eine Möhre und Brühe. Das Fleisch gart auf dem Reis, der Reis zieht die ganze Soße auf, und beides schmeckt am Ende nacheinander. Für vier Personen kostet der Topf 7,55 €, also 1,89 € pro Teller. Weil bei mir zwei Kinder mitessen, die sich bei allem Fremden erst mal wegdrehen, ist die Würze mild gehalten: Salz, Pfeffer, Paprikapulver, ein Löffel Tomatenmark. Mehr nicht.

Warum überhaupt alles in einen Topf?

Weil Reis Flüssigkeit braucht und Hähnchen welche abgibt. Wenn du beides trennst, kippst du den Bratensaft entweder weg oder rührst ihn mühsam zu einer Soße zusammen. Im gemeinsamen Topf läuft der Saft mitsamt Fett direkt in den Reis, und genau das schmeckt man.

Dazu kommt der praktische Teil: Nach dem Anbraten hast du zwanzig Minuten, in denen nichts zu tun ist. Der Deckel bleibt zu, du gehst mit an den Küchentisch und schaust dir Hausaufgaben an. Bei mir ist das der eigentliche Grund, warum dieses Gericht so oft auf dem Tisch steht.

Wie geht das Grundrezept?

  1. Die Hähnchenschenkel trocken tupfen und von allen Seiten kräftig mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver einreiben.
  2. 2 EL Öl in einem großen Topf oder Bräter mit Deckel bei hoher Hitze erhitzen. Die Schenkel mit der Hautseite nach unten hineinlegen und 5 Minuten braten, ohne sie zu bewegen. Wenden, weitere 3 Minuten braten, dann auf einen Teller legen.
  3. Hitze auf mittlere Stufe stellen. Die gewürfelte Zwiebel und die klein gewürfelte Möhre im Bratfett 4 Minuten anbraten. 1 EL Tomatenmark einrühren und 1 Minute mitrösten.
  4. 300 g Reis dazugeben und 2 Minuten unter Rühren mitbraten, bis die Körner glasig glänzen. Dieser Schritt sorgt dafür, dass der Reis später körnig bleibt.
  5. 700 ml heiße Hühnerbrühe angießen, dabei den Bratensatz vom Boden lösen. Einmal aufkochen lassen und mit Salz abschmecken — die Brühe soll leicht kräftiger schmecken, als du es fertig haben möchtest, der Reis nimmt viel davon auf.
  6. Die Hähnchenschenkel samt ausgetretenem Saft auf den Reis setzen. Deckel drauf, Hitze auf kleine Stufe, 20 Minuten garen. In dieser Zeit nicht umrühren und den Deckel möglichst nicht anheben.
  7. Deckel abnehmen, den abgetropften Mais und die gefrorenen Erbsen zwischen die Schenkel streuen, Deckel wieder drauf und 5 Minuten weiterziehen lassen.
  8. Topf vom Herd nehmen und 5 Minuten geschlossen stehen lassen. Erst dann den Reis vorsichtig mit der Gabel auflockern und abschmecken.
Die angebratenen Hähnchenschenkel liegen zum Garen auf dem Reis im Topf
Die Schenkel kommen erst auf den Reis, wenn die Brühe kocht — danach bleibt der Deckel zwanzig Minuten zu.

Welches Hähnchenteil ist das günstigste?

Ich habe jahrelang Hähnchenbrustfilet gekauft, weil ich Schenkel für zweite Wahl hielt. Ein Blick auf die Kilopreise hat das erledigt: Filet liegt bei Aldi und Lidl bei 8,50 bis 9,50 € pro Kilo, Hähnchenschenkel bei 4,29 bis 4,99 €. Das ist weniger als die Hälfte.

Für 1,2 Kilo Schenkel zahle ich rund 5,39 € — das sind sechs Stück, also anderthalb pro Person. Dazu kommt, dass Schenkelfleisch beim langen Garen im Topf saftig bleibt, während Filet in denselben zwanzig Minuten trocken und faserig wird. Für dieses Gericht ist das billigere Teil also gleichzeitig das bessere.

Wenn dir die Knochen am Tisch zu umständlich sind, löse das Fleisch nach dem Garen ab: Schenkel herausnehmen, fünf Minuten abkühlen lassen, dann fällt es mit zwei Gabeln fast von allein herunter. Zurück in den Topf, umrühren, fertig. Dann können auch kleine Kinder mit dem Löffel essen — daher der Name, unter dem es bei uns läuft.

Wird der Reis nicht matschig?

Nur wenn du zu viel Flüssigkeit nimmst oder rührst. Das Verhältnis, das bei mir immer funktioniert, ist ein Teil Reis zu gut zwei Teilen Brühe — also 300 g Reis auf 700 ml. Nimm Langkornreis, keinen Milchreis und keinen Risottoreis, die geben zu viel Stärke ab.

Gerührt wird nach dem Angießen nicht mehr. Jedes Rühren löst Stärke aus den Körnern, und daraus wird Brei. Und der Deckel bleibt zu: Jedes Mal, wenn du nachschaust, entweicht Dampf, der zum Garen gebraucht wird. Falls nach 20 Minuten doch noch Flüssigkeit steht, nimmst du einfach für die letzten Minuten den Deckel ab und drehst die Hitze etwas hoch.

Was, wenn die Kinder kein Gemüse mögen?

Deshalb steht hier Mais und nicht Paprika. Mais aus der Dose ist süß, gelb und fällt zwischen dem Reis kaum auf — bei uns ist er das einzige Gemüse, um das nie diskutiert wird. Die Möhre reibe ich klein oder würfele sie sehr fein, dann verschwindet sie in der Zwiebel-Basis. Die Erbsen kommen erst am Schluss dazu, damit sie grün bleiben und nicht grau.

Wenn selbst das noch zu viel ist, nimm nur den Mais. Der Topf funktioniert auch ohne Möhre und Erbsen, du sparst dabei 45 Cent und verlierst nur etwas Farbe. Wer dagegen mehr Gemüse unterbringen will, findet in meiner Hähnchen-Reis-Pfanne mit Gemüse die reichlichere Variante.

Ein Kinderteller mit Reis, Mais, Erbsen und abgelöstem Hähnchenfleisch
Fleisch von den Knochen gezupft: So lässt sich alles mit dem Löffel essen.

Wo spare ich bei diesem Topf am meisten?

Beim Fleisch, und zwar doppelt. Erstens durch das Teil: Schenkel statt Filet spart bei dieser Menge über vier Euro. Zweitens durch den Zeitpunkt. Frisches Geflügel wird gegen Ladenschluss reduziert, meistens um 30 Prozent. Wenn ich freitags spät einkaufe, lege ich reduzierte Schenkel gleich portionsweise ins Gefrierfach.

Der Reis ist der zweite Hebel: Der Kilo-Beutel Langkornreis kostet 1,79 €, für dieses Rezept brauchst du 300 g, also 54 Cent für vier Personen. Kochbeutelreis kostet fast das Doppelte pro Kilo und bringt dir hier gar nichts, weil du ihn ohnehin lose garst. Mais nehme ich in der 425-g-Dose für 0,59 € statt im kleinen Glas — dasselbe Gemüse, aber deutlich günstiger pro Gramm.

Was der Fehler wäre: Fertigbrühe aus dem Glas oder Tetrapak zu kaufen. Ein Glas Hühnerbrühe kostet 1,29 €, das Brühpulver für dieselbe Menge liegt bei etwa 12 Cent. In einem Topf, in dem angebratenes Hähnchen, Zwiebeln und Tomatenmark stecken, merkst du diesen Unterschied nicht. Und die Haut würde ich nicht abziehen — sie liefert das Fett, in dem Zwiebel und Reis anbraten, sodass du am Öl sparst.

Und die Reste am nächsten Tag?

Reis vom Vortag ist im Kühlschrank fest und trocken. Ich stelle ihn in einer Pfanne mit zwei Esslöffeln Wasser und geschlossenem Deckel wieder her, 5 Minuten bei mittlerer Hitze. Alternativ brate ich alles mit einem verquirlten Ei scharf durch, dann wird daraus ein zweites Gericht statt eines aufgewärmten ersten.

Für den nächsten Durchgang probiere ich gerade eine Abwandlung mit einem halben Teelöffel Currypulver, das ich zusammen mit dem Tomatenmark anröste. Mein Neunjähriger findet es gut, die Kleine schaut noch skeptisch. Falls du das Gericht lieber im Ofen magst, sind meine Blechkartoffeln mit Hähnchenschenkeln der passende Nachbar — und alles Weitere für hungrige Kinder findest du bei den kinderfreundlichen Rezepten.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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