Wie viele Abende in der Woche hast du wirklich Zeit zum Kochen? Bei mir sind es zwei, manchmal drei. Der Rest der Woche muss in einer Pfanne passieren, in der Zeit, in der die Kinder ihre Schuhe ausziehen und ihre Ranzen in den Flur werfen. Genau dafür habe ich dieses Gericht: eine Packung Schupfnudeln aus dem Kühlregal, ein Beutel Sauerkraut, Schinkenwürfel. Fünfzehn Minuten, eine Pfanne, ein Abwasch.
Das Sauerkraut war lange das Problem. Meine Tochter, sechs, hat es angesehen wie etwas, das versehentlich auf ihrem Teller gelandet ist. Bis ich einen Apfel hineingerieben habe, einfach weil einer in der Schale lag und langsam schrumpelig wurde. Seitdem isst sie es. Der Apfel nimmt dem Kraut die Spitze, ohne dass es süß schmeckt, und kostet mich 34 Cent. Die ganze Pfanne kommt auf 5,68 € und damit auf 1,42 € pro Person.

Warum Schupfnudeln aus dem Kühlregal und keine selbst gemachten
Selbst gemachte Schupfnudeln sind eine schöne Sonntagsbeschäftigung. Kartoffeln kochen, pellen, durchpressen, Teig kneten, Röllchen drehen — das dauert bei mir gut eine Stunde und lohnt sich, wenn ich Lust darauf habe. An einem Dienstag um halb sechs lohnt es sich nicht. Eine 500-g-Packung fertige Schupfnudeln kostet bei uns 1,39 €, für vier Personen brauche ich zwei davon. Das sind 2,78 €, und dafür bekomme ich eine Stunde meines Abends zurück.
Wichtig ist nur, wo du sie kaufst. Im Kühlregal bei den Gnocchi und den frischen Nudeln liegen sie am günstigsten. Es gibt sie auch in kleinen 250-g-Schalen bei den Fertiggerichten, dort kostet dieselbe Menge fast das Doppelte. Ich schaue immer auf den Grundpreis pro Kilo, der steht klein auf dem Preisschild am Regal.
Schritt für Schritt
- Das Sauerkraut in ein Sieb geben und die Flüssigkeit abtropfen lassen. Nicht ausdrücken und auch nicht waschen — beides nimmt ihm den Geschmack, für den du es gekauft hast. Einmal mit der Gabel auflockern reicht.
- Die Zwiebel in feine Streifen schneiden. Den Apfel schälen, das Kerngehäuse herausschneiden und ihn grob raspeln.
- Eine große Pfanne ohne Öl heiß werden lassen und die Schinkenwürfel hineingeben. Zwei bis drei Minuten braten, bis sie Farbe bekommen und ihr Fett ausgelassen haben. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und beiseitestellen, das Fett bleibt in der Pfanne.
- Die Zwiebelstreifen in dieses Fett geben, zwei Minuten weich dünsten. Dann Sauerkraut, geraspelten Apfel, einen halben Teelöffel Kümmel und eine Prise Zucker dazu. 100 ml Brühe angießen und alles bei mittlerer Hitze acht Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast weg ist. Das Kraut in eine Schüssel umfüllen.
- Zwei Esslöffel Öl in dieselbe Pfanne geben und richtig heiß werden lassen. Die Schupfnudeln als eine Schicht hineinlegen, nicht übereinander. Wenn deine Pfanne zu klein ist, brate lieber in zwei Runden.
- Jetzt drei bis vier Minuten nichts tun. Nicht rühren, nicht schwenken, nicht nachschauen. Die Nudeln brauchen Kontakt zum Pfannenboden, sonst werden sie nicht braun, sondern gummiartig. Erst wenn die Unterseite goldbraun ist, einmal wenden und die andere Seite genauso braten.
- Kraut und Schinkenwürfel zurück in die Pfanne, alles vorsichtig vermengen und noch zwei Minuten durchziehen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Vom Herd nehmen und den Schmand in Klecksen daraufsetzen. Nicht unterrühren, sonst wird alles blass und cremig statt kräftig. Direkt aus der Pfanne auf den Tisch.

Wo das Geld gespart wird
Sauerkraut ist eine der wenigen Zutaten, bei denen ich nie überlege: 55 Cent für einen 500-g-Beutel. Im Glas kostet dieselbe Menge oft 1,29 € oder mehr, und der Unterschied auf dem Teller ist keiner. Der Beutel liegt bei uns beim Gemüse in der Kühlung, nicht bei den Konserven — das habe ich lange nicht gewusst und deshalb jahrelang das Glas gekauft.
Beim Schinken kannst du sparen, wenn du willst. 200 g Schinkenwürfel kosten 1,29 €; nimmst du nur die Hälfte, sparst du 65 Cent und merkst es kaum, weil das Kraut den Geschmack ohnehin trägt. Ganz weglassen würde ich sie nicht, denn dann fehlt das Fett zum Anbraten und du brauchst mehr Öl. Wer sie weglässt, gibt stattdessen einen Teelöffel Butter dazu.
Der Fehler wäre, die Schupfnudeln in zu wenig Öl und in einer überfüllten Pfanne zu braten. Dann geben sie Wasser ab, kochen im eigenen Dampf und du hast eine Pfanne voll blasser, klebriger Nudeln. Zwei Runden dauern zusammen sechs Minuten länger und sind der Unterschied zwischen „ganz nett“ und „bitte nochmal nächste Woche“. Dieselbe Regel gilt übrigens bei den Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln und beim Bauernfrühstück aus der großen Pfanne.
Wenn du das Ganze ohne Schinken kochst und stattdessen zwei Wiener Würstchen in Scheiben unterhebst, wird es noch etwas günstiger und die Kinder greifen erfahrungsgemäß schneller zu. Und wer Sauerkraut überhaupt nicht mag, ersetzt es durch eine kleine Dose Ananas in Stücken plus etwas Currypulver — klingt seltsam, funktioniert in derselben Pfanne und ist der einzige Weg, auf dem ich bisher jedes Kind am Tisch überzeugt habe. Noch mehr aus dem Kartoffelfach findest du unter Kartoffelgerichte.
