Im Februar habe ich vier Wochen am Stück mit 40 Euro für die Abendessen gerechnet. Es hat funktioniert, und ich bin immer noch ein bisschen stolz darauf. In Woche drei stand Jonas — er ist neun — neben mir am Herd, hat in den Topf geschaut und gefragt: „Kommt da diese Woche noch mal Fleisch rein?“ Nicht vorwurfsvoll. Einfach eine Frage, so wie man fragt, ob es morgen regnet.
Seitdem koche ich die meisten Wochen nach dem Plan, den ich hier aufschreibe. Er ist der mittlere von meinen dreien: 60 Euro sind die Grenze, die ich mir setze, wenn ich samstags früh losfahre, bevor die guten Paprika weg sind. Der Zettel für diese Woche endete bei 55,40 €. Das macht 1,98 € pro Person und Abend, und an sechs von sieben Abenden liegt Fleisch oder Fisch auf dem Teller.
Das Gerüst ist bei mir seit zwei Jahren dasselbe, egal wie viel Geld gerade da ist: Mittwoch der große Topf, Freitag Fisch, Sonntag das Blech. Der Rest sortiert sich drumherum nach der Frage, an welchem Abend ich Zeit habe und an welchem nicht. Dienstags hat Lina Turnen bis halb sechs — da muss der Ofen die Arbeit machen, nicht ich.
Die Woche auf einen Blick
| Tag | Abendessen | Kosten für 4 |
|---|---|---|
| Montag | Käsespätzle aus der Pfanne | 6,68 € |
| Dienstag | Gefüllte Paprika mit Reis und Hackfleisch | 7,28 € |
| Mittwoch | Pichelsteiner Eintopf | 8,39 € |
| Donnerstag | Jägerschnitzel aus Jagdwurst | 6,98 € |
| Freitag | Fischstäbchen mit Kartoffelpüree und Erbsen | 7,35 € |
| Samstag | Einfache Lasagne für vier | 7,71 € |
| Sonntag | Hähnchenschenkel und Kartoffelspalten vom Blech | 7,28 € |
| Summe | 7 Abendessen, 28 Portionen | 51,67 € |
In den Töpfen landen 51,67 €, auf dem Kassenbon standen 55,40 €. Die Differenz sind angebrochene Packungen, die am Sonntag noch im Schrank stehen — dazu weiter unten mehr. Bleiben 4,60 € vom Sechziger übrig. Die gehen bei mir für Obst drauf, meistens Bananen und Äpfel, weil beides in die Brotdose passt und nicht matscht.
Was an welchem Abend auf den Tisch kommt
Montag. Fertigspätzle aus dem Kühlregal, Zwiebeln so lange in Butter, bis sie richtig braun sind, Reibekäse drüber, ein Löffel Schmand darunter. Fünfundzwanzig Minuten von der Tüte bis zum Teller. Montags ist bei uns niemand aufnahmefähig für Gerichte mit mehr als vier Handgriffen, und das gilt auch für mich.
Dienstag. Vier große Paprikaschoten, 500 g gemischtes Hack, Reis, passierte Tomaten. Ich fülle die Schoten vormittags, wenn die Kinder in der Schule sind, stelle die Form in den Kühlschrank und schiebe sie um kurz nach halb sechs in den Ofen. Wenn wir vom Turnen kommen, riecht das ganze Treppenhaus danach.
Mittwoch. Der teuerste Topf der Woche und trotzdem der, aus dem ich am meisten herausbekomme. 500 g Schweinegulasch, Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi, Lauch, alles in Schichten, anderthalb Stunden bei kleiner Hitze. Ich koche absichtlich zu viel, weil ein Drittel davon mein Donnerstagsmittagessen ist.
Donnerstag. Jagdwurst am Stück, in dicke Scheiben geschnitten, paniert, gebraten, dazu Tomatensoße mit Paprika und Spirelli. Das war früher Schulessen und ist bei uns inzwischen ein Wunschgericht. Beide Kinder essen zwei Scheiben, mein Mann drei, und ich brauche keine Diskussion am Tisch.
Freitag. Fischstäbchen aus dem Tiefkühler, dazu Kartoffelpüree und Erbsen. Das Püree rühre ich selbst: mehligkochende Kartoffeln, heiße Milch, ein Löffel Schmand, Muskat. Die Tüte für vier Portionen kostet fast dasselbe und schmeckt nach Tüte. Die Erbsen kommen tiefgekühlt in die letzten drei Minuten Kartoffelwasser, dann muss ich keinen zweiten Topf spülen. Über den Fisch kommt ein Spritzer Zitrone, mehr braucht der Abend nicht — zwölf Minuten Arbeit, und der Freitag ist der Abend, an dem ich in dieser Woche am wenigsten mache.
Samstag. Lasagne mit selbst gerührter Béchamel. 60 g Butter, 60 g Mehl, 700 ml Milch, mehr muss man sich nicht merken. Das Fertigglas dafür kostet 1,79 €, meine Version 60 Cent, und den Unterschied hat hier noch nie jemand geschmeckt. In die Tomatensoße reibe ich eine Möhre — sie nimmt der Dose die Säure und kostet zwölf Cent.
Sonntag. Ein Blech, sechs Hähnchenunterschenkel, Kartoffelspalten, Zwiebeln, zwei Zehen Knoblauch, Öl und Paprikapulver. 45 Minuten im Ofen ohne Aufsicht, mehr ist es nicht. 7,28 € für vier Teller, weil der Unterschenkel das günstigste Stück am ganzen Huhn ist. Im 80-Euro-Plan liegt dasselbe Blech mit acht Schenkeln, Paprika und einem Schälchen Schmanddip im Ofen und kostet 9,22 € — genau daran sieht man, wo die zwanzig Euro Unterschied stecken.

Der Einkaufszettel für die Woche
Alle Preise sind Discounterpreise aus Dortmund, Stand April 2026. Ich habe sie beim Auspacken vom Kassenbon abgeschrieben, nicht geschätzt. Wenn bei dir etwas 20 Cent teurer ist, verschiebt das die Summe um weniger, als du denkst.
Fleisch, Wurst und Fisch
| Was | Menge | Preis |
|---|---|---|
| Gemischtes Hackfleisch | 1 kg | 6,29 € |
| Schweinegulasch | 500 g | 4,99 € |
| Hähnchenunterschenkel | ca. 1 kg (6 Stück) | 4,29 € |
| Jagdwurst am Stück | 400 g | 2,29 € |
| Fischstäbchen (TK) | 15 Stück | 2,49 € |
| Zwischensumme | 20,35 € | |
Obst und Gemüse
| Was | Menge | Preis |
|---|---|---|
| Kartoffeln, festkochend | 4 kg (Sack) | 3,99 € |
| Kartoffeln, mehligkochend | 2,5 kg (Beutel) | 1,99 € |
| Paprika, rot und gelb | 5 Stück, lose | 2,39 € |
| Zwiebeln | 2 kg (Netz) | 1,79 € |
| Möhren | 1 kg | 0,99 € |
| Lauch | 1 Stange | 0,89 € |
| Kohlrabi | 1 Stück | 0,79 € |
| Schnittlauch | 1 Topf | 0,79 € |
| Knoblauch | 1 Knolle | 0,49 € |
| Zitrone | 1 Stück | 0,29 € |
| Zwischensumme | 14,40 € | |
Kühlregal und Molkerei
| Was | Menge | Preis |
|---|---|---|
| Fertigspätzle | 2 × 500 g | 2,58 € |
| Reibekäse, junger Gouda | 2 × 200 g | 2,78 € |
| Milch | 2 l | 2,18 € |
| Butter | 250 g | 1,79 € |
| Eier, Größe M | 6 Stück | 1,49 € |
| Schmand | 3 × 200 g | 1,47 € |
| Zwischensumme | 12,29 € | |
Trocken, Dose und Tiefkühl
| Was | Menge | Preis |
|---|---|---|
| Lasagneplatten | 250 g | 0,89 € |
| Langkornreis | 500 g | 0,89 € |
| Erbsen (TK) | 450 g | 0,89 € |
| Spirelli | 500 g | 0,79 € |
| Passierte Tomaten | 500 g | 0,79 € |
| Petersilie (TK) | 40 g | 0,79 € |
| Tomatenmark | 200 g | 0,65 € |
| Gehackte Tomaten | 1 Dose, 400 g | 0,59 € |
| Stückige Tomaten | 1 Dose, 400 g | 0,59 € |
| Zwischensumme | 6,87 € | |
Aus dem Vorrat, anteilig gerechnet: Öl, Mehl, Semmelbrösel, Gemüse- und Fleischbrühe, Muskat, Zucker und Gewürze — zusammen 1,49 € für die Woche. Ich schreibe das mit, weil es sonst immer die Rechnung ist, die zu Hause schön aussieht und an der Kasse nicht stimmt.
Gesamt: 55,40 €. Das sind 1,98 € pro Person und Abend. In den sieben Töpfen und Formen stecken davon 51,67 €, also 1,85 € pro Teller — der Rest steht am Sonntag noch als angebrochene Packung im Schrank.
Was die 20 Euro mehr bringen
Im 40-Euro-Plan liege ich bei 1,42 € pro Person und Abend. Hier sind es 1,98 €. Der Unterschied ist gut ein halber Euro pro Teller, und was dieser halbe Euro macht, sieht man am schnellsten an einer einzigen Zahl: 20,35 € von 55,40 € stehen bei Fleisch, Wurst und Fisch. Das sind knapp 37 Prozent des Zettels. In der 40-Euro-Woche komme ich auf sechs, höchstens sieben Euro.
Konkret heißt das drei Dinge. Erstens: Fleisch oder Fisch an sechs Abenden statt an zwei. In der günstigen Woche ist Fleisch bei mir fast immer Wurst — Wiener, Fleischwurst, ein Päckchen Speckwürfel, das eine ganze Pfanne würzt. Hier kaufe ich 500 g Schweinegulasch am Stück und ein Kilo Hähnchenunterschenkel, und das schmeckt anders. Nicht besser gewürzt, sondern nach Fleisch.
Zweitens: Ich muss nicht mehr strecken. Im 40-Euro-Plan werden zwei Abende aus einem Topf gegessen, und ich koche zweimal etwas, das ohne Fleisch auskommt und trotzdem satt macht — Linsen, Kartoffelgulasch, Nudeln mit Tomatensoße. Hier ist jeder Abend ein eigenes Gericht. Die Reste vom Mittwoch landen mittags auf meinem Teller, nicht abends auf allen vier.
Drittens: frisches Gemüse statt Dose. Fünf Paprika, ein Kohlrabi, eine Stange Lauch, ein Topf Schnittlauch — das sind zusammen 4,86 €, also knapp ein Zehntel des Einkaufs, und in der 40-Euro-Woche wäre das der erste Posten, den ich streiche. Kohlrabi ist so ein Gemüse, das ich mir nur leiste, wenn Luft im Budget ist.
Was die 20 Euro nicht bringen: mehr Käse als nötig. Ich kaufe 400 g Reibekäse für die ganze Woche und verteile sie auf zwei Gerichte, statt jeden Auflauf zu überbacken. Käse, den man auf dem dritten Teller nicht mehr wahrnimmt, ist der stillste Preistreiber im Wagen.

Was am Ende der Woche übrig ist
Der Mittwochstopf gibt einen guten Nachschlag her. Ich fülle ihn direkt nach dem Abendessen in zwei Dosen, eine kommt in den Kühlschrank für Donnerstagmittag, eine ins Gefrierfach. Eintopf schmeckt am zweiten Tag ohnehin runder, das ist der einzige Fall, wo Aufwärmen ein Gewinn ist.
Von der Lasagne bleibt am Samstag fast immer eine Ecke. Die stelle ich abgedeckt in den Kühlschrank, und Sonntagmittag isst sie meistens Lina, kalt, direkt aus der Form, obwohl ich ihr jedes Mal anbiete, sie warm zu machen.
Beim Kartoffelpüree am Freitag koche ich absichtlich ein halbes Kilo Kartoffeln mehr. Das kostet 40 Cent, und aus dem kalten Rest werden am Samstagmittag Kartoffelpuffer, ohne dass ich noch einmal an den Herd muss, während die Lasagne im Ofen steht.
Im Schrank bleiben nach dieser Woche liegen: gut anderthalb Kilo Kartoffeln, ein gutes Pfund Zwiebeln, eine halbe Packung Spirelli, ein Liter Milch, der halbe Beutel Erbsen und ungefähr 150 g Jagdwurst. Die Jagdwurst wandert bei uns aufs Brot, den Rest schreibe ich als Startguthaben für die nächste Woche auf den neuen Zettel. Das sind die 3,73 €, die der Zettel teurer war als die sieben Abende. Deshalb kaufe ich Kartoffeln im Sack und im großen Beutel statt in der 1,5-kg-Schale: Die Schale kostet pro Kilo fast das Doppelte, und Kartoffeln halten im dunklen Flurschrank problemlos zwei Wochen.
Wo ich bei diesem Plan spare
Ich kaufe Fleisch nach dem Teil, nicht nach dem Namen. Hähnchenunterschenkel liegen bei 4,29 € das Kilo, Hähnchenbrustfilet bei knapp neun. Schweinegulasch kostet die Hälfte von Schnitzel und wird im Topf weicher, als Schnitzel je wäre. Jagdwurst am Stück ist deutlich günstiger als dieselbe Wurst in Scheiben in der Plastikschale, und ich kann sie so dick schneiden, wie ich will.
Ich lege die aufwendigen Abende ans Wochenende. Samstag und Sonntag stehen zusammen bei 14,99 €, also fast einem Drittel der Woche. Das ist Absicht: Da sind alle da, es wird länger gegessen, und niemand steht mit der Gabel in der Hand am Tresen. Der teuerste Topf steht trotzdem mittwochs auf dem Herd, weil der Pichelsteiner mir den Donnerstagmittag mit erledigt.
Ich lasse Angebote den Tag tauschen, nicht die Woche. Wenn Hackfleisch im Angebot ist, rutschen Dienstag und Samstag zusammen und ich kaufe das Kilo billiger. Wenn Hähnchenschenkel reduziert sind, wandern sie vom Sonntag auf den Donnerstag und die Jagdwurst wartet eine Woche. Was ich nicht mehr mache: den kompletten Plan umwerfen, weil irgendwo ein rotes Schild hängt. Damit habe ich früher regelmäßig zehn Euro mehr ausgegeben und am Mittwoch trotzdem nicht gewusst, was es gibt.
Der Ofen läuft zweimal richtig. Dienstag und Sonntag, und samstags noch einmal für die Lasagne. An den anderen Abenden reicht eine Pfanne oder ein Topf. Das ist kein großer Posten, aber es ist einer, den ich beim Planen im Kopf habe.
Falls du die Woche einmal ausprobierst und etwas nicht passt: Der Donnerstag ist der Tag, den ich am häufigsten tausche. Jagdwurst mag nicht jeder, und wer sie nicht mag, mag sie auch paniert nicht. Bei uns hat sie zwei Anläufe gebraucht, und beim zweiten habe ich die Soße süßer gemacht — ein halber Teelöffel Zucker mehr, mehr war es nicht.
