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Gemüsereste & Kühlschrank leeren 1,09 € / Portion

Gemüse-Bolognese für die Nudeln am Abend

Teller Spaghetti mit dicker Gemüse-Bolognese
Vorbereitung: 20 Min.Kochzeit: 30 Min.Gesamt: 50 Min.Für 4 Personen
Kostenbox 4 Portionen
ZutatMengePreis
Nudeln 500 g 0,79 €
Möhren 3 Stück (ca. 300 g) 0,35 €
Knollensellerie ca. 200 g 0,50 €
Paprika 1 Stück 0,60 €
Zucchini 1 kleine (ca. 250 g) 0,79 €
Zwiebel 1 Stück 0,12 €
Knoblauch 2 Zehen 0,10 €
Tomatenmark 2 EL 0,15 €
Passierte Tomaten 500 g 0,65 €
Gemüsebrühe 300 ml 0,06 €
Öl, Salz, Pfeffer, Oregano, Prise Zucker nach Bedarf 0,25 €
Gesamtkosten: 4,36 € 1,09 € pro Portion
Preise: Aldi/Lidl, Stand: April 2026. Diese Rezept-Kategorie: Unter 1,50 € pro Portion. Die Preise sind Schätzwerte und können je nach Markt und Angebot abweichen.

Im Gemüsefach lagen am Mittwoch: eine halbe Zucchini von den Puffern, zwei Möhren mit weichen Spitzen, eine rote Paprika mit einer Druckstelle und ein Stück Knollensellerie, das ich für eine Suppe gekauft und nie gebraucht hatte. Zusammen etwa achtzig Cent, wenn ich neu kaufen müsste. Weggeworfen hätte ich damit ungefähr denselben Betrag.

Daraus wird bei uns Gemüse-Bolognese. Alles wird fein geraspelt, mit Tomatenmark angeröstet und so lange eingekocht, bis man nichts mehr einzeln erkennt. Am Ende steht eine dicke, dunkelrote Soße im Topf, die auf den Nudeln liegen bleibt und nicht auf dem Tellerboden landet.

Mit einer 500-Gramm-Packung Nudeln kostet das Ganze 4,36 € für vier Personen, also 1,09 € pro Portion. Ohne Fleisch, ohne Sahne, ohne Fertigsoße.

Warum ich das Gemüse raspele statt würfele

Beim ersten Mal habe ich alles klein gewürfelt, so wie man es für einen Eintopf machen würde. Fünf Millimeter Kantenlänge, ordentlich gearbeitet, ich war ziemlich stolz. Meine Tochter hat dann jedes einzelne orangefarbene Stück mit der Gabel an den Tellerrand geschoben. Am Ende lag da ein kleiner Haufen Möhre und sie war satt von Nudeln.

Geraspelt passiert das nicht. Möhre, Sellerie und Zucchini auf der groben Seite der Reibe zerfallen beim Kochen zu Fasern, die sich in der Tomatensoße verlieren. Farblich verschwindet alles im Rot, die Struktur fühlt sich an wie eine Hackfleischsoße. Nach vierzig Minuten Kochzeit kann niemand mehr sagen, wo die Möhre aufhört.

Wer eine Küchenmaschine mit Reibescheibe hat, ist in zwei Minuten fertig. Ich habe keine und nehme die alte Vierkantreibe, das dauert etwa acht Minuten. Die Paprika und die Zwiebel würfele ich klein, weil beide sich schlecht reiben lassen und ohnehin weich zerfallen.

Geraspelte Möhre, Sellerie und Zucchini neben gewürfelter Paprika und Zwiebel
Grob geraspelt statt gewürfelt — danach erkennt niemand mehr eine Möhre.

Schritt für Schritt

  1. Möhren und Sellerie schälen, Zucchini nur waschen. Alle drei auf der groben Seite der Reibe raspeln und in eine Schüssel geben.
  2. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Paprika entkernen und in kleine Würfel schneiden.
  3. Zwei Esslöffel Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Paprika darin bei mittlerer Hitze fünf Minuten anbraten, bis die Zwiebel glasig ist.
  4. Knoblauch und das geraspelte Gemüse dazugeben und unter Rühren acht bis zehn Minuten braten. Es wird zuerst Wasser ziehen, dann verdampft dieses Wasser wieder — warte genau darauf, das ist der Punkt, an dem der Geschmack entsteht.
  5. Zwei Esslöffel Tomatenmark einrühren und eine Minute mitrösten, bis es dunkler wird und leicht am Topfboden ansetzt.
  6. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und den Bodensatz mit dem Holzlöffel loskratzen.
  7. Passierte Tomaten dazugeben, Oregano, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker einrühren.
  8. Bei kleiner Hitze und halb aufgelegtem Deckel 25 bis 30 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren. Die Soße ist fertig, wenn der Holzlöffel eine kurze Spur hinterlässt.
  9. Parallel die Nudeln nach Packungsangabe kochen und eine Tasse Nudelwasser aufheben.
  10. Abschmecken. Zu dick: Nudelwasser dazu. Zu dünn: fünf Minuten ohne Deckel weiterköcheln.
Dicke Gemüse-Bolognese im großen Topf mit Holzlöffel
Fertig ist sie, wenn der Löffel eine Spur hinterlässt.

Welches Gemüse funktioniert und welches nicht

Gut geeignet ist alles, was fest ist und beim Kochen zerfällt: Möhre, Sellerie, Kohlrabi, Pastinake, Zucchini, Paprika, Champignons, eine geriebene Kartoffel für mehr Bindung. Auch der harte Strunk vom Brokkoli lässt sich schälen und reiben, den werfe ich seit Jahren nicht mehr weg.

Weniger gut sind Kohlsorten mit starkem Eigengeschmack. Weißkohl und Wirsing kann man nehmen, aber dann schmeckt die Soße nach Kohl und nicht mehr nach Bolognese — dafür gibt es passendere Rezepte in der Rubrik Gemüsereste. Blattspinat und Salat fallen völlig zusammen und bringen nur Wasser. Rote Bete färbt alles violett, was optisch komisch aussieht, geschmacklich aber gut wäre.

Die Menge ist wichtiger als die Auswahl. Ich rechne mit ungefähr einem Kilo Gemüse für vier Personen, roh gewogen. Weniger ergibt eine dünne Tomatensoße mit Einlage, mehr wird pastös.

Eine Sache noch zur Reihenfolge im Topf: Was viel Wasser hat, kommt spät dazu. Zucchini und Champignons gebe ich deshalb erst nach den Möhren in den Topf, sonst kochen die harten Sorten in der Flüssigkeit der weichen und braten nie richtig an. Bei Paprika ist es egal, die verträgt beides.

Wie sie richtig dick wird

Eine Gemüsesoße hat ein Problem, das eine Fleischsoße nicht hat: Gemüse besteht zu großen Teilen aus Wasser. Wer die Flüssigkeit zu früh dazugibt und den Deckel zumacht, bekommt am Ende eine Suppe, die von den Nudeln rutscht.

Drei Dinge helfen dagegen. Erstens das lange Anbraten in Schritt vier, bei dem das Zellwasser verdampft. Zweitens der halb aufgelegte Deckel beim Köcheln, damit weiter etwas verdunsten kann. Drittens eine grob geriebene Kartoffel, wenn es schnell gehen muss — ihre Stärke bindet die Soße in fünf Minuten und kostet keine zehn Cent.

Wo genau das Geld gespart wird

Der größte Posten in einer klassischen Bolognese ist das Hackfleisch. 250 Gramm gemischtes Hack kosten 1,80 €, und für eine ordentliche Familienportion nimmt man meist 500 Gramm, also 3,60 €. Mein gesamtes Gemüse für diese Soße kostet 2,46 €, die Nudeln 79 Cent obendrauf. Das Essen ist damit billiger als das Fleisch allein.

Der zweite Posten sind die Tomaten. 500 Gramm passierte Tomaten liegen bei 65 Cent. Ein Glas fertige Gemüsesoße kostet je nach Marke zwischen 1,29 € und 1,99 € und enthält deutlich weniger Gemüse, als hier im Topf ist. Wer regelmäßig Fertigsoße kauft, spart hier pro Nudelabend gut einen Euro.

Ersetzen kannst du fast jede Zutat: Passierte Tomaten durch eine Dose gehackte Tomaten für 55 Cent, den Sellerie durch Kohlrabi oder einfach durch mehr Möhre, die Paprika durch das, was gerade weg muss. Die Brühe kannst du durch Wasser mit etwas Salz ersetzen, dann fehlt allerdings ein Stück Geschmack.

Was ein Fehler wäre: die Kochzeit abkürzen. Nach zehn Minuten schmeckt die Soße nach gekochtem Gemüse in Tomate. Erst nach einer knappen halben Stunde verschmilzt alles zu einer Sache. Der zweite Fehler wäre, das Gemüse nicht lange genug anzubraten, bevor die Flüssigkeit dazukommt — dann bleibt es wässrig und die Soße wird nie richtig dick.

Die Soße lässt sich außerdem gut verdoppeln. Ich koche oft die doppelte Menge und friere die Hälfte in zwei Dosen ein. Das ist an einem müden Donnerstag mehr wert als jede Tiefkühlpizza.

Ich bin nicht der Mensch, der Gemüse heimlich unterjubelt und sich dann ins Fäustchen lacht. Meine Kinder wissen inzwischen genau, was in dieser Soße steckt, wir haben oft genug zusammen geraspelt. Sie essen sie trotzdem, und das liegt nicht am Verstecken, sondern daran, dass sie einfach gut schmeckt. Wenn du dasselbe Prinzip mit Hülsenfrüchten probieren möchtest, ist die Linsenbolognese der nächste Schritt, und wenn nach dem Raspeln noch Gemüse übrig ist, werden daraus Gemüsepuffer aus Möhren und Zucchini.

Porträt von Katrin
Über die Autorin
Katrin

Ich bin Katrin, 38, wohne mit meiner Familie in Dortmund und koche jeden Tag für vier Personen — mit rund 90 Euro Wocheneinkauf. Auf Ma Rezepte teile ich die Familienrezepte, die bei uns wirklich auf dem Tisch stehen: einfach, alltagstauglich und mit ausgerechneten Kosten pro Portion.

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